Metal-CD-Review: MANOWAR – Fighting The World (1987)

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Alben-Titel: Fighting The World
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: True / Heavy / Power Metal
Label: Atco Records

Alben-Lineup:

Eric Adams – Vocals
Scott Columbus – Drums, Percussion
Joey DeMaio – Bass, Songwriting
Ross the Boss – Guitars, Keyboards, Songwriting

Track-Liste:

1. Fighting the World (03:53)
2. Blow Your Speakers (03:43)
3. Carry On (04:19)
4. Violence and Bloodshed (04:01)
5. Defender (06:05)
6. Drums of Doom (01:16)
7. Holy War (04:44)
8. Master of Revenge (01:34)
9. Black Wind, Fire and Steel (05:17)

MANO-mäßig… simpel.

FIGHTING THE WORLD war das erste MANOWAR-Album, dass mit der Tradition der regelmäßigen, jährlichen Veröffentlichungen der US-Kultband brach. Dieses Mal hatte es immerhin knappe 3 Jahre gebraucht, bis ein Nachfolger zum entsprechenden Vorgänger (SIGN OF THE HAMMER – Review) auf den Markt geworfen wurde. 

Die Überraschung folgt sogleich: obwohl es keinen Besetzungswechsel gab, hat FIGHTING THE WORLD kaum noch etwas mit dem Vorgänger am Hut. Sicher, MANOWAR bleiben sich auch in diesem Fall treu, was ein dehnbarer Begriff ist – doch schien man sich hier wieder deutlicher am rockigen Sound des Debütalbum BATTLE HYMNS anzulehnen. Stellvertretend dafür stehen die drei Einstiegsnummern FIGHTING THE WORLD, BLOW YOUR SPEAKERS und CARRY ON – drei eher luftige, eingängig-rockige Titel; die nur noch wenig von der Kraft und dem Tempo des Vorgängers SIGN OF THE HAMMER mitbringen. Das heißt indes noch nichts schlechtes, schließlich ist das MANOWAR-Lager seit jeher quasi gespalten: manche wissen eher jene zünftigen, gute-Laune-Rocknummern zu schätzen, andere eher den durch-und-durch epischen Bombast.

Aber auch nach dem auffallend unbeschwerten Einstieg bleibt FIGHTING THE WORLD irgendwie… anders. Anders, als man es bisher von MANOWAR gewohnt war. Die Titel gehen sofort runter wie Öl, was den Zugang dementsprechend erleichtert. Das mag für die allgemeine Hymnen-Tauglichkeit der Band sprechen – doch fallen die Kompositionen hier schon wesentlich simpler aus als noch zuvor. Auf der einen Seite gibt nicht mehr allzu viele Variationen oder spannende Entwicklungen – und auf der anderen scheinen sich auch die einzelnen Mitglieder zurückgehalten zu haben. Eric Adams ist nach wie vor markant – doch längst nicht mehr so wild, frech und einzigartig wie auf allen 4 vorherigen Alben. Allerdings wird die Reduktion des bis dato einzigartigen, abwechslungsreichen und teilweise epischen MANOWAR-Sounds noch auffälliger, wenn man sich die Instrumentalparts ansieht. Die fallen hier deutlich unspektakulärer, wenn man so will austauschbarer aus. Gerade die Riffs und Drums wirken zwar noch immer versiert; aber allgemein eher lustlos und uninspiriert – selbst die Soli zeugen nicht mehr von der ehemaligen Kraft der Urgesteine. Eine Befürchtung, die nicht von ungefähr kommt: ausgerechnet mit FIGHTING THE WORLD schienen sich MANOWAR immer mehr jenem Stil anzunähern, mit dem die Band nie etwas am Hut haben wollte.

Daher wirken sich auch die beiden auf FIGHTING THE WORLD vertretenen Zwischenspiele DRUMS OF DOOM und MASTER OF REVENGE eher schlecht als recht aus. Nicht nur, weil die anderen Titel einfach nicht hochkarätig genug sind um derlei ‚atmosphärische Pausen‘ zu rechtfertigen – sondern auch, da ausgerechnet jene Interludien vergleichsweise unkonventionell und brachial (MASTER OF REVENGE) ausgefallen sind. Sie machen Lust auf das, was noch folgen würde – doch selbst das episch anmutende HOLY WAR vermag es nicht, aus dem Schatten der bisherigen MANOWAR-Kompositionen herauszustechen. Dennoch handelt es sich um einen der besten Titel des Albums – zusammen mit dem antreibenden VIOLENCE AND BLOODSHED (tolle Atmosphäre und ein Eric Adams in Höchstform) und eventuell noch dem Rausschmeißer BLACK WIND, FIRE AND STEEL. Hier treffen noch einmal Kraft, Tempo und Variation aufeinander – mit dem eingängigen Refrain und der ansprechenden Soli-Passage garniert, kommt hier noch einmal ordentlich Spannung auf. Mit DEFENDER (das in seiner epischen Erzählweise an DARK AVENGER vom Debütalbum erinnert) sowie CARRY ON (dem besten der ersten drei Titel) gesellen sich noch zwei leicht überdurchschnittliche Nummern hinzu – was im Endeffekt nicht viel ist bei einem gerade einmal 7-Titel starken Album (zählt man die Interludien nicht hinzu).

Fazit: FIGHTING THE WORLD ist kurz, aber nicht so knackig wie erwartet ausgefallen – 2 oder 3 sehr starke Titel vermengen sich hier mit jeweils 2 durchschnittlichen, 2 eher nicht nennenswerten und 2 überflüssigen Interludien. Gerade im Vergleich zum Vorgänger SING OF THE HAMMER stellt sich so eine mittelprächtige Enttäuschung ein – auch, da die epischen Anteile deutlich zugunsten von etwas mainstreamigeren, zugänglicheren Elementen zurückgefahren wurden. Natürlich handelt es sich noch immer um ein mehr als nur durchschnittliches Metal-Album – doch die einst etablierte Qualität konnten MANOWAR hier nicht halten.

Anspieltipps: CARRY ON, VIOLENCE AND BLOODSHED, HOLY WAR

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | OMEN | DIO | MANILLA ROAD

75oo10

„Nach den 4 vorherigen Alben eine zumindest dezente Enttäuschung“

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