Metal-CD-Review: MANOWAR – Warriors Of The World (2002)

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Alben-Titel: Warriors Of The World
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Eric Adams – Vocals
Karl Logan – Guitars, Keyboards
Joey DeMaio – Bass, Piccolo
Scott Columbus – Drums

Track-Liste:

1. Call to Arms (05:31)
2. The Fight for Freedom (04:31)
3. Nessun Dorma (03:29)
4. Valhalla (00:36)
5. Swords in the Wind (05:20)
6. An American Trilogy (04:20)
7. The March (04:02)
8. Warriors of the World United (05:51)
9. Hand of Doom (05:50)
10. House of Death (04:25)
11. Fight Until We Die (04:03)

Der Schritt ins neue musikalische Jahrtausend.

Nach dem durchaus Party-tauglichen, insgesamt aber eher enttäuschenden LOUDER THAN HELL von 1996 (Review) machten die traditionellen Heavy-Metaller von MANOWAR zunächst eine kleine Pause. Zumindest, was die Alben-Veröffentlichungen angeht – denn aktiv war die Band nach wie vor, ob nun in Bezug auf zahlreiche Live-Auftritte oder die dazugehörigen Releases wie HELL ON STAGE (1999). Das nächste offizielle Studioalbum ließ indes noch etwas auf sich warten – erstmals sollten 6 Jahre zwischen zwei Veröffentlichungen liegen. WARRIORS OF THE WORLD erschien dann Mitte 2002, und sorgte abermals für eine dezente Spaltung der Fanbase.

Der Grund dafür ist indes offensichtlich. WARRIORS OF THE WORLD klingt nicht nur wie noch kein MANOWAR-Album zuvor; dem Album wohnt auch eine gänzlich andere Stimmung inne. Während der Opener COAT OF ARMS als relativ typische, stampfende Heavy Metal-Hymne mit dezenten symphonischen Elementen noch keine großartigen Schlüsse in Bezug auf einen möglichen Stilwechsel zulässt, ändert sich das bereits mit den Folgetiteln. Und das auf eine Weise, die man erst einmal verarbeiten muss, ist man auch in Besitz der bisherigen MANOWAR-Alben. Schließlich ist WARRIORS OF THE WORLD kaum noch mit den typischen Veröffentlichungen der Band zu vergleichen, die zumeist von der Mischung aus rockigen Brechern und episch-getragenen Hymnen lebten. Mit dem neuen Album fährt man nun eine neue Schiene – eine, die im Detail nicht leicht zu beschreiben ist, aber ohnehin wesentlich besser funktioniert, wenn man WARRIORS OF THE WORLD als Gesamtkunstwerk ansieht.

Während man die bisherigen Releases noch grob unter dem Oberbegriff des Heavy Metals einordnen konnte, gestaltet sich dieses Unterfangen nun weitaus schwieriger. WARRIORS OF THE WORLD ist bei weitem zu vielfältig und abwechslungsreich, als dass man es bei einer Genrebezeichnung allein belassen könnte – zumal die symphonischen und klassischen Einflüsse deutlich zugenommen haben. Gerade jene Einflüsse aus der Klassik werden auf WARRIORS OF THE WORLD erstmals vollständig ausgelotet – wofür sicher auch das beispielhafte Cover von NESSUM DORMA steht. In diese Zusammenhang ist auffällig, dass der Sound allgemein voluminöser wirkt – was für manchen Fan einen Vorteil, für andere einen Nachteil bedeuten könnte. Schließlich werden sowohl die Gitarren als auch das Schlagzeug und der Bass nunmehr dezent in den Hintergrund gerückt – während das Keyboard deutlicher als je zuvor für möglichst ansprechende, symphonische Klangkulisse sorgt.

Und doch ist das Album kein allzu experimentelles, welches gänzlich neue Pfade beschreitet. Noch immer ist das, was man hier auf die Lauscher bekommt, eindeutig als MANOWAR-Produkt zu erkennen – lediglich die musikalische Präsenz, und die damit einhergehende Ausdrucksstärke haben überdeutlich zugenommen. Die Kompositionen sind um ein vielfaches anspruchsvoller und vielschichtiger, melodiöser; mächtiger – und untermalen so einmal mehr die Ambitionen der kultigen Band, die einzig wahren Könige des Metals zu sein oder zu werden. Selbst wenn, ja selbst wenn der ein oder andere prägnante Riff ausbleibt, und die Gitarren eine (nur noch) gleichberechtigte Rolle in der Instrumentalbesetzung spielen. Dass das Ergebnis dennoch so gut klingt, sollte locker darüber hinwegtrösten können. MANOWAR klingen einfach wesentlich besser, wenn sie sich nicht allzu sehr in Frickeleien verstricken – sondern alle einzelnen musikalischen Elemente zu einem großen Ganzen verbinden. Über den Gesang von Eric Adams muss man indes nicht mehr viele Worte verlieren – seit der Gründungszeit der Band hält er seit jeher das einst etablierte Niveau.

Dass sich MANOWAR trotz der reichlich erfrischenden Briese, die vor allem im Mittelteil des Albums (unter anderem in Form von symphonischen Instrumentals, oder eines musikalisch reichhaltig untermalten Covers der AMERICAN TRILOGY) zelebriert wird, treu geblieben sind – das zeigt vor allem der spätere Alben-Verlauf. Der wird in etwa mit dem Titeltrack WARRIORS OF THE WORLD eingeleitet – der MANOWAR-Hymne schlechthin. So hymnisch; gleichzeitig aber nicht zu simpel (vor allem textlich) klangen MANOWAR noch nie – hier erschufen die Amerikaner schlicht die bis dato eindrucksvollste Lobpreisung ihrer selbst; sowie natürlich des Genres. In HAND OF DOOM, HOUSE OF DEATH und FIGHT UNTIL WE DIE werden dann auch noch alle Power Metal-Fans zufriedengestellt, und mit einem deutlich erhöhten Tempo belohnt. Aber auch die Riffs und die Härte kehren zurück, sodass ein gänzlich runder Eindruck entsteht. In der Abwechslung liegt die Kraft – auch wenn das Album so vielleicht nicht wirkt wie aus einem Guss, ist der Unterhaltungswert enorm.

Fazit: Es ist ganz egal, wie manch alteingesessener Fan auch zu der relativen Neuauslotung des MANOWAR-Stils stehen mag – es scheint, als hätten die Amerikaner in diesem Fall alles richtig gemacht, und die 6 Jahre seit dem letzten Release entsprechend genutzt. WARRIORS OF THE WORLD ist zweifelsohne das bis dato epischste, eindringlichste, vielschichtigste und musikalisch anspruchsvollste Album der Band – und somit der perfekte Start in das neue MANOWAR-Jahrtausend. Schwächen ? Es gibt keine.

Anspieltipps: ALLE

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | MAJESTY | OMEN | WARLORD

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„Das vielleicht beste MANOWAR-Album bis 2002“

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