Filmkritik: „Die Stonehenge Apokalypse“ (2010)

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Originaltitel: Stonehenge Apocalypse
Regie: Paul Ziller
Mit: Misha Collins, Torri Higginson, Peter Wingfield u.a.
Land: USA
Laufzeit: 87 Minuten
FSK: Ab 12
Genre: Science Fiction
Tags: Stonehenge | Weltuntergang | Antik | Technologie | Terraforming

Wenn aus Pyramiden Feuer-speiende Vulkane werden.

Kurzinhalt: Es gibt sie immer wieder – jene Wissenschaftler, denen aufgrund allzu kühner Theorien niemand glauben schenkt. Als einer von ihnen aber eine antike Grabstätte in Maine in den USA entdeckt, scheint sich eine Kette der Enthüllungen in Gang zu setzen. Die legendäre Steinformation in Stonehenge fängt plötzlich an sich wie von Geisterhand zu bewegen, und kommuniziert über eine Art Energienetz mit anderen wichtigen Energieknotenpunkten auf der Erde. Dabei wird eine zerstörerische Kraft freigesetzt, gegen die die Wissenschaftler und das auf den Plan gerufene US-Militär nicht viel unternehmen können – lediglich einen Countdown haben sie entschlüsseln können. Während etwa alle 10 Stunden eine mächtige elektrostatische Entladung stattfindet, die dafür sorgt dass sich alte Pyramiden und Azteken-Tempel in aktive Vulkane verwandeln; würde das Ausmaß der Zerstörung beim Ablauf des Countdowns noch viel größer sein. Sogar so groß, dass alles Menschenleben auf der Erde vernichtet werden würde – um einer antiken Prophezeiung nach Platz für eine neue Zivilisation zu machen.

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Kritik: Wenn man den Machern der STONEHENGE APOKALYPSE eines anrechnen kann, dann ist es Mut. Der Mut, eine verdammt hanebüchene Story in absolut ernstgemeinter Filmform zu verpacken; und das Ganze zusätzlich als Blockbuster des Katastrophenfilms zu bewerben. Der Mut, die filmischen Protagonisten in jedem Moment bierernst agieren zu lassen, sodass sich die involvierten Darsteller in jeder Hinsicht blamieren – und das nicht zuletzt aufgrund des offensichtlichen Over-Actings. Der Mut, die hier zum Einsatz gekommenen Spezialeffekte nicht doch noch in der Produktionsphase herauszuschneiden. Der Mut… die Liste ist endlos fortzusetzen. Man merkt schon, dass DIE STONEHENGE APOKALYPSE so gesehen ein recht tollkühnes Werk ist – eines, das ohne Rücksicht auf Verluste und etwaige Grenzen des (guten) Geschmacks produziert wurde. Das ist zwar irgendwie bemerkenswert, doch selbst der damit einhergehende, unfreiwillig komische Unterhaltungsfaktor reicht nicht aus, um diesen Film auch nur ansatzweise über einen qualitativen Durchschnitt zu heben.

Dabei hätte das Ganze durchaus etwas werden können – so abgefahren die Grundidee und die herrlich groteske Inszenierung irgendwo zwischen Klamauk und Katastrophenfilm auch ausgefallen sind. Nicht von ungefähr führte hier ein gewisser Paul Ziller Regie – seines Zeichens ehemaliger STARGATE ATLANTIS-Regisseur. Und tatsächlich: man findet durchaus persönliche Spuren. Diese lassen sich unter anderem im auffälligen Wissenschafts-Bezug inklusive wild umhergeworfener Fachbegriffe, und nicht zuletzt in der Wahl der Darstellerin Torri Higginson entdecken – sie spielte damals Dr. Elizabeth Weir, die Leiterin der Expedition in STARGATE ATLANTIS. Warum er indes nicht mal einen Funken des Charmes einfangen konnte, den er einst bei STARGATE versprühte, bleibt ein Rätsel. STARGATE ATLANTIS verband (in ihrer Qualität starken Schwankungen ausgesetzte) Elemente der Science Fiction mit einer wohl dosierten Priese Humor – etwas, was der STONEHENGE APOKALYPSE in seiner klar überzeichneten, aber stets bierernsten Manier völlig abhanden gekommen ist. So erinnert der Film eher an die anderen, fragwürdigen Science Fiction-Werken von Paul Ziller, die sich allesamt und in irgendeiner Form mit spektakulären Katastrophen beschäftigen – und das sind inzwischen nicht gerade wenige. Schnell klar wird dabei, dass sich Paul Ziller weder weiterentwickelt, noch aus seinen bisherigen Erfahrungen gelernt hat. Anders ist es einfach nicht zu erklären, dass ein Film wie dieser überhaupt veröffentlicht wurde.

