Filmkritik: „Skyline“ (2010)

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Originaltitel: Skyline
Regie: Colin Strause, Greg Strause
MitEric Balfour, Scottie Thompson, David Zayas u.a.
Land: USA
Laufzeit: 93 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren freigegeben
Genre: Science Fiction
Tags: Außerirdische | Technologie | Invasion | Überlebende | Rettung | Kampf

Was finden die Außerirdischen nur immer an unserem Planeten ?

Kurzinhalt: Es ist mal wieder soweit – die Erde wird von außerirdischen Lebewesen angegriffen. Was genau die in SKYLINE erscheinenden Wesen wollen, ist unklar – sicher ist nur, dass sie technisch hoch entwickelt zu sein scheinen. Somit wissen auch die Freunde Jarrod (Eric Balfour), Elaine (Scottie Thompson) und Terry (Donald Faison) nicht so Recht, wie ihnen geschieht – sie verbarrikadieren sich in ihrer Penthouse-Wohnung und hoffen auf ein baldiges Einschreiten der Regierung und Armee. Doch der Weg bis zur ptentiellen Rettung ist ein  steiniger – schließlich weiss niemand, wie lange genau sie noch ausharren müssten. Dass sie es müsssen, scheint jedoch unausweichlich: ein Versuch, aus dem GEbäude zu fliehen und den Hafen zu erreichen, endet vorschnell mit einem schweren Verlust.

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Kritik: Eine Alien-Invasion ungeahnten Ausmaßes, eine kleinere Gruppe Überlebender als Galionsfiguren des unerschütterlichen menschlichen Widerstandes ? Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten für Filme eine Machart wie SKYLINE, der sich zweifelsfrei dem übergeordneten Genre der Science Fiction zuordnen lässt. Entweder, es handelt sich um groß angelegte Blockbuster aus Hollywood die zumeist mit einen millionenschweren Budget einhergehen – oder um eher kammerspielartig inszenierte Dramen vor einem nur angedeuteten übernatürlichen Hintergrund. Zumindest theoretisch – und da sind sich viele einig – können dabei Werke beider Macharten zünden. Es müssen eben nicht immer das große Geld oder pompöse Bilder sein, die den Zuschauer in den Bann ziehen – das, was viele Hollywood-Werke nur optisch attraktiv macht; gleichen die kleineren Projekte durch einen größeren Ideenreichtum, unkonventionellere Inhalte oder andere Elemente oftmals locker aus. So weit, so gut – doch in welche Kategorie lässt sich ein Film wie SKLYINE nun am besten stecken ?

Genau das ist das Problem. Ein Problem, welches nicht unbedingt eines hätte sein müssen, hätte man sich auf die Vorteile eine eigenen filmischen Identität gestützt. Denn: so richtig wohl fühlt er sich in keiner der eben genannten Schubladen. Vielmehr bewegt er sich  mit einem Budget von etwa 10 Millionen US-Dollar irgendwo dazwischen – und versucht sowohl alle technischen Vorzüge auszuspielen, als auch inhaltlich vergleichsweise tief zu blicken. Im Idealfall hätten die Macher somit beide Seiten zufriedenstellen können – Freunde von groß angelegten Bildern und optisch ansprechenden Szenen, sowie Liebhaber einer sich doch merklich vom alltäglichen Hollywood-Einheitsbrei distanzierenden Machart.

Leider verpassten es die Macher jene Zuordnungsschwierigkeiten; jene Identitätsauslegung zu ihrem Vorteil ausnutzen. Das in SKYLINE präsentierte Ergebnis ist schließlich – und auf beiden Seiten – ein eher halbherziges. Die Effekte sind nett (und teilweise sogar überraschend gut), doch noch immer weit entfernt von den hochprofessionellen Bildern etwaiger Blockbuster. Inhaltlich beweist man zwar hie und da ein paar gute Ideen – doch ist die etablierte Atmosphäre eine eher verquere, der stupiden Hollywood-Oberflächelei (inklusive diverser Quotencharaktere und einer typischen Love-Story) gar nicht mal so ferne; die wenigen, rar gesäten Lichtblicke einmal außen vor.

Anscheinend hat man sich in diesem Fall in die exakt falsche Richtung orientiert, und sich außerdem die falschen Vorbilder ausgesucht. So scheint es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich SKYLINE letztendlich wie ein lauwarmes Konglomerat aus Filmen wie KRIEG DER WELTEN, DER NEBEL, INDEPENDENCE DAY oder anderen großen und bekannten Genrewerken anfühlt. Nimmt man nun noch eine Priese Semi-Professionalität aus diversen Sci-Fi TV-Serien wie STARGATE oder V – DIE BESUCHER hinzu, so erhält man ziemlich genau das, was SKYLINE im Kern ausmacht. Eine krude Zusammenstellung, wenn nicht gar direkte Kopie einzelner Szenen (Stichwort Alien-Fangarme, die in Räume eindringen und nach Menschen suchen) aus etwaigen Vorbildern; ohne jemals deren Klasse zu erreichen.

Wenngleich es bereits schwerfällt, sich mit dem stark schwankenden Tempo und der unausgegorenen Dosierung der (teils hanebüchenen) Action-Elemente zu arrangieren, besteht ein weiteres Problem von SKYLINE schlicht in seinem enttäuschenden Ende. Dieses scheint geradezu an den Haaren herbeigezogen – und ermöglicht zumindest theoretisch einen zweiten Teil. Auch hier hat man sich – leider – wieder einmal nach Hollywood orientiert; frei nach dem Motto: wenn es sich gut macht und verkauft, warum nicht weiter auf ein Franchise beziehen ? Somit wird auch die letzte Chance verpasst, SKYLINE vor der relativen Totalversenkung in der Kategorie der Hollywood-Nachahmer zu versenken. Ein viel zu pompöser, aufdringlicher Soundtrack; ein stark eingeschränkter Schauplatz und eine letztendlich doch etwas einseitige Optik aus grau- und blautönen runden den Gesamteindruck nach unten hin ab.

Fazit: Es ist nicht viel, aber: SKYLINE schafft es trotz aller offensichtlicher Schwächen, sich vom absoluten Sediment des Genres abzugrenzen. Ganz so arg wie in diversen ASYLUM-Produktionen geht es dann doch nicht zu – nicht nur wegen der offensichtlichen technischen Vorteile. Dafür stecken noch zu viele eigene Ideen im Drehbuch, und auch die Darsteller und deren Charaktere wirken etwas zu glaubwürdig und sympathisch. Viel mehr als ein Film im unteren Mittelfeld darf man dann aber auch wirklich nicht erwarten. Letztendlich bleibt es schade, dass die Macher nicht mehr Mut zu unkonventionelleren Inhalten bewiesen haben – beispielsweise hätte man durchaus einige eher trashig anmutende Ideen einbringen, sowie die Story um die Aliens und deren Invasion weiter ausführen können. Sollen – denn so erhält man nur einen weiteren von vielen seelenlosen Hollywood-Abklatschen, die weder das Gehirn noch die Lachmuskeln strapazieren. Mit Ausnahme der etwas merkwürdigen Inszenierung eines Atombomben-Angriffs, versteht sich – eine eher unfreiwillige Maßnahme. Wenn man schon eine freie Bahn hat, wieso nicht wild herumprobieren und gerne auch mal etwas ausführlicher erklären; selbst wenn das Ganze droht ins lächerlich-trashige abzudriften ? Das wäre doch mal wieder sympathisch, und zumindest der Unterhaltungswert wäre ein ungleich höherer gewesen.

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„Ärgerlicher Hollywood-Abklatsch mit vielen verpassten Chancen“

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