Metal-CD-Review: MANOWAR – Battle Hymns MMXI (2010)

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Alben-Titel: Battle Hymns MMXI
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: Heavy Metal
Label: Magic Circle Music

Alben-Lineup:

Eric Adams – Vocals
Donnie Hamzik – Drums, Percussion
Joey DeMaio – Bass
Karl Logan – Guitars
Ross the Boss – Guitars on Live Tracks

Track-Liste:

1. Death Tone 05:06
2. Metal Daze 04:32
3. Fast Taker 04:06
4. Shell Shock 04:12
5. Manowar 04:00
6. Dark Avenger 06:23
7. William’s Tale 01:51
8. Battle Hymn 09:22
9. Death Tone (live version) 03:54
10. Fast Taker (live version) 04:57

Braucht es wirklich drei Versionen eines Klassikers ?

Es ist immer so eine Sache mit Bands, die zwecks einer Art Rückschau oder eines Jubiläums frühere, eventuell aufregendere und erfolgreichere Zeiten zelebrieren. Sicher; es sei ihnen gegönnt, gerade einer langjährig aktiven Band wie MANOWAR. Doch das, was die amerikanischen True-Metaller mit ihrem Release BATTLE HYMNS MMXI beabsichtigten, scheint nicht ganz klar. Denn schließlich handelt es sich weder um eine handelsübliche Compilation mit den potentiell aussagekräftigsten Titeln aus früheren Zeiten, noch um eine simple Neuauflage – sondern um eine komplette Neuaufnahme eines mittlerweile legendären (wenn auch nicht gänzlich unantastbaren) Albums. Mal ganz davon abgesehen, dass man damit grundsätzlich viel mehr kaputtmachen als aufwerten kann; erscheint es in diesem Fall zusätzlich merkwürdig – da im Jahre 2001 bereits eine Remastered-Version des Debüts der Amerikaner erschien. Warum also legen MANOWAR noch eins drauf, und präsentieren dem Hörer mit BATTLE HYMNS MMXI mittlerweile eine dritte Version eines Albums, welches eigentlich keiner weiteren Verbesserung bedurfte ?

Es ist und bleibt fraglich – da bereits mit der 2001’er Neuauflage das gewisse Flair, welches auf dem Debütalbum vorherrschte, teilweise abhanden gekommen ist. Ein Debütalbum, welches Anfang der 80’er Jahre unter vielleicht nicht ganz optimalen Bedingungen entstand, darf auch ruhig so klingen – immerhin steigert das die Glaubwürdigkeit, und erlaubt es dem Hörer auch 20 oder 25 später noch einmal in den Geist der damaligen Zeit einzutauchen. Immerhin: etwaige Remastered-Versionen sind oft nicht komplett nutzlos, sie bieten es dem Hörer an sich einem bereits bekannten Material noch einmal von einer anderen Seite zu nähern; und im gleichen Atemzug auch potentielle Neulinge zu begeistern – die sich eventuell am etwas schroffen Sound eines Originals stören könnten. So weit, so gut – doch warum dann ein Album noch einmal komplett neu aufnehmen muss, das wissen in diesem Fall wohl nur die Jungs von MANOWAR selbst.

Nicht nur, dass es ärgerlich ist dass ein und dasselbe Album nun schon zweimal die offizielle Diskografie der Amerikaner ziert (BATTLE HYMNS MMXI wird tatsächlich als eigenständiges Release angesehen), es wird schlicht keinerlei Mehrwert aus der Neuauflage generiert. Das Problem: die Titel bewegen sich stilistisch noch immer relativ nah an der Originalaufnahme und erlauben so kaum neue Einblicke, andererseits aber ist BATTLE HYMNS MMXI (verständlicherweise) die einstige jugendliche Kraft und Härte verlorengegangen. Man gibt sich wesentlich dezenter, und in Bezug auf die Produktion sogar regelrecht klinisch. Das Ganze kommt nun zwar wesentlich sauberer und druckvoller aus den Boxen, wirkt aber keineswegs natürlicher; im Gegenteil.

Fazit: BATTLE HYMNS MMXI ist nicht nur ein MANOWAR-Album, welches man komplett umgehen kann – sondern auch ganz allgemein eine unnötige Neuauflage eines Klassikers, den man hätte Klassiker sein lassen sollen. Kein einziger Titel der Neuauflage erreicht die jeweilige Klasse und atmosphärische Kraft des Originals, da helfen auch die extra beigefügten Live-Versionen zweier Titel nichts. Kann man wirklich darüber hinwegsehen, dass es sich – im Kern – um eine belanglose Neuaufnahme handelt; wenn man lediglich eine bessere Produktion als Anno dazumal serviert bekommt ? Wohl eher nicht. Und auch als Beispiel dafür, dass es die Band noch immer kann, kann BATTLE HYMNS MMXI nur bedingt fungieren. Dafür bräuchte es – ganz schlicht – ein beeindruckendes neues Album. Eine noch schlechtere Wertung als die unten stehende sollte man indes nicht vornehmen – da sich an der eigentlichen Qualität der Titel nichts geändert hat, nur die Inszenierung ist eine unglücklichere. Wer weiss schon, ob das Album nicht noch einmal veröffentlicht werden wird; pünktlich zum Eintritt des offiziellen Rentenalters der MANOWAR-Mitglieder ?

Anspieltipps: BATTLE HYMNS

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | MAJESTY | OMEN | WARLORD


35oo10

„Alles erwarten – nur keine neuen Ideen“

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