Metal-CD-Review: MANOWAR – Kings Of Metal (1988)

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Alben-Titel: Kings Of Metal
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: Heavy Metal
Label: Atlantic Records

Alben-Lineup:

Joey DeMaio – Bass,  Piccolo
Ross The Boss – Guitars, Keyboards
Scott Columbus – Drums, Percussion
Eric Adams – Vocals

Track-Liste:

1. Wheels of Fire (04:11)
2. Kings of Metal (03:43)
3. Heart of Steel (05:10)
4. Sting of the Bumblebee (02:45)
5. The Crown and the Ring (Lament of the Kings) (04:46)
6. Kingdom Come (03:55)
7. Hail and Kill (05:54)
8. The Warriors Prayer (04:20)
9. Blood of the Kings (07:30)

Die unerfindlichen Wege eines Kriegers.

Bis 1987 hatten die US-Amerikanischen True Metaller von MANOWAR bereits 5 mehr oder weniger durchschlagskräftige Studioalben (siehe hier) veröffentlicht. Um das erste MANOWAR-Jahrzehnt der 1980 gegründeten Band nun noch krönend abzuschließen, schickte man 1988 KINGS OF METAL ins Rennen. Ein Album mit einem vielleicht gewagten Titel, der sich auf das bisher Erreichte bezog – und noch einmal eindringlichst die hart erkämpfte Stellung der Band postulierte. Aus der Sicht der Band, versteht sich – doch immerhin konnten sich MANOWAR auch auf die stetig wachsende Fangemeinde verlassen; die sicherlich nichts dagegen einzuwenden hatte dass sich ihre ‚Helden‘ nun auch als Könige des von ihnen heißgeliebten Genres bezeichneten. Doch wird das Album den großen Versprechen auch gerecht ?

KINGS OF METAL setzt wie auch schon der Vorgänger FIGHTING THE WORLD auf möglichst eingängige Genre-Hymnen; hie und da abgewechselt durch etwas episch-getragenere Nummern. Und doch liegen zwischen den beiden Veröffentlichungen… Kontinente, nicht Welten. Das auf KINGS OF METAL dargebotene Material klingt im direkten Vergleich einfach deutlich stilsicherer – das heißt vor allem härter, rauer und energetischer. Wo man zuvor noch in eine Art Halbschlaf gefallen war, regiert nun wieder die pure Manneskraft – was sich vor allem in den schrofferen Riffs, dem gesteigerten Tempo und der herrlich raubeinigen, dabei aber stets majestätischen Leistung von Leadsänger Eric Adams niederschlägt. Der wandert auch hier die Tonleiter rauf und runter; flüstert, schreit – immer so, dass es eine wahre Freude ist. Anders ausgedrückt: KINGS OF METAL hat einfach deutlich mehr Bumms. Auch wenn alles andere bei einem Alben-Titel wie diesem auch reichlich fatal wäre; sorgten und sorgen die Schwert-schwingenden Recken also doch noch für eine positive Überraschung.

Das heißt zwar noch lange nicht, dass die 10 enthaltenen Titel auch inhaltlich auffällige Zugewinne zu verzeichnen haben – doch wer will das schon bei einem Release wie diesem ? Denn immerhin hat sich musikalisch einiges getan; vielleicht sogar so viel, dass MANOWAR mit KINGS OF METAL alles bisher dagewesene in den Schatten stellen. Zumindest was die allgemeine Vielfalt angeht: so abwechslungsreich und sich in alle Richtungen austobend hat man die Band bis dato einfach noch nicht erlebt. Vom typischen, Riff-domiertem Kracher (WHEELS OF STEEL) über tatsächlich zu 100% funktionierende Balladen (HEART OF STEEL) bis hin zu durch-und-durch epischen Stampfern (KINGDOM COME) ist alles vertreten. Natürlich bleibt es nicht aus, dass auch hier mal eine etwas schwächere Nummer dazwischenfunkt (wie etwa der arg simple Titeltrack oder das makabere THE WARRIORS PRAYER) – doch insgesamt wirkt das Konzept gut durchdacht. Weiterhin sorgt es dafür, dass das Album kaum Längen aufweist; indem man sich von Titel zu Titel vorarbeitet und dabei immer wieder Steigerungen bzw. spannende Alternierungen erlebt.

Durch die gesteigerte Bandbreite rücken nun auch die einzelnen Instrumente deutlicher in den Fokus – ein jedes Mitglied bekommt hier hinreichend Möglichkeiten, sein Können zur Schau zu stellen. In dieser Hinsicht darf natürlich auch das obligatorische Bass-Solo nicht fehlen – dieses Mal in Form des verrückten STING OF THE BUMBLEBEE, bei welchem man sich bei Rimsky Korsakoff’s Flight of the Bumblebee bedient hat. Das ist ungewöhnlich, klingt aber sehr ansprechend – und macht auch diesen Solo-Track nicht zu einem Skip-Kandidaten (wie noch auf den Alben zuvor). Neben den wie immer stilsicheren, dieses Mal noch etwas variableren Gitarren bekommt nun auch das Keyboard eine wesentlich größere Bühne – ja, auch eine Band wie MANOWAR kann auf derlei Stilmittel setzen. Warum auch nicht, wenn das Ganze relativ dezent ausfällt und die ohnehin epische Wirkung noch zu unterstützen vermag (wie in THE CROWN AND THE KING) ? Selbige Nummer kommt zudem mit einem Chor daher, der sich etwas wegbewegt von der allgemeinen Hinterhof-Attitüde – und in etwa zu verstehen gibt, was mit dem Begriff des epischen Heavy Metals gemeint sein könnte.

Fazit: Nach dem eher behäbig-rockenden und etwas gleichförmigen FIGHTING THE WORLD konnten MANOWAR mit KINGS OF METAL wieder richtig auftrumpfen. Einem Album, welches den hoch gegriffenen Titel durchaus verdient – zeigt es auf, wie abwechslungsreich und dennoch aussagekräftig ein Metal-Album wie dieses ausfallen kann. Anders gesagt: das Album hat ‚Eier‘ – nicht nur in den Momenten die bestens dafür ausgelegt sind, sondern auch in den eher ruhigen oder gar balladesken. Eine kräftig-wohlklingende Produktion, die in der bisherigen MANOWAR-Diskografie ebenfalls ihresgleichen sucht, rundet das Ganze perfekt ab. Schade nur, dass sich doch 2 oder 3 deutlich schwächere Nummern eingeschlichen haben – ansonsten könnte man problemlos die volle Wertung vergeben.

Anspieltipps: WHEELS OF FIRE, KINGDOM COME, HAIL AND KILL

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | MAJESTY | OMEN | WARLORD

90button

„Dem Metal-Thron tatsächlich recht nah gekommen.“

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