Metal-CD-Review: MANOWAR – Louder Than Hell (1996)

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Alben-Titel: Louder Than Hell
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: Heavy Metal
Label: Geffen Records

Alben-Lineup:

Eric Adams – Vocals
Scott Columbus – Drums, Percussion
Joey DeMaio – Bass, Keyboards
Karl Logan – Guitars

Track-Liste:

1. Return of the Warlord (05:19)
2. Brothers of Metal, Part 1 (03:55)
3. The Gods Made Heavy Metal (06:04)
4. Courage (03:49)
5. Number 1 (05:12)
6. Outlaw (03:22)
7. King (06:25)
8. Today Is a Good Day to Die (09:43)
9. My Spirit Lives On (02:10)
10. The Power (04:09)

Da kann die Hölle einfach nicht mithalten.

Man sollte meinen, dass LOUDER THAN HELL das zweite MANOWAR-Album mit der neuen, rechtzeitig zum letzten Album (THE TRIUMPH OF STEEL von 1992, Review) etablierten Besetzung gewesen ist. Doch weit gefehlt – es gab zwischenzeitlich einen erneuten Mitgliederwechsel. Für den eingesprungenen David Shankle an der Gitarre kam nun Karl Logan; und für Rhino an den Drums kehrte nun doch – und überraschenderweise – Scott Columbus zurück. Immerhin würden zumindest Eric Adams und Joey DeMaio die eiserne MANOWAR-Front bilden, komme was wolle – und so verspricht das gute vier Jahre nach dem eher durchschnittlichen TRIUMPH OF STEEL erschienene LOUDER THAN HELL einen erneuten (natürlich nur einen metaphorischen) Schlag in das Gesicht aller Poser und Möchtegern-Metaller.

Und genau den umschreiben MANOWAR auch mit den ersten zwei bis drei Tracks. Mit RETURN OF THE WARLORD, BROTHERS OF METAL PT.1 und THE GODS MADE HEAVY METAL spendiert man dem Hörer durch-und-durch MANOWAR-tyische Heavy Metal-Hymnen. Diese preisen folgerichtig entweder das Genre, die Musik MANOWAR’s oder aber die Götter höchstselbst – und richten sich gegen alle, die es mit ihrer Musik vielleicht nicht ganz so ernst meinen wie die kultigen Amerikaner. Das hat eine entsprechend energetische Wirkung – doch grundsätzlich bleiben alle drei Titel eher flach. Flach selbst für MANOWAR-Verhältnisse – da nicht nur die Textinhalte, sondern auch die instrumentalen Komponenten nur aus verdächtig simplen Zutaten bestehen. Auch scheinen sich etwaige Elemente (wie etwa das Riffing) schon in Bezug auf die ersten drei Nummern zu ähneln – musikalische Offenbarungen bleiben hier also absolut aus. Die Nummern funktionieren natürlich trotzdem – eigenen sich aber eher als vergleichsweise stumpfe Party-Anheizer. Doch dann wird es plötzlich doch noch richtig interessant: COURAGE ist eine bestens inszenierte, episch anmutende Ballade mit einer kultverdächtigen Gesangs-Performance von Eric Adams. Obwohl die Instrumentalkomposition in ihrer Gesamtheit ebenfalls eher simpel ausfällt, sorgen die relativ dezenten Keyboards und die ergreifende Melodie für das nötige Etwas.

Tatsächlich scheint die Hürde mit diesem Titel genommen – das Album wird (nach dem eher lauen Auftakt) besser und besser. Die Nummern selbst werden melodiöser, rockiger, fetziger; während sich auch einiges im Hinblick auf die einzelnen Leistungen an den Instrumenten bewegt. OUTLAW indes bringt noch einmal eine Extra-Portion Tempo an den Start – und erhält so einen (für MANOWAR sicher nicht alltäglichen) Speed Metal-Touch. NUMBER 1 und KING sind zwei absolut zufriedenstellende Metal-Nummern im stampfenden Midtempo inklusive starker Refrains und Soli, während sich TODAY IS A GOOD DAY TO DIE als reines Isntrumentalstück präsentiert. Zugleich ist es mit knapp 10 Minuten der längste Titel des Albums – hier kommt dann doch noch ein wenig der vorangegangen MANOWAR-Epicness zum Zuge, was das Ganze recht unterhaltsam und vor allem auch abwechslungsreich gestaltet. MY SPIRIT LIVES ON ist dann wieder das (offenbar längst obligatorische) Bass-Solo – das man vermutlich überspringen wird, kommt es nicht an die Qualität der früheren Intermezzi heran. Zudem gerät das Ganze gerade in den höheren Lagen recht herausfordernd, was das allgemeine Nervenkostüm betrifft. Gut also, dass man mit THE POWER einen würdigen Rausschmeißer inszeniert. Hier sprühen MANOWAR noch einmal vor Energie; auch wenn die vielleicht erhoffte Innovation, der markante Moment ausbleibt – und das Album so nicht wirklich an ein Werk wie KINGS OF METAL (Review) herankommt.

Fazit: LOUDER THAN HELL kann man am ehesten als feucht-fröhliches, unterhaltsames Party-Album bezeichnen. Viele Nummern sind recht simpel gehalten, und vor allem textlich erreicht man hier ein selbst für MANOWAR-Verhältnisse bodenloses Niveau. Die einzig Möglichkeit besteht daher darin, das Ganze mit einem deutlichen Augenzwinkern zu betrachten – ganz unabhängig davon, wie ernst es MANOWAR selbst gemeint haben. Gute Laune ist mit LOUDER THAN HELL also garantiert – und auch der allgemeine Soundeindruck weiß mit der soliden Abmischung, den auf die 80er getrimmten Gitarren und dem druckvollen Bass zu gefallen. Nur eine musikalische Offenbarung sollte man nicht erwarten – wer MANOWAR von ihrer wahrhaft epischen Seite erleben will; der sollte eher zu den früheren Alben greifen.

Anspieltipps: COURAGE, KING, THE POWER

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | MAJESTY | OMEN | WARLORD

80oo10

„Der perfekte Heavy Metal-Partyanheizer“

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