Metal-CD-Review: BANE OF WINTERSTORM – The Last Sons Of Perylin (2013)

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Alben-Titel: The Last Sons Of Perylin
Künstler / Band: Bane Of Winterstorm (mehr)
Land: Australien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Limb Music GmbH

Alben-Lineup:

Alberto Di Biase – Drums
Othorion – Guitars, Vocals
Aranon – Vocals
Morthion – Vocals, Guitars, Bass, Keyboards
Tristan Petersön – Bass

Track-Liste:

1. The Black Wind of Morthion (10:33)
2. The Curse of Mithren’s Ring (07:26)
3. The Ancient Ritual of Räkth (06:37)
4. The Warlord’s Last Ride (05:05)
5. The Last Sons of Perylin (16:10)

Genre-Fans aufgepasst.

Das wohl überraschendste Release des bewegten Metal-Jahres 2013 kommt von BANE OF WINTERSTORM – zumindest, wenn es um das Sub-Genre des Symphonic Power Metals geht. Die Band stammt aus Australien, existiert erst seit 2009 – und hat dennoch bereits im Vorfeld der Veröffentlichung klargemacht (siehe u.a. hier), dass der Sound auf THE LAST SONS OF PERYLIN nach allem klingen würde; nur nicht nach dem einer durchschnittlichen Newcomer-Band. Das liegt sicherlich auch daran, dass die einzelnen Mitglieder tatsächlich gar keine Genre-Frischlinge sind – sondern jeweils eine ansehnliche Erfahrung aus anderen Projekten mitbringen. Aber reicht es wirklich für eine Revolution, oder zumindest eine Bereicherung des Genres ? Offenbar schon – nicht von ungefähr hat man sich für die Debüt-Single niemand geringeren als DRAGONLAND-Sänger Jonas Heidgert ins Boot geholt; der wohl auch nicht bei jedem x-beliebigen Projekt mitwirken würde.

THE LAST SONS OF PERYLIN in nur wenigen Worten zu beschreiben, fällt schwerer als gedacht. Doch bereits das Cover und das Titel-Konzept geben einen ersten Hinweis auf die potentielle Intensität des Albums; was sich in diesem Falle eindeutig nicht als Trugschluss herausstellt. Denn: die 5 enthaltenen Titel sind tatsächlich nicht weniger als üppig-anspruchsvolle Epen, die das Herz eines jeden Genre-Fans höher schlagen lassen werden. Und das mit einer Schlagkraft, die ihresgleichen sucht. Selten klang ein Album so düster und brachial – und gleichzeitig doch melodisch, mächtig und erhaben. Die generell etwas härtere Gangart, die sich vor allem durch vorherrschende Dramatik, allerlei Growls und die aggressiven Gitarren auszeichnet; wird hier mit den Vorzügen etwaiger symphonischer Elemente verbunden – die das Unterfangen ebenso auflockern wie dramaturgisch untermalen. Und das absolut gekonnt: kitschig, künstlich oder gar weichgespült klingt hier nichts. Stattdessen bestimmen druckvolle und extrem wirksame Arrangements das allgemeine Klangbild. Das besondere: ein jeder Titel scheint dabei perfekt ausstaffiert, ohne überladen zu wirken. Es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken; auch oder gerade nach mehreren Durchläufen – und doch fällt der Zugang relativ leicht; man steigt nur allzu gerne in den hier inszenierten Alben-Kosmos ein.

Dass das so gut funktioniert, liegt schlicht auch am guten Konzept und der durchdachten Ausführung: war sind nur 5 Titel enthalten, doch summieren sich die einzelnen Spielzeiten letztendlich doch auf eine Gesamtspieldauer von knapp 45 Minuten; was weder zu kurz noch zu lang ist. Zudem stellen sich die einzelnen Titel als äußerst vielschichtig und abwechslungsreich heraus – sodass eine jede der 45 Minuten auch intensiv genutzt wird. Es gibt zahlreiche Variationen, Stimmungswechsel, Höhepunkte – nur still oder unspektakulär, das wird es nie. Bleibt eigentlich nur ein Problem: es gibt kaum Zeit zum Luft holen. Ein kurzes Zwischenspiel hier, ein kürzerer Track (immerhin, THE WARLOD’S LAST RIDE kommt auf ’nur‘ 5 Minuten) oder mal etwas ganz anderes dort – ein klein wenig Auflockerung hätte dem Album sicherlich gut getan. Eben so, wie es auch die Kollegen von DRAGONLAND und Co handhaben; indem sie zumindest ein Intro, Interludien, Outros oder auch mal eine Ballade einstreuen. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau, und sicherlich auch eine enorme Geschmacksfrage.

Fazit: Ein Album wie eine Offenbarung – gegen BANE OF WINTERSTORM sehen selbst eingefleischte Symphonic Metal-Meister wie RHAPSODY OF FIRE ganz plötzlich alt aus. Das, was die Italiener schon seit längerem an Innovation und Atmosphäre vermissen lassen; findet sich nun auf einem Album von 5 Australiern wieder. Einem Debütalbum, wohl bemerkt – doch wird man kaum Verbesserungspotential entdecken, die Luft nach oben ist ganz, ganz dünn. Das einzig problematische dürfte somit sein, dass sich BANE OF WINTERSTORM die Messlatte für kommende Releases selbst verdammt hoch gelegt haben – doch sei es drum. Ein Album wie dieses kann man einfach nur verschlingen; es lässt Genrefreunden keine Wünsche offen. Wer schon immer mit der Musik von DRAGONLAND und Konsorten liebäugelte, wird mit BANE OF WINTERSTORM nun ein weiteres Projekt zu seinen Favoriten zählen können.

Anspieltipps: ALLE

Vergleichsbands: DRAGONLAND | RHAPSODY OF FIRE

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„Ausdrucksstärker und musikalisch intensiver geht es kaum.“

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