Metal-CD-Review: MANOWAR – Sign Of The Hammer (1984)

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Alben-Titel: Sign Of The Hammer
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: True / Heavy / Power Metal
Label: Ten Records

Alben-Lineup:

Ross the Boss – Guitars, Songwriting (track 6)
Joey DeMaio – Bass, Songwriting (1-8)
Eric Adams – Vocals
Scott Columbus – Drums

Track-Liste:

1. All Men Play on 10 (04:01)
2. Animals (03:34)
3. Thor (The Powerhead) (05:24)
4. Mountains (07:39)
5. Sign of the Hammer (04:19)
6. The Oath (04:54)
7. Thunderpick (03:32)
8. Guyana (Cult of the Damned) (07:10)

MANOWAR goes Power Metal.

SIGN OF THE HAMMER, das vierte Studioalbum der US-Amerikanischen Metal-Kultband MANOWAR, erschien kurioserweise gerade einmal 3 Monate nach dem ebenfalls 1984 veröffentlichten HAIL TO ENGLAND (Review). So schnell die Truppe um Joey DeMaio in den frühen 80ern auch Material ablieferte, so endlos schienen das Potential und die Ideen – was sicherlich mit ein Grund dafür ist, dass zwischen den beiden Alben zeitlich zwar nur drei Monate, musikalisch aber Welten liegen. HAIL TO ENGLAND war ein insgesamt eher düsteres und schwergängiges, experimentelleres MANOWAR-Album für Fans (für die gab es sogar eine extra-Hymne) – SIGN OF THE HAMMER dagegen geht schon wesentlich mehr in die Richtung, für die MANOWAR auch heute noch berühmt und beliebt sind; und knüpft damit an den markanten Eindruck des 83’er Vorgängers INTO GLORY RIDE an.

Ein markanter Unterschied zu alle bisherigen MANOWAR-Alben lässt sich schlicht in der allgemeinen Gangart der Titel entdecken: SIGN OF THE HAMMER klingt exakt so, wie es der Alben-Titel verspricht. Nicht nur, dass grundsätzlich alle Nummern – getreu des Versprechens eines musikalischen Hammerschlages – markant und kräftig klingen, auch das Tempo wird hie und da erstmals deutlich angezogen. Gleichzeitig erscheint die Produktion wesentlich aussagekräftiger, bestimmter, organischer – sodass die Symbiose aus Schlagzeug, Bass und Gitarren nach dem eher verwaschenen Eindruck von HAIL TO ENGLAND wieder richtig zur Geltung kommt. Gesanglich gibt es nach wie vor nichts zu bemängeln, Eric Adams glänzt auch auf SIGN OF THE HAMMER. Vielleicht nicht mehr ganz so markant und nachhaltig wie zuvor; was auch daran liegen könnte das er allgemein etwas gemäßigter auftritt – aber dennoch. Sein Stimmvolumen ist beeindruckend, und in den ein oder anderen Powerscream-Momenten hagelt es wieder reichlich Gänsehaut.

Neben der vorteilhaften Produktion und den abermals super-soliden Leistungen jedes einzelnen Bandmitglieds liegt der größte Vorteil von SIGN OF THE HAMMER jedoch darin begründet, dass hier alle 8 Titel durchgängig zu überzeugen wissen; es sich so gesehen um eine besonders hochwertige Ansammlung von MANOWAR-Hits handelt. Auch wenn einige davon etwas schwächer (wie eventuell All MEN PLAY ON 10), andere wiederum erheblich stärker ausfallen ist man einfach alles andere als geneigt, die Skip-Taste zu betätigen. Ist man indes auf der Suche nach den wahren Highlights des Albums, so muss man ebenfalls nicht lange warten. Denn bereits mit Titel Nummer 3, THOR (THE POWERHEAD), kommt es zum ersten epischen Paukenschlag des Albums. Hier handelt es sich um eine Hymne, wie sie im Buche steht – mit allen dazugehörigen, markant zur Schau gestellten Elementen. Es gibt Tempowechsel, grandiose Soli-Parts, epische Hintergrundgesänge; und nicht zuletzt einen starken Leadgesang, welcher die vergleichsweise simplen, später genretypischen Lyrics mit einer enormen Glaubwürdigkeit und reichlich Schmackes präsentiert. Als i-Tüpfelchen fungiert dann auch noch ein glatt 30-sekündiger Scream – einmalig.

Selbst das balladesk angehauchte MOUNTAINS stellt sich durch den gelungenen Gesang, den markanten Bass-Part und den mächtigen Refrain als Highlight heraus – bevor es dann mit SIGN OF THE HAMMER zu einem Titeltrack kommt, der sich diese Bezeichnung auch verdient hat. Ein wenig in der Tradition von THOR gehalten, vermag es die Nummer selbst eben genannte locker zu übertreffen – zumal die Abwechslung größer ist, das Teil einfach mehr Biss und interessante Variationen zu bieten hat. Selbst die verzerrte ‚Dämonenstimme‘ passt nun wesentlich besser ins Gesamtbild als noch auf HAIL TO ENGLAND. Doch auch THE OATH hat einiges anzubieten – und das nicht nur, da es sich um den wohl schnellsten Titel des gesamten Albums; wenn nicht gar MANOWAR’s bis dato schnellsten Titel überhaupt handelt. Das Riffing und der Bass sind außergewöhnlich, verleihen dem Ganzen eine wunderbar antreibende Note – wie auch Eric Adams energetische Performance. Und dann das: der Soli-Part von Ross ‚The Boss‘ Friedman schlägt einfach alles bisher dagewesene; zumindest auf MANOWAR bezogen. THUNDERPICK ist dann wie schon BLACK ARROWS vom Vorgänger ein reines Instrumental-Intermezzo, welches die Fähigkeiten von Joey DeMaio am Bass zur Schau stellt – nur, dass es dieses Mal tatsächlich hörbar, und längst nicht so nervtötend ausfällt. GUYANA (CULT OF THE DAMNED) rundet das Ganze – in Form einer bemerkenswerten Geschichtsstunde – wunderbar ab.

Fazit: Auch wenn die Meinungen weiterhin auseinander gehen werden; vieles spricht dafür, dass SIGN OF THE HAMMER das beste der bis dato (das heißt, 1984) veröffentlichten MANOWAR-Alben ist. Die Abwechslung und Vielfalt ist enorm: neben einer (funktionierenden) ‚richtigen‘ Ballade gibt es nun auch erstmals eine Reihe von schnelleren Songs; was die Bandbreite doch merklich ausdehnt. Zusätzlich zu den MANOWAR-typischen Heavy Metal-Hymnen – die zwar simpel aber doch wirkungsvoll ausfallen – serviert man mit THOR, SIGN OF THE HAMMER und GUYANA zudem auch drei schier unantastbare Epen, welche allein für eine Kaufempfehlung sorgen. Aber auch die Leistungen hinsichtlich des Leadgesangs, des Basses und der Gitarren muss – wieder einmal – deutlich hervorgehoben werden. In Bezug auf die beiden letzteren Posten sogar noch mehr als je zuvor. Alles in allem eine starke Mischung – die niemals Langeweile aufkommen lässt, und durch die passende Produktion entsprechend untermalt wird.

Anspieltipps: ANIMALS, THOR, SIGN OF THE HAMMER, THE OATH

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | OMEN | DIO | MANILLA ROAD

80button

„Vielleicht das Beste der ersten vier MANOWAR-Alben“

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