Wer also schon immer der Meinung war dass etwaige Katastrophenfilme als mies gemachte TV-Produktionen, oder aber die dreisten Hollywood-Abklatsche aus dem berühmt-berüchtigten Hause THE ASYLUM fernab von ebenso unterirdischer Konkurrenz liefen, der irrt. Ein Film wie DIE STONEHENGE APOKALYPSE zeigt auf, dass es durchaus möglich ist jenes fragwürdige Niveau zu erreichen – ein irgendwie… perverses. Schließlich ist es kaum vorstellbar, dass man mit Filmen wie diesen überhaupt jemals vorhatte etwas zu erschaffen, was auch nur ansatzweise als ‚gut‘ zu bezeichnen ist. Und so läuft der Kampf der sich ständigen, gegenseitigen Unterbietung weiter…

Während einige Werke aus dem Hause THE ASYLUM aber einen höheren; man nenne es Party-Faktor aufweisen, bleibt DIE STONEHENGE APOKALYPSE über weite Strecken trocken – was ihm seiner letzten Unterhaltungsgrundlagen beraubt. Die hanebüchene Story ist eventuell noch ganz witzig – doch alles was darüber hinausgeht, ist kurz und knapp als filmischer Abfall zu bezeichnen. In inhaltlichen Belangen enttäuschen die flachen, völlig unmotivierten Charaktere; in optischen die miesen Spezialeffekte und plumpen Szenenaufbauten aus Pappmaschee. Während der Soundtrack absolut uninteressant ausfällt, sind es dann aber doch noch die Dialoge; die die Goldene Himbeere absahnen können. Markant und bezeichnend: selbst die Feststellung, dass ein ganzer Kontinent dem Erdboden gleich gemacht wird, wird hier zum sinnfreien Small-Talk. Das Ergebnis: von einer nennenswerten Katastrophenfilm-Atmosphäre fehlt jede Spur. Zahlreiche Filmfehler und Ungereimtheiten runden das Ganze dann nach unten hin ab.

Fazit: DIE STONEHENGE APOKALYPSE wird ihrem Namen durchaus gerecht – auch wenn letztendlich nur der Film selbst eine absolute Katastrophe geworden ist, die man besser mit allen Mitteln verhindert hätte. Was auch immer die Macher hier inspiriert hat, das Ergebnis kann schlicht auf keiner Linie überzeugen. Für einen spannenden Katastrophenfilm mit Sci-Fi-Elementen ist das Ganze schlicht zu plump, blödsinnig und überzeichnet ausgefallen – der Entstehung eines vielleicht nicht ganz so ernst gemeinten Katastrophen-Klamauks wirken die stets bierernste Herangehensweise sowie das heftige Over-Acting entgegen. So sind im besten Falle ein paar unfreiwillige Lacher drin, auch dank der unterirdischen deutschen Synchronisierung – doch das war es dann auch schon gewesen. Schlussendlich: zu mehr als zu einer optischen und akustischen Hintergrundberieslung reicht es in diesem Falle nicht.

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„Merlin würde sich im Grab umdrehen“

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