Metal-CD-Review: AXXIS – Kingdom Of The Night (1989)

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Alben-Titel: Kingdom Of The Night
Künstler / Band: Axxis (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Melodic Heavy Metal
Label: EMI Music

Alben-Lineup:

Bernhard Weiß – Vocals, Guitars
Richard Michalski – Drums, Vocals (backing)
Werner Kleinhaus – Bass
Walter Pietsch – Guitars, Vocals (backing)

Track-Liste:

1. Living in a World 03:53
2. Kingdom of the Night 03:51
3. Never Say Never 03:41
4. Fire and Ice 04:00
5. Young Souls 03:16
6. For a Song 04:04
7. Love is Like an Ocean 03:24
8. The Moon 03:40
9. Tears of the Trees 04:10
10. Just One Night 03:13
11. Kings Made of Steel 03:32
12. Living in a World (extended version) 05:08

Im Königreich der Nacht herrscht alles andere als Angst.

Wieviele Fans der Band und Freunde des Rock n‘ Roll AXXIS‘ Erstwerk KINGDOM OF THE NIGHT bereits in den Regalen stehen haben, ist ungewiss. Sicher ist nur, dass das Album im Veröffentlichungsjahr 1989 einschlug wie eine Bombe, und sogar bis heute einen Rekord in Form des meistverkauften Hard-Rock-Debütalbums in Deutschland innehält. Aber auch der relative Kultstatus jenes 12 Titel starken Albums scheint ungebrochen, spielen AXXIS noch immer eine nicht unerhebliche Rolle in der deutschen Heavy Metal-Szene. Und das, obwohl ihr letztaktuelles REDISCOVERED-Album (Review) aus dem Jahre 2012 eher als Fehlschlag zu bezeichnen war und ist – es bestand nur aus eher schlechten als rechten Coverversionen, die im besten Fall ab einem gewissem Alkoholgrad hörbar erschienen. Doch nun, und das ist auch ein Grund für dieses rückblickende Review; wollen AXXIS erneut durchstarten – KINGDOM OF THE NIGHT II, so gesehen das Sequel zum heute vorgestellten Album soll bereits Ende Februar 2014 veröffentlicht werden. In wie fern das Ganze eine Rückbesinnung auf alte Stärken sein wird, wird sich zeigen – heute gilt es, noch einmal einen Blick auf die Anfangszeiten der Band zu werfen. Und die liegen mittlerweile – wie die Zeit doch vergeht – satte 25 Jahre zurück.

Dabei scheint es oft nicht leicht, ein derart klassisches Metal-Album wie KINGDOM OF THE NIGHT zu bewerten ohne sich dabei allzu sehr auf eine modernere Perspektive zu versteifen. Damals, um im Jahre 1989 sah die Welt (auch die musikalische) eben noch ein klein wenig anders aus. Das muss – vor allem in diesem Fall – aber nicht heißen, dass man ein Album wie dieses heutzutage unter Wert verkaufen muss. Ganz im Gegenteil, denn KINGDOM OF THE NIGHT zeigt auch aus einer eher unabhängigen Sicht heraus keinerlei potentielle Altersschwächen. Ja; nicht einmal in Bezug auf die Aufnahme- oder Produktionsqualität könnte man Verbesserungswünsche anmelden – was sicher ein wenig ungewöhnlich ist bei einem Debütalbum, welchem gerade einmal eine dem Plattenlabel EMI ausgehändigte Demo vorausging. Und auch die einzelnen Mitglieder machten ihren Job sehr, sehr gut – von einem möglicherweise noch ausbaufähigem Talent findet sich keine Spur. Während die Gitarrenarbeit irgendwo zwischen dezent und verspielt hin- und herpendelt, war und ist vor allem Leadsänger und Galionsfigur Bernhard Weiß einfach unverkennbar. Es mag sein, dass manch einer seine eher grelle Stimme als gewöhnungsbedürftig attribuieren würde – doch klang er bereits auf KINGDOM OF THE NIGHT sehr stilsicher, energetisch und aufgrund seiner relativen Konkurrenzlosigkeit doch mehr als erfrischend.

Bleiben die eigentlichen Titel, denen man vor allem eines attestieren kann: sie alle sind relativ simpel gestrickt, erfüllen aber ihren Zweck. Und das, obwohl oder gerade weil deren Wirkung eher konträr zum Alben-Titel steht – wahrlich, wirklich abenteuerlich oder gar düster ist hier nichts. KINGDOM OF THE NIGHT ist vielmehr ein beschwingtes gute-Laune-Album, welches sich irgendwo zwischen einem grundsätzlich Chart-tauglichen, melodischen Hardrock und einem etwas härterem Melodic Metal bewegt. Entsprechend hymnisch und eingängig wirkt das Album, dessen Titel nur selten die 4-Minuten-Marke überschreiten. Die eigentliche Überraschung ist, dass das Songwriting – so simpel es auch erscheinen mag – im Endeffekt doch überzeugt und keinen einzigen Titel belanglos erscheinen lässt. Selbst die Balladen, wie etwa FIRE AND ICE oder TEARS OF THE TREES klingen weniger kitschig als gedacht, und überzeugen durch eine (zumindest gefühlte) Ehrlichkeit. Ein sehr gutes Händchen bewiesen AXXIS auch in Bezug auf die Refrains – die allesamt überaus einprägsam sind, sich aber dennoch nicht zu schnell abnutzen.

Fazit: Unspektakulär ist manchmal mehr… ? Es erscheint schon fast unmöglich, hinter das wahre Geheimnis von KINGDOM OF THE NIGHT zu kommen. Denn so simpel und ausbaufähig es hie und da erscheint, so mitreißend und zeitlos klingt es in seiner Gesamtwirkung. Ob nun eher in den belebend-rockigen Momenten, während der Balladen oder während der wenigen aber prägnanten, expliziten Metal-Ausflüge (KINGS MADE OF STEEL), AXXIS klingen auf ihrem Debüt auch aus einer heutigen Sicht heraus überraschend glaubwürdig, authentisch und glänzen mit einer enormen Spielfreude. Eine absolute Empfehlung für alle, die zum Metal-Hören nicht in den Keller gehen; und ein mehr als gelungenes Debütalbum einer mittlerweile altehrwürdigen deutschen Metal-Band ihr eigen nennen wollen.

Anspieltipps: LIVING IN A WORLD, KINGDOM OF THE NIGHT, FIRE AND ICE, KINGS MADE OF STEEL

Vergleichsbands: MANOWAR | EDGUY | AXEL RUDI PELL


90oo10

„Für Freunde des beschwingten, des fröhlichen, des hymnischen Hardrocks“

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