Metal-CD-Review: MANOWAR – The Lord Of Steel (2012)

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Alben-Titel: The Lord Of Steel
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: Heavy Metal
Label: Magic Circle Music

Alben-Lineup:

Joey DeMaio – Bass, Keyboards
Karl Logan – Guitars, Keyboards
Donnie Hamzik – Drums, Percussion, Vocals (choirs)
Eric Adams – Vocals

Track-Liste:

1. The Lord of Steel 04:07
2. Manowarriors 04:32
3. Born in a Grave 05:03
4. Righteous Glory 05:47
5. Touch the Sky 03:48
6. Black List 06:44
7. Expendable 03:11
8. El Gringo 06:55
9. Annihilation 03:58
10. Hail, Kill and Die 03:57
11. The Kingdom of Steel 07:20

Ein echter MANOWARrior gibt auch im Alter keine Ruhe.

Die Geschichte einer Band wie MANOWAR geht weit, weit zurück. Und ganz egal wie umstritten sie in Metal-Kreisen auch sein mögen – sei es aufgrund musikalischer oder auch anderer Belange – sie haben einen nicht unwesentlichen Teil zur Entwicklung des Genres beigetragen. Dementsprechend liest sich auch die bisherige Diskografie der Band, die im Jahre 1981 mit einer Demo begann – was dann alles folgte, ist und bleibt Geschichte. Alle einzelnen Releases (von der Demo über Live-CD’s bis hin zur DVD) zu zählen oder gar aufzulisten, gleicht da schon einem kleinen Mammutprojekt. Zwar kommt auch weiterhin ausnahmslos jedes Jahr das ein oder andere Material auf den Markt, doch zumindest hinsichtlich der eigentlichen MANOWAR-Studioalben bleibt es weitestgehend übersichtlich. Es ist eben nicht mehr so wie früher, als die Alben Schlag auf Schlag folgten – 2002 erschien WARRIORS OF THE WORLD (Review), erst 2007 dann das umstrittene GODS OF WAR (Review), und 2010 die Neuauflage BATTLE HYMNS MMXI (Review), die man aber streng genommen nicht als vollwertiges Album betrachten kann. Umso spannender wurde es mit dem 2012 erschienenen LORD OF STEEL, dem ersten vollwertigen MANOWAR-Alben nach 5 Jahren Pause.

Und wie haben sich die Amerikaner auf und mit diesem geschlagen ? Fest steht, dass das auf GODS OF WAR präsentierte Projekt ein offenbar einmaliges war – auf LORD OF STEEL kehren MANOWAR eher wieder in ihre alten und gewohnten musikalischen Gefilde zurück. Das heißt de facto, dass es keinerlei symphonische Anteile mehr gibt, ein großer konzeptioneller Storyhintergrund bleibt ebenfalls aus; selbst etwaige mögliche Zwischenspiele wurden gestrichen. LORD OF STEEL bietet dem Hörer demnach 10 vollwertige Titel feil – ohne Intro, Outro und sonstigem Schnickschnack. Das lässt indes noch keine genaueren Schlüsse auf die Musik zu, und wird von Fan zu Fan unterschiedlich aufgenommen werden.

Nähert man sich dann dem eigentlichen Material, so stellt sich zunächst Ernüchterung ein. Eine Ernüchterung, die schlicht daher rührt, dass man immerhin 5 Jahre auf das Album warten musste – und es in Anbetracht dessen doch verdächtig unspektakulär klingt. LORD OF STEEL bietet so gesehen nichts neues, und ist am ehesten ein typisches MANOWAR-Alben im Stile der 80er oder frühen 90er-Jahre. Da man bei einer Band wie MANOWAR aber nicht unbedingt auf gänzlich neues Material hofft, klingt das erst einmal recht gut. Jedoch ist Vorsicht geboten: auch wenn diese Rückbesinnung einigen (zumindest von der Theorie her) gefallen wird, steht auf der anderen Seite fest, dass MANOWAR nicht mehr den jugendlichen Elan von dereinst haben. Und das wirkt sich verständlicherweise auch auf ihre Musik aus, die zwar immer noch recht druckvoll durch die Boxen rauscht – aber nicht mehr ganz so authentisch wirkt.

