Metal-CD-Review: KELDIAN – Outbound (2013)

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Alben-Titel: Outbound
Künstler / Band: Keldian (mehr)
Land: Norwegen
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Galactic Butterfly Music

Alben-Lineup:

Christer Andresen – Bass, guitars, vocals (lead)
Arild Aardalen – Keyboards, vocals (additional)

Track-Liste:

1. Burn the Sky (04:21)
2. Earthblood (05:04)
3. Never Existed (04:12)
4. Morning Light Mountain (07:06)
5. Kepler and 100 000 Stars (05:05)
6. The Silfen Paths (11:56)
7. Run For Your Life (03:22)
8. A Place Above the Air (04:16)
9. F.T.L. (06:45)

Ein halbes Jahrzehnt des Wartens ist vorüber.

Eigentlich begann die Erfolgsgeschichte jener 2-köpfigen Band, die man heutzutage als KELDIAN kennt; schon vor vielen Jahren. Nachdem die beiden Gründungsmitglieder Christer Andresen und Arild Aardalen seinerzeit in mehreren musikalischen Bands und Projekten involviert waren, kam es im Zuge eines dieser Projekte (PROTOS NEMESIS) erstmals zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit. 2003 wurde eine Demo mit dem Titel BURDEN OF DREAMS veröffentlicht, 2005 dann eine weitere (SALVATION FOR THE GUILTY) – allerdings schon unter einem anderen Namen, KELD. Unschwer zu erkennen ist, dass somit die Grundlage für die darauf folgende, seit 2006 aktive Band KELDIAN geschaffen wurde. Daraufhin konnten sowohl HEAVEN’S GATE (2007) als auch dessen Nachfolger JOURNEY OF SOULS (2008) all jene begeistern, die auf die Band und ihre einzigartige Geschichte gestoßen waren – auch, oder gerade weil es vergleichsweise schwierig erscheint, die Musik von KELDIAN in eine einzige Genre-Schublade zu stecken. Als passender Oberbegriff könnte nach wie vor der Power Metal fungieren – doch gibt es viele weitere Einflüsse (wie den Symphonic Metal oder den Melodic Rock), die in ihrer Kombination so gesehen ein neues Genre erschufen: den Space Metal. Und tatsächlich: treffender könnte eine Genre-Bezeichnung auch nicht ausfallen, hört man einmal in die Musik von KELDIAN hinein.

Nach 2008 wurde es jedoch erst einmal still um die Band – während sich im Hintergrund eine immer größere Fanbase etablierte, deren Mitglieder auch durch die neuen Medien a’la Facebook erst nach und nach auf die Band und ihre bisherige Musik stießen. Nach einer weiteren Zeit der Ungewissheit folgte dann eine quasi-Bewährungsprobe: KELDIAN riefen im Zuge ihres neuen, bereits angekündigten Albums OUTBOUND zu einem einzigartigen Crowd-Funding-Projekt auