Filmkritik: „Die Festung 2 – Die Rückkehr“ (2000)

fortress2_festung2_500

Originaltitel: Escape from Skycell
Regie: Geoff Murphy
MitChristophe Lambert, Patrick Malahide, Pam Grier u.a.
Land: USA
Laufzeit: 92 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren freigegeben
Genre: Science Fiction
Tags: Außerirdische | Technologie | Invasion | Überlebende | Rettung | Kampf

Die Rückkehr des Trash.

Kurzinhalt: Widerstandskämpfer John Brennick (Christopher Lambert) ist nach seinem Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis weiterhin auf der Flucht vor seinen Häschern. Er zieht mit seiner Familie von Ort zu Ort, immer versteckt und auf der Flucht vor dem Gesetz – doch eines Tages bekommt er gleich doppelt ungewollten Besuch. Zum einen sind es ehemalige Mitverschwörer, die ihn erneut um seine Mithilfe bitten – und zum anderen ist es jener Konzern, der einst für das sicherste Gefängnis der Welt verantwortlich war. Die Verantwortlichen wollen John erneut aufgreifen, und ihn in ein noch sichereres Gefängnis stecken; aus Rache und als Bewährungsprobe. Während seine Frau und sein Sohn vorerst fliehen können, erwacht John dann tatsächlich an einem furchteinflössendem Ort: einem Gefängnis, welches sich in der Umlaufbahn der Erde bewegt und eine Flucht somit unmöglich macht. Doch lässt sich ein John Brennick wirklich davon abhalten, alles menschenmögliche zu versuchen ?

fortress2_festung2_01

Kritik: Wo könnte man einen Mann, der Teil einer politischen Widerstandsbewegung ist und sich wie kein zweiter mit Gefängnissen und damit verbundenen Ausbrüchen auskennt, noch sicher verwahren ? Glaubt man DIE FESTUNG 2, so wird sich hier sicher jeder auf eine ganz spezielle Möglichkeit festlegen: in einem Gefängnis, welches sich ausnahmsweise mal nicht auf der Erde befindet. Genau darum geht es in Geoff Murphy’s Sci-Fi-Spektakel – einem Film, der als Sequel zum  1993’er Kultstreifen FORTRESS – DIE FESTUNG angelegt ist. Merkwürdig dabei ist nur, dass jenes Sequel erst 7 Jahre später und von einem völlig differenten Team realisiert wurde – nur der ehemalige Hauptcharakter John Brennick (gespielt von HIGHLANDER Christopher Lambert) ist wieder mit von der Partie. Genau das ist eventuell auch das Problem des Films; welcher eher wie ein halbherziges, schnell dahinproduziertes Spin-Off wirkt – und die Vermutung nahelegt, dass hier lediglich das letztmögliche aus einem ehemals großen Namen herausgeholt werden sollte.

So kann DIE FESTUNG 2 weniger als direkter Nachfolger punkten – sondern bestenfalls als trashige Gefängnis-Mär im unterhaltsamen Science-Fiction-Gewand. Immerhin: lässt man sich einmal auf die zutiefst absurde Prämisse ein, und sieht im gleichen Atemzug auch noch über die unglaubwürdigen Charaktere hinweg, kann tatsächlich ein gewisses Flair entstehen. Eine Atmosphäre, die allein durch die skurrile Situation der Gefangenen entsteht, und weniger auf die Art der Inszenierung zu beziehen ist. Denn die wirkt der postulierten Zukunfts-Prämisse eher entgegen, und präsentiert neben den etwas plump wirkenden Szenenaufbauten und bescheidenen Auslegungen der (Weltraum-)Physik auch die mitunter miesesten Spezialeffekte eines Films zur Jahrtausendwende.

Dennoch ist es halbwegs spannend, John Brennick bei seinem Gefängnis-Aufenthalt und den bald darauf folgenden Fluchtversuchen zu begleiten. Die (unterschwellige) Faszination entsteht hier klar aus der Vorstellung einer totalitären Zukufntsvision, die die Grenze zzwischen den vermeintlich Unschuldigen und Kriminellen schnell verschwimmen lässt. Schließlich ist nicht nur das Gefängnis selbst ein reichlich modernes, dystopisches; auch die dahinterstehenden Machenschaften sind korrupt und undurchsichtig – eigentlich ein solider Stoff für eine ansprechende Sci-Fi-Verfilmung. Schade ist nur, dass man sich hier desöfteren verrannt hat – indem man so gut wie keine Hintergrundinformationen liefert, immer wieder ins geradezu lächerliche abdriftet und sich auch mit den Darstellern nicht unbedingt einen großen Gefallen getan hat. Letztendlich wird es diesbezüglich aber eher an den mageren Charakterporträts gelegen haben, die nicht viel mehr als zutiefst eindimensionale, passend zurechtgestutzte Porträts vorsehen.

Fazit: Viele, wenn nicht gar die meisten vergleichbaren Genrefilme etablieren eine ähnlich ansprechende Atmosphäre wie DIE FESTUNG 2 – doch schneiden hinsichtlich der Ausführung weitaus besser ab. So kann sich der Film in grundsätzlich keinem Aspekt mit anderen Produktionen messen. Nein, in diesem Film steckt beileibe nicht so viel Herzblut wie in anderen Science Fiction Spin- oder Ripoffs – doch der (gewollte) Hang zum Trash und die übertriebene, aber auf eine merkwürdige Art und Weise angenehme Selbstdarstellung von Christopher Lambert gleichen diesen Faktor zu großen Teilen wieder aus. Natürlich sollte man alles andere als großes Kino erwarten, doch weiß DIE FESTUNG 2 teilweise besser zu unterhalten als so manch neuere, millionenschwere Hollywood-Produktion. Eine Empfehlung für Freunde des Genres, des Trashs – und nicht zuletzt von Christopher Lambert.

border_0145oo10

„Völlig belangloses, aber doch unterhaltsames Sequel im Trashfilm-Gewand“

filmkritikborder

Advertisements

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s