Filmkritik: „World Invasion: Battle Los Angeles“ (2011)

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Originaltitel: Battle: Los Angeles
Regie: Jonathan Liebesman
MitAaron Eckhart, Michelle Rodriguez, Ramon Rodríguez u.a.
Land: USA
Laufzeit: 116 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren freigegeben
Genre: Science Fiction / Action
Tags: Außerirdische | Los Angeles | Invasion | Army | Rettung | Kampf

Hollywood und die Aliens, Version 2012.

Kurzinhalt: Alle Blicke sind gen Himmel gerichtet, als ein urplötzlich gesichteter Meteoritenschwarm auf der Erde niedergeht. Auch die Küste von Los Angeles ist betroffen, an der zahlreiche Objekte ins Wasser einschlagen und so für Verwüstung sorgen. Doch eben jene hat gerade erst begonnen; denn die Gesteinsbrocken entpuppen sich als Behälter für fremde Wesen – Außerirdische, die offenbar alles andere als freundlich gesinnt sind. So muss der kurz vor seiner Entlassung aus dem Dienst stehende Sergeant der US-Marine Michael Nantz (Aaron Eckhart) doch noch einmal zum Dienst antreten – er begibt sich freiwillig unter das Kommando von Second Lieutenant Martinez (Ramon Rodríguez). Der ist jedoch gerade erst frisch von der Akademie gekommen, und hat noch keine Kampferfahrung – sodass es letztlich doch an Michael ist, das Zepter zu übernehmen und die Truppe heil durch das bereits völlig zerstörte Los Agneles zu führen. Ihr Auftrag: alle Zivilisten, die sich noch in einem für ein Bombardement vorgesehenen Bereich befinden, müssen evakuiert werden.

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Kritik: Nein, man braucht wahrlich kein großartiges Drehbuch, um in der Filmschmiede Hollywood’s allerlei Mammutprojekte zu stemmen. Ein gutes Beispiel; respektive Negativbeispiel dafür ist auch der im internationalen Titel etwas sperrig gehaltene Film WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES. Was allein durch den Trailer wie der nächste große Science-Fiction-Paukenschlag zur bevorstehenden Maya-Apokalypse anmutet, entpuppt sich im Endeffekt als mindestens ebenso große Rauchblase, wie sie auch auf dem stellvertretenden Filmcover zu sehen ist.

Das besondere: im Gegensatz zu anderen Werken einer ähnlichen Machart, die sich eventuell ebenfalls einem sechs-stelligen Budget-Bereich nähern; kann WORLD INVASION dabei nicht einmal mit einem besonders versierten technischen Part punkten, beziehungsweise den Zuschauer blenden. Hierfür sind mindestens mittelschwere stilistische Fehlgriffe verantwortlich, die sich vor allem auf die Kameraführung beziehen. WORLD INVASION ist alles andere als ein Found-Footage-Film, allein das Budget beißt sich mit diesem Begriff – warum man also derart vehement auf eine wackelige Kameraführung und ständige Willkür-Zooms gesetzt hat, bleibt ein Rätsel. Klar ist nur, dass es sich hierbei um ein Element handelt, welches von der ersten Minute des Films an präsent ist – und es dem Zuschauer so gar nicht erst ermöglicht, in die Szenerie einzusteigen. Viel zu gewollt, gekünstelt und aufdringlich wirken die optischen Eindrücke; sodass man am ehesten davon ausgehen müsste die Macher wollten den ein oder anderen Makel kaschieren.

Doch weit gefehlt, es handelt sich nicht um eine allgemein typische handwerkliche Schummelei – sondern schlicht und ergreifend um eine ärgerliche, Kopfschmerz-verursachende Fehlentscheidung. Eine unnötige – denn eigentlich könnte WORLD INVASION auch ohne derlei modernes Ungeschick verdammt gut aussehen. Die Schauplätze sind abwechslungsreich, die Szenenaufbauten (vor allem in den Straßenschlachten) aufwendig, die Licht- und Raucheffekte stimmig, die Spezialeffekte angenehm. So sieht man zumindest teilweise, wohin ein Großteil des Budgets geflossen sein könnte – dumm nur, dass sich die Macher mit ihrer auf aufregend getrimmten Art der Inszenierung selbst ein Bein stellen.

