Metal-CD-Review: ETERNUS – Labyrinth Of Reason (2014)

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Alben-Titel: Labyrinth Of Reason
Künstler / Band: Eternus (mehr)
Land: Chile
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Martin Muñoz – Bass
Omar Tabildo – Vocals
Roberto Aros – Guitars
Felipe Rozas – Keyboards
Nicolas Vargas – Drums

Track-Liste:

1. Echoes from the Storm 03:09
2. Forever 07:30
3. Nemesis of the Gods 06:34
4. In the Lap of Death 04:23
5. Rebirth 06:06
6. Dream Catcher 05:51
7. Prison of Mortality 03:46
8. Ashes from the Past 06:39
9. Internal Force 06:04
10. Baroque Hera 05:10
11. Ancestral Journey 03:37
12. Chalice of Blood 06:54
13. Light of Tomorrow 05:44
14. Frozen Time 07:35
15. Final Eclipse 09:51

Aus dem Untergrund an die… Spitze ?

Frisch, frischer, am frischesten. ETERNUS sind eine Symphonic Power Metal-Combo aus Chile, die sich erst im Jahre 2012 zusammengefunden hat. Da bestand sie noch aus 4 Mitgliedern – der Posten am Schlagzeug wurde erst dieses Jahr mit Nicolás Vargas erfolgreich besetzt. Da alle Beteiligten offenbar noch in keinen anderen Bands tätig waren und die Band noch keine offizielle Webseite hat, gibt es noch nicht allzu viel über sie zu berichten – mit Ausnahme des Fakts, dass am ersten Februar 2014 urplötzlich ihr Debütalbum erschien. LABYRINTH OF REASONS heißt das gute Stück,  welches interessanterweise über die Facebook-Seite der Band vertrieben wird – und das komplett kostenlos. Man will auf sich aufmerksam machen, frisch durchstarten – und dabei möglichst schon jetzt zahlreiche Interessenten gewinnen. Also: sehen wir es uns doch einmal genauer an.

Beginnt man den ersten Klängen von LABYRINTH OF REASONS zu lauschen, so wird eines recht schnell klar: ETERNUS wollen nicht wie zahlreiche andere Genrevertreter klingen, und sich explizit von der Masse abheben. Und das schlägt sich vor allem im Leadgesang nieder, der wie kein zweiter gleichermaßen ungewöhnlich wie gewöhnungsbedürftig ausfällt. Warum, liegt auf der Hand: Sänger Omar Tabilo singt mit einem klassischem Bariton; oder zumindest etwas, was in diese Richtung tendieren soll. Zweifelsohne ist das ein relatives Novum im Power Metal – da man es wenn überhaupt zumeist der Damenwelt überlässt, für klassisch angehauchte Gesangsparts zu sorgen. Das Problem: so mutig das Ganze erscheint, so viel  Mühe sich Frontmann Omar Tabilo gibt – er wirkt nicht wirklich so als hätte er Gesangsunterricht genommen oder gar eine klassische Gesangsausbildung genossen. So entsteht vor allem ein Eindruck, der den Hörer im schlimmsten Fall von einer reinen Laune, einer Art Gesangsexperiment ausgehen lässt – und im besten Fall von einer semi-professionellen Ambition. Unbestreitbar ist, dass der Gesang oftmals zu gezwungen und / oder unsicher dargeboten wird – und manchmal sogar klingt, als wäre er komplett fehl am Platz. Hier muss einfach noch viel mehr an Stilsicherheit und Selbstvertrauen her. Denn wenn sich die Geister bereits am ersten einzigartigen Element von und an ETERNUS scheiden, könnte der Überraschungseffekt schnell verpuffen.

Aber: wenngleich die Produktionsqualität ebenfalls keine großen Sprünge erlaubt – es handelt sich bestenfalls um eine mittelmäßige Eigenproduktion – so ist man doch geneigt, dass Potential von ETERNUS hie und da zu spüren. Ja, nur hie und da – da es beinahe unmöglich ist, den Hörer mit einem Album wie diesem über fast 90 (!) Minuten fesselnd zu unterhalten. ETERNUS hätten ihr Debüt ruhig etwas kompakter gestalten können, damit jene offensichtlich vorhanden Stärken noch besser zur Geltung kommen; so muss man sie schon genauer suchen. Denn: die Instrumentalkulissen sind zwar nett, im Endeffekt aber nicht besonders spektakulär. Grundsätzlich handelt es sich um einen antreibenden Power Metal mit deutlichen Keyboard-Affinitäten im Stile von CELESTY, LABYRINTH (wie passend) oder anderer europäischer Power Metal-Bands. Dass die Band nun aus Chile stammt, merkt (und hört) man dem Album also nicht wirklich an – vielleicht böten sich hier in Zukunft noch etwas exotischere, eigenständigere Klänge an.

Fazit: An ETERNUS werden sich die Geister scheiden. Manche werden ob der vergleichsweise kargen Produktionsqualität gar nicht erst probehören und auf ein potentielles Vertrags-Album mit entsprechenden Möglichkeiten warten, andere werden zumindest in Bezug auf den Leadgesang aufhorchen und innehalten – sicher mit einer jeweils völlig unterschiedlichen Folge-Reaktion. Wieder andere werden – und das ist das wahrscheinlichste – das offensichtlich vorhanden Potential entdecken, über einige (aber nicht alle Schwächen) hinwegsehen; das Album als ersten Schritt in die richtige Richtung einstufen und die Band weiter beobachten. Genau das soll nun auch an dieser Stelle getan werden – man sollte keinen Meilenstein erwarten, sondern eher einen ungeschliffenen Rohdiamanten; einen verdammt ungeschliffenen. Bleibt die Frage: wer wird sich dessen annehmen ? Immerhin könnte ein echtes Prachtexemplar zum Vorschein kommen – mit dem kleinen aber feinen Risiko, dass es hinterher doch keinen interessiert. Man darf gespannt sein und bleiben…

Anspieltipps: FOREVER, NEMESIS OF THE GODS, BAROQUE HERA, CHALICE OF BLOOD

Vergleichsbands: NIGHTWISH | XANDRIA


50oo10

„Potential ist reichlich da – viel mehr aber (noch) nicht.“

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