Metal-CD-Review: PELLEK – Christmas With Pellek (2013)

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Alben-Titel: Christmas With Pellek
Künstler / Band: Pellek (mehr)
Land: Norwegen
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

PelleK – Vocals, Keyboards
Ingemar Bru – Bass
Stian Andrè Braathen – Drums
Patrick Fallang – Guitars

Track-Liste:

1. Twelve Days of Christmas (05:09)
2. O Christmas Tree (04:04)
3. Deck the Halls (02:46)
4. Beautiful Savior (05:04)
5. Jingle Bells (02:44)
6. O Holy Night (04:29)
7. Come All Ye Faithfull (03:15)
8. Silent Night (04:38)

Welch festliche Stimmung allüberall…

Pünktlich zur Weihnachtszeit kommt auch von PELLEK ein Weihnachtsalbum im besten Power Metal-Gewand – man ist geladen, CHRISTMAS WITH PELLEK zu verbringen. Zumindest musikalisch, schließlich wäre es reichlich verwunderlich wenn sich der junge Norweger in Anbetracht seiner zahlreichen Projekte selbst mal ein paar Tage frei nehmen würde. Erst dieses Jahr erschien OCEAN OF OPPORTUNITY (Review), das zweite Studioalbum von PELLEK – doch wie man weiß beschäftigt er sich bei weitem nicht nur mit seiner Hauptband. Neben einem üppig bestückten Youtube-Channel (auf den er immer Interpretationen bekannter Lieder zum Besten gibt) fordern auch einige andere Bands (DAMNATION ANGELS, ORION’S REIGN, und neuerdings auch QUANTICE) seine Aufmerksamkeit. Wie also ist das neueste Themen-Album des Arbeitstiers geworden, welches mit 8 Titeln und einer für den Anlass recht typischen Titelauswahl (siehe oben) daherkommt ? Ohne auf den eigentlichen Inhalt einzugehen, ist es vor allem kurz: gerade einmal auf knappe 32 Minuten kommt das Album, welches auch als solches – und nicht als EP – vermarktet wird.

Die einzelnen Titel noch einmal gesondert vorzustellen, erübrigt sich an dieser oder jener Stelle. Denn wer kennt sie nicht, klassische Weihnachtstitel wie O CHRISTMAS TREE, DECK THE HALLS oder JINGLE BELLS ? Die einzige Frage die sich folglich stellt, ist; was PELLEK und seine Bandkollegen (die erst dieses Jahr dazugestoßen sind – beim Debütalbum BAG OF TRICKS spendierte Tommy Johannsson von REINXEED einen Großteil der Instrumental-Parts) aus den bekannten und sicher schon oft gehörten Nummern gemacht haben. Zugegeben: das Ergebnis ist gerade im Vergleich mit dem doch überraschenden Album OCEAN OF OPPORTUNITY eher ernüchternd. Bei selbigen hat PELLEK bekanntlich enorm viel Spielraum gehabt – nun, und mit der vorgefertigten Titeln (beziehungsweise zumindest Textinhalten) kann er schon deutlich weniger Charme verbreiten. Das liegt auch daran, dass man offenbar kein allzu großes Augenmerk auf das Einbringen eines eigenen Stils oder besonders interessanter instrumentaler Komponente gelegt hat – vieles, ja wenn nicht gar alles dreht sich um PELLEK und seinen Gesang.

Der ist glücklicherweise überaus angenehm – zumal sich PELLEK abermals von seiner variablen, aber stets stilsicheren Seite zeigt. Ob nun in tieferen Lagen oder während der energetischen Power-Screams, das Gesangstalent gibt sich keine Blöße. Gesanglich gibt es daher kaum etwas zu beanstanden, sodass eines der Hauptziele – nämlich PELLEK von seiner stimmlichen Schokoladenseite zu zeigen – problemlos erreicht wird. Doch bei einem Album wie diesem handelt es sich dabei letztendlich doch nur um die halbe Miete – man sollte auch möglichst interessante Instrumentalparts und üppig-festliche Kompositionen erwarten können. Schließlich sind PELLEK keine Akustikband – sondern eine Symphonic Power Metal-Combo. Wenn es dann aber mal etwas symphonischer zugeht (wie beispielsweise in O CHRISTMAS TREE oder DECK THE HALLS), dann klingt ausgerechnet das eher plump und künstlich. Da ein Großteil des Liedguts ohnehin ohne großartige symphonische Komponente auskommt, bleibt es an den Power Metal-Elementen, das Ganze schmackhaft zu machen – doch auch hier gilt: alles bewegt sich irgendwo im Standard-Bereich. Standardisierte Drums und Arrangements, eher schwache und wenig prägnante Riffs – dafür aber immer wieder das alles etwas bunter machende Keyboard. Dergleichen hat man einfach schon viel, viel besser – und vor allem in einem einzigartigeren Gewand – gehört.

Fazit: Das Weihnachts-Album von PELLEK will einfach nicht so recht zünden, Schuld daran haben hauptsächlich die eher unspektakulären, glatt geschliffenen instrumentalen Komponente, die ohne jedwede Ecken oder Kanten daherkommen. Aber auch davon abgesehen erscheint selbst die Titelwahl nicht besonders glücklich: trotz der äußerst geringen Spielzeit von einer knappen halben Stunde wiederholen sich viele Elemente in den einzelnen Songs – besonders Nummern wie TWELVE DAYS OF CHRISTMAS oder O CHRISTMAS TREE können so schnell zu nervlichen Zerreißproben werden. Das mag zwar auch am Ausgangsmaterial liegen, aber auch an PELLEK – die es irgendwie verpassen, dem Ganzen eine noch eigenständigere Note zu geben. Am besten wirkt da noch ein eher ruhiger Titel wie BEAUTIFUL SAVIOR, der völlig ohne schwermetallische Komponente auskommt – und das will schon etwas heißen. Davon abgesehen kann eigentlich nur O HOLY NIGHT durchweg überzeugen – alles andere bewegt sich irgendwo zwischen einem spaßigen und einem auch irgendwie nervigen Projekt. Eine weitaus bessere (WEihnachts-)Alternative findet sich im ambitionierten Album der Newcomer von A HERO FOR THE WORLD (WINTER IS COMING – Review). Frohe Weihnachten !

Anspieltipps: BEAUTIFUL SAVIOR, O HOLY NIGHT

Vergleichsbands: DAMNATION ANGELS | SEVENTH WONDER

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„Für eingefleischte Fans von PELLEK“

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