Davon abgesehen setzt WORLD INVASION neben der allseits bekannten Alien-Prämisse eigentlich nur auf ein Konzept: den Überlebenskampf einer handvoll besonders tapferer US-M;arines zu zeigen, komme was wolle. Das Problem hierbei sind gar nicht mal die eher konstruiert wirkenden Persönlichkeiten der Charaktere, auch wenn diese nicht gerade ein nennenswertes Maß an Empathie auslösen – sondern vielmehr das altbackende Superhelden-Porträt samt reichlich Kitsch, Pathos und einer noch größeren Portion Patriotismus. Wenn sich unsere Marines ein Herz fassen und für ihr Land einstehen, kann sie nichts und niemand aufhalten… eine typische Kampfansage, die nur leider dadurch geschmälert wird, dass um die Hauptcharaktere herum so gut wie alles dem Erdboden gleichgemacht ist. Warum also ausgerechnet sie so lange durchhalten, wird nicht ganz offenbar.

Sicher hätte man über vieles, wenn auch nicht alles hinwegsehen können, würde WORLD INVASION zumindest mit einer netten, vielleicht etwas gewagteren Hintergrundgeschichte daherkommen. Doch der Film schickt sich gar nicht erst an, den Zuschauer zu (über-)fordern – sondern greift lediglich die Idee auf,  dass wild um sich schießende Außerirdische mithilfe von Meteoren auf die Erde gelangen. Das klingt plump ? Das ist es auch, beziehungsweise wirkt es so – eine gewisse Faszination, wie sie von einem Science-Fiction-Werk zumindest teilweise ausgehen sollte, bleibt absolut auf der Strecke. Somit liefert der Film auch keinerlei Denkansätze – bestenfalls ungewollte, wirken die Außerirdischen derart ersetzbar dass man sie auch getrost durch Terroristen oder andere Eindringlinge bezeichnen könnte. Dies hätte dann zur Folge, dass man WORLD INVASION auf etwas zurechtstutzen könnte, was er sicher nicht – oder vielleicht doch – sein wollte: einen aufgeblasenen Werbefilm für die US-Armee und deren Engagement. Der pompöse, glorifizierende Soundtrack und die ständige Erwähnung, dass die Außerirdischen vor allem aus Los Angeles (immerhin, die anderen Städte wurden etwa 3 Sekunden lang in einem Einspieler abgehandelt) vertrieben werden müssen; sprechen ebenfalls dafür. Ob gewollt oder nicht.

Fazit: Im Gegensatz zu anderen ambitionierten Sci-Fi-Werken fällt es bei WORLD INVASION schwer, von einer verpassten Chance zu sprechen – denn dafür war und ist das Drehbuch einfach zu mies, überzeugende oder gar frische Ideen werden nicht präsentiert. Ebenfalls fraglich erscheint die Handhabung des technischen, eine Kameraführung wie diese sollte sich eigentlich verbieten – es sei denn, es handelt sich um einen expliziten Found-Footage-Film im Stile von CLOVERFIELD oder ähnlichen, auf Realismus getrimmten Werke. Wer weiß schon, was man mit einem innovativeren Drehbuch, weniger ‚modernen‘ Methoden und ohne den glorifizierenden US-Armee-Bezug aus dem Film hätte machen können – zumindest die rasanten, actionreichen und überraschend atmosphärischen Straßenschlachten (samt der durchaus spannenden Interaktionen mit Zivilisten) lassen ein klein wenig Licht durchschimmern. Der Rest aber bleibt mindestens schleierhaft – ebenso wie die Ambitionen der Außerirdischen, die man zumindest aus Los Angeles vertreiben möchte. Aber wen kümmert es schon, was mit dem Rest der Welt passiert…

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„Austauschbare Alien-Mär ohne Sinn und Verstand“

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „World Invasion: Battle Los Angeles“ (2011)

  1. Grüß dich, wie lustig, wollte dich wegen dem Film noch gestern anrufen, war dann aber zu faul. Wie ich sehe haste den auch geschaut + Kritik. Fande den aber 0,5 Punkte besser als Skyline, da der einfach besser aussah, hmm aber nicht so lustig bzw. trashig war wie skyline, kein plan, World Invasion ist etwas besser in Szene gesetzt, kracht etwas besser, aber dafür ab und zu komisch ernst. Echt nixxx besonderes.

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