Kurz Reingeschaut: THE WALKING DEAD Staffel 4 (TV-Serie, 2013)

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Der Niedergang einer großartigen Zombie-Serie ?

Sie ist derzeit in aller Munde – die vierte Staffel von THE WALKING DEAD, der erfolgreichen Zombie-TV-Serie aus den USA. Auch dieses Mal scheinen wieder Millionen von Zuschauern einzuschalten, wenn es darum geht wie Rick und seine Gefolgschaft die Zombie-Apokalyspe überleben. Wie schon die dritte Staffel (Review hier) wird auch die vierte großzügige 16 Episoden umfassen, eine weitere Verlängerung um eine fünfte Staffel ist bereits bestellt. Eigentlich sollte das ein Grund zur Freude sein, zeigte besonders die erste Staffel auf, wie gut und vor allem spannend man grundsätzlich altbekannte Geschichten um Zombie-Invasionen und den damit verbundenen Überlebenskampf einiger Auserwählter auch heute noch erzählen kann. Doch gibt es ein Problem, welches aller Wahrscheinlichkeit nach auch mit eben jener schieren Episodenzahl zu tun hat: THE WALKING DEAD büßt immer mehr von der Anfangs etablierten Faszination ein.

Dass das Konzept der Serie etwas anders aussehen würde als bei manch anderen, wurde indes bereits mit der zweiten Staffel klar. Hier entdeckte die Gruppe um Rick einen abgelegenen Hof, welcher von einem alten Mann und seiner Familie bewohnt wurde. Die nahmen die verzweifelt umherziehenden kurzerhand auf – und gewährten ihnen einen vorerst sicheren Unterschlupf, wenn sie sich nur entsprechend an der allgemein anfallenden Arbeit beteiligen würden. Die Folge: ein Großteil der zweiten Staffel spielte sich allein auf besagtem Hof ab, was für manchen Fan der vergleichsweise bewegteren (im wahrsten Sinne des Wortes) ersten Staffel bereits eine kleine Herausforderung darstellte. Doch THE WALKING DEAD besann sich kurzerhand auf andere Stärken, und erzählte die Zombie-Apokalypse aus einer anderen, inszenatorisch eher ruhigen Sicht – während es im  inneren der Charaktere weiterhin brodelte. Anders gesagt: der allgemeine Fokus bewegte sich langsam weg von den allgemeinen Folgen der apokalyptischen Ereignisse, und beschränkte sich auf eine vergleichsweise kleine Anzahl von Personen. Doch auch das funktionierte hier überraschend gut, schließlich erhielt man als Zuschauer erstmals explizite Einblicke in die Seelenwelten der Charaktere, und konnte miterleben wie sich zwei Gruppen in Zeiten des vermeintlichen Friedens organisieren und miteinander interagieren. Bereits hier war jedoch Vorsicht geboten: die Serie drohte, etwaige Inhalte allzu sehr zu strecken und immer weniger frische Ideen zu liefern.

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Der Zaun… eines der vielen ’spannenden‘ Probleme in der vierten Staffel von THE WALKING DEAD. Seriously ?

Eben jene Befürchtungen wurden dann spätestens mit der umfangreichen dritten Staffel wahr, die kaum noch etwas von einstigen Flair der Serie erhalten konnte; und sich stattdessen andauernd wiederholte. Die Zombie-Bedrohung wurde zum Alltag – so festgefahren die Charaktere waren, so festgefahren schien die Entwicklung der Zombie-Problematik im allgemeinen. Allein die Tatsache, dass sich die eigentlichen Protagonisten über die gesamte dritte Staffel in einem Gefängnis aufhalten würden, konnte man nicht gerade als spannungsförderndes Element betrachten. Dieses, und noch viele andere (ausführlich begründete) Unannehmlichkeiten der dritten Staffel führten im Review dazu, dass sie nur noch eine Wertung von 40 Prozentpunkten erreichen konnte – eine echte Enttäuschung nach den doch überraschend guten 85 Punkten für die erste und zweite Staffel.

Und dann das: auch die vierte Staffel scheint (nach 6 bisher gesichteten Episoden) kaum Veränderungen vorzusehen. Im Gegenteil, man scheint sich geradezu in den Schwächen der dritten Staffel verstrickt zu haben, und sie immer weiter auszuführen. Man kommt einfach nicht voran – das Erzähltempo wird immer behäbiger, wirklich einschlägige Ereignisse bleiben aus. Stattdessen nimmt die Anzahl der sogenannten Lückenfüller-Episoden zu; und etwaige neue Ideen wirken enorm gezwungen. Als ein Beispiel sei hier die Epidemie zu Beginn der vierten Staffel genannt – die einerseits dazu führt, dass man die immer gleichen Gefängnismauern abermals nur von innen zu sehen bekommt; andererseits und kurioserweise nur jene dahinrafft, die gerade erst am Ende der dritten Staffel (als ‚Überlebende aus Woodbury) eingeführt wurden. Das ist geradezu peinlich, und sollte dem nunmehr eingespielten Team der Mitwirkenden (Stichwort Drehbuchautoren) an THE WALKING DEAD eigentlich nicht passieren. Alles, was noch darüber hinaus passiert (seltene Erkundungstouren oder Besorgungen) ist ebenfalls nicht unter der Kategorie erzählerisch oder inszenatorisch einfallsreich einzuordnen.

Irgendetwas muss geschehen – ansonsten droht THE WALKING DEAD ein (qualitativer) Fall ins absolut bodenlose. Eine kleine Kuriosität, da man dies in Anbetracht der guten ersten Staffel alles andere als absehen konnte. Warten wir die restlichen Folgen der vierten Staffel ab – doch wenn es so weitergeht wie bisher, dann sollte selbst die bereits klägliche Wertung für die dritte Staffel noch unterboten werden können. Leider…

„Der Hype war anfangs berechtigt – nun ist er nur noch peinlich.“

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