Metal-CD-Review: MANOWAR – Hail To England (1984)

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Alben-Titel: Hail To England
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: True / Heavy / Power Metal
Label: INAR Music

Alben-Lineup:

Eric Adams – Vocals
Scott Columbus – Drums
Ross the Boss – Guitars
Joey DeMaio – Bass

Track-Liste:

1. Blood of My Enemies (04:13)
2. Each Dawn I Die (04:16)
3. Kill with Power (03:55)
4. Hail to England (04:24)
5. Army of the Immortals (04:24)
6. Black Arrows (03:03)
7. Bridge of Death (08:58)

Das dritte Album der Kult-Amerikaner.

Die 80er Jahre waren die aktive Zeit von MANOWAR – und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass nach dem 1983 veröffentlichten INTO GLORY RIDE (Review) alsbald ein weiteres Studioalbum folgen sollte. HAIL TO ENGLAND kam exakt ein Jahr später auf den Markt, und beinhaltet wie der Vorgänger 7 Heavy Metal-Titel, die das Genre maßgeblich beeinflussten. Zumindest ist es das, was man allgemein sagt.

In den ersten Momenten wirkt HAIL TO ENGLAND eher nicht wie ein Album, welches direkt auf den Vorgänger aufbaut – sondern vielmehr wie eine Art Nebenprojekt, ein launemachendes Zwischenspiel. Dafür spricht auch die Gesamtlaufzeit des Albums, welche sich gerade einmal auf eine knappe halbe Stunde beläuft. Und obwohl der Raum für die einzelnen Titel so recht knapp bemessen ist, klingen sie insgesamt nicht minder episch, wuchtig oder ungekünstelt-schwermetallisch als auf dem (sehr guten) Vorgänger. Allerdings hat sich vor allem hinsichtlich des Sounds etwas getan – ob diese Entwicklung in eine wünschenswerte oder eher nachteilige Richtung geht, sei einmal dahingestellt. Der Bass und ganz besonders das Schlagzeug kommen durch die Produktion nicht mehr so gut weg, die Riffs nehmen nun einen Großteil der Klangkulisse ein – was an und für sich gut ist, aber… HAIL TO ENGLAND klingt noch ungeschliffener, als es einem Rohdimanten zuträglich wäre. Es schrammelt und kratzt an allen Ecken und Enden, der Sound wirkt stellenweise verwaschen und wenig aussagekräftig. Fans des Genres werden dies im besten Fall als Vorteil ansehen; eine Maßnahme die die allgemein ‚dreckige‘ und raue Gesamtwirkung noch unterstützt – andere könnten zumindest im Hinblick auf die Gesamtwirkung auf eine harte Probe gestellt werden.

Das beste Beispiel dafür ist sicherlich das recht merkwürdige BLACK ARROW – ein 3-minütiges Intermezzo aus wildem, schnellen Bassgeschrammel. Das klingt indes nicht besonders kräftig oder virtuos; sondern gerät durch die heftigen (und gewollten) Sound-Verzerrungsmaßnahmen arg gewöhnungsbedürftig. Mehr noch: möglicherweise handelt es sich um den ersten wirklichen Skip-Track in der Geschichte MANOWAR’s, es sei denn man will seinen (nicht-MANOWAR-hörenden) Freunden mal wieder etwas wirklich kurioses bieten. Aber auch sonst wissen die Tracks nicht so sehr zu fesseln, zu begeistern; den Hörer für eine Lebenseinstellung zu sensibilisieren wie auf den beiden Vorgängern. Bis auf ein oder zwei wirkliche starke Ausnahmen (BLOOD OF MY ENEMIES, KILL WITH POWER) bewegen sich die Nummern eher im Mittelfeld – oder so gesehen im Fahrwasser der weitaus markanteren, bis 1984 schon veröffentlichten MANOWAR-Titel. Die gesangliche Leistung von Eric Adams ist indes wieder einmal beeindruckend – besonders in den freieren, ungezwungeneren Momenten a’la ARMY OF THE IMMORTALS – eine sonst aber recht simple Hymne, die allen MANOWAR-Fans gewidmet ist.

Fazit: Wäre da nicht der Gesang und hie und da einige nette Soli-Passagen (Gitarre – nicht Bass), so könnte man HAIL TO ENGLAND noch eher vernachlässigen als ohnehin schon. Zweifelsohne handelt es sich hier nicht um MANOWAR’s stärkstes Album, im Vergleich mit dem Vorgänger bewegte man sich eher einen Schritt zurück. Die allgemein etwas düstere Stimmung weiß zwar zu gefallen; besonders wenn sie dann doch noch mit Brechern wie dem Opener oder KILL WITH POWER aufgelockert wird – doch auf der Gegenseite finden sich vergleichsweise erschreckend wenige Ideen, die das Album aus der Masse an MANOWAR-Veröffentlichungen herausstechen lassen würden. Und: mit Ausnahme von BLOOD OF MY ENEMIES auch keine nachhaltig wirkende, typische MANOWAR-Hymne; selbst das vermeintlich episch-getragene BRIDGE OF DEATH kann aufgrund der ständigen Riff-Wiederhohlungen und der fehlenden Progression nicht wirklich überzeugen. Hinzu kommen einige störende Elemente, die sich nicht so gut in das Gesamtbild einfügen (peinlich verzerrte Erzählstimmen, musikalische Wiederholungen trotz geringer Spielzeit) und ein insgesamt etwas kraftloserer Eindruck, der nicht zuletzt von der matschigen Produktion herrührt. Nur für beinharte Fans, MANOWAR-Neulinge versuchen es besser mit dem Vorgänger.

Anspieltipps: BLOOD OF MY ENEMIES, KILL WITH POWER

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | OMEN | DIO

65oo10

„Kurz und knackig – aber sicher nicht das Beste, was MANOWAR zu bieten haben.“

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