Immerhin liegt dies kaum an der Darbietung des Leadsängers Eric Adams, der nun schon seit 1980 das MANOWAR-Gesangsszepter in der Hand hält. Der gute scheint sein Ding durchzuziehen, komme was wolle – und so gibt er sich auch mit fortschreitendem Alter keinerlei Blöße. Seine Stimme ist nach wie vor markant, überaus kraftvoll; und entfaltet noch immer einen gewissen Reiz – auch wenn die wirklich hohen Töne keine große Rolle mehr spielen. Man gibt sich eben etwas dezenter, was einerseits nachvollziehbar wirkt – andererseits, und in Bezug auf die Instrumentalparts ist die Luft so gut wie raus. Das Drumming ist solide aber etwas monoton, die Gitarren sind zweckdienlich aber längst nicht mehr so lebendig wie in früheren Zeiten, legendäre Soli oder andere musikalische Raffinessen die wirklich in den Gehörgängen hängenbleiben, sucht man vergebens. Das kuriose: als einziges markantes Merkmal fungiert der extrem verzerrte, leicht elektronisch klingende Bass; der einen riesengroßen Anteil an der allgemeinen Soundkulisse einnimmt. Markant heißt in diesem Fall aber nicht automatisch gelungen, denn hier werden sich die auch die MANOWAR-Geister wieder einmal gnadenlos scheiden. Sicher, es handelt sich um ein neues, vielleicht gewagtes Element – aber vor allem den Fans der alten Schule wird der gute alte, unverfälschte Klang einer Metal-Bassgitarre einfach fehlen.

Aber auch in Sachen Songwriting begibt man sich allerhöchstens auf längst bekannte, und somit leicht ausgenudelte Pfade. Etwaige Stichwörter immer wieder zu verwenden (und das natürlich auch in den Titeln selbst) gehört zwar zu MANOWAR dazu – doch dieses Mal überschreitet man die Kitsch-Grenze noch etwas deutlicher als zuvor. All dies mögen eher kleinere Probleme sein – im Endeffekt aber verfehlen MANOWAR mit LORD OF STEEL aber vor allem ein Ziel: wirklich prägnante, nachhaltige Titel zu präsentieren, die man auch in vielen Jahren immer wieder gerne hören will. Schließlich findet sich selbst wenn die Songs an sich recht gut sind, gut sein könnten – immer wieder mindestens ein störendes Merkmal. Beim Titeltrack LORD OF STEEL ist es der aufdringliche Bass, bei MANOWARRIORS sind es die Lyrics und die Shouts im Refrain, RIGHTEOUS GLORY ist bei weitem zu kitschig, BLACK LIST ist kräftig aber viel zu eintönig… die Liste ist erweiterbar. Fest steht nur, dass keiner der Titel als herausragend bezeichnet werden kann.

Fazit: Nein, LORD OF STEEL ist nicht unbedingt ein Reinfall – sondern fungiert vor allem für MANOWAR-Fans als absolut durchschnittliche Kost. Denn gerade die werden noch für das ein oder andere Element (Stichwort Songwriting) Verständnis haben – alle anderen könnten sich schon etwas wundern und sich (berechtigterweise) fragen, ob dies wirklich die sogenannten Könige des Metals sind, die hier gerade zu hören sind. Neben dem zwar aufregenden, aber doch diskutablen Basspart herrscht nämlich grundsätzlich eines vor: eine große, gähnende Langeweile, wenn nicht gar eine gefühlte Belanglosigkeit. Wie so oft lohnt sich hier eher ein Blick auf frühere Alben, in denen Konzepte wie das hier dargebotene einfach noch unverbrauchter und rebellischer wirkten.

Anspieltipps: THE LORD OF STEEL, TOUCH THE SKY, HAIL KILL AND DIE

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | MAJESTY | ROSS THE BOSS | WARLORD


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„Weder gut noch schlecht – sondern irgendwie belanglos“

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