Metal-CD-Review: UNDER SANITY’S BANE – A Cosmic Tragedy (2014)

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Alben-Titel: A Cosmic Tragedy
Künstler / Band: Under Sanity’s Bane (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Markus Hosch – Bass
Simon Buse – Guitars
Denis Pfeffer – Guitars
Cristina Grijalva – Vocals

Track-Liste:

1. Welcome (Intro) (01:50)
2. Under the Black Banner (05:18)
3. Vulturius (05:02)
4. A Cosmic Tragedy (05:17)
5. The Pied Piper of Hamelin (08:15)
6. A Pirates Tale (06:54)
7. My Last Chapter (04:39)
8. Storms of Rage (04:30)
9. Iele (04:59)

Als Neueinsteiger hat man es nicht leicht.

Auch wenn man nicht immer aller entsprechenden Bands gewahr ist (und sein kann), so zählt das Genre des Symphonic Power Metals doch zu den international eher populären. So kommt es, dass auch zahlreiche Neueinsteiger ihr Glück versuchen; und im besten Fall ihr Können unter Beweis stellen. Natürlich ist das nicht immer leicht, denn ausgerechnet jene Symphonic Power Metal-Bands, die so gut wie jedem Metaller sofort ein Begriff sein werden; sind zumeist absolute Hochkaräter. Auch wenn es sich nicht um direkte Konkurrenz handelt, so hat man doch immer im Kopf, wie gut Musik aus diesem Genre eigentlich klingen kann – DRAGONLAND, RHAPSODY OF FIRE, DARK MOOR, PATHFINDER, die ANCIENT BARDS und noch viele mehr lassen grüßen. Im Gegensatz zu den längst etablierten Bands waren die letzten wahrhaft markanten Genre-Neuzugänge sicherlich BANE OF WINTERSTORM – wie passend, dass auch UNDER SANITY’S BANE jenen offenbar glückbringenden Fluch schon im Namen haben. Doch hat A COSMIC TRAGEDY, das Debütalbum der deutschen, tatsächlich das Zeug um in der Genre-Oberliga mitzuspielen ?

In diesem Fall braucht man gar nicht allzu lange drum herum zu reden: nein, das hat es nicht. Leider – da die Ansätze bereits gut klingen und auf mehr hoffen lassen. Während die Instrumentalkulisse bereits gut ins Ohr geht hat das Album vor allem ein Problem: den Leadgesang. Sicher sollte man etwaige Ambitionen niemals schlechtreden oder Hoffnungen im Keim ersticken, doch die Darbietung der Leadsängerin Cristina Grijalva lässt in diesem Fall einiges an Kraft, Ausdrucksstärke und vor allem auch (Stil-)Sicherheit vermissen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands vermittelt sie nur allzu selten das Gefühl, als würde sie das was sie macht wirklich lieben und leben – es scheint beinahe so, als würde sie sich aus irgendeinem Grund zurückhalten. Ob es nun tatsächlich an der Eisntellung oder Motivation liegt, sei einmal dahingestellt – in jedem Fall ist die erzielte Wirkung eine entsprechende.

Natürlich wäre es fatal, die Gesamtwirkung eines Symphonic Power Metal Albums allein auf den Leadgesang festzunageln. Es handelt sich um eine große, wenn nicht die größte aller Komponenten; aber das ist eben nicht alles. Und tatsächlich: die Leistungen an den Instrumenten erscheint schon weitaus gelungener und überzeugender. Hier hat man nicht das Gefühl, als seinen unbefleckte Neueinsteiger am Werk – den Mitgliedern kommt die gesammelte Erfahrung in anderen Bands also durchaus zugute. Und auch die Produktion klingt für ein quasi aus dem Nichts auftauchendes Debütalbum überraschend druckvoll, der Sound allgemein atmosphärisch. Es ist aber auch ein ganz anderes Problem, welches A COSMIC TRAGEDY auf der isntrumentellen Ebene begleitet: die (noch) fehlende Egienständigkeit der Band. Beim Genuss der insgesamt 9 Titel (oder 8 – abzüglich des Intros) wird man nur selten das Gefühl los, als kämen hier diverse zusammengeklaubte Elemente in einem noch nicht ganz stimmigen Ganzen zusammen. Hie und da ein paar klassische Soundelemente von RHAPSODY OF FIRE, dort ein paar Bezüge zu den Schweden von DRAGONLAND (und sei es nur die Titelwahl in Bezug auf die Nummer #2 – UNDER THE BLACK BANNER) – die Liste ist erweiterbar. Ein Zufall, eine Hommage, oder doch eher ein aufgrund von eigener Ideenlosigkeit notwendiges Nachahmen ? Das wissen nur UNDER SANITY’S BANE.

Fazit: Allein vom Ansatz her ist A COSMIC TRAGEDY ein solides Symphonic Power Metal-Album. Ein absolut typisches, wenig insirierendes zwar – aber immerhin. Doch fehlt es der noch jungen Band an Eigenständigkeit, frischen Ideen; und nicht zuletzt auch musikalischer Perfektion. Vor allem der Leadgesang ist von der noch eher ‚laienhaften‘ Inszenierung (wenn man es denn einmal überspitzt formulieren würde) betroffen, die man im weiteren Verlauf der Bandgeschichte unbedingt vermeiden sollte. Denn so wirkt das Album insgesamt eher kraftlos und wenig Fantasie-beflügelnd, das Gefühl einer drohenden kosmischen Tragödie kann zu keinem Zeitpunkt auf den Zuschauer übertragen werden. Immerhin muss man der Band zugutehalten, dass sie das Album komplett in eigenregie produziert hat und es aktuell sogar kostenlos anbietet (siehe Facebook) – und sich auch sonst bereits einige Stärken (Gitarren, Soli, Abwechlsungsreichtum) herauskristallisieren. Noch reichen diese allerdings nicht aus, um sich in der großen Masse an Genrebands zu profilieren. Doch wer weiss, was die Zukunft bringt…

Anspieltipps:  THE PIED PAPER OF HAMELIN, A PIRATES TALE

Vergleichsbands: DAWN OF DESTINY | ANCIENT BARDS | CLAYMORE

50oo10

„Ausbaufähiges Debütalbum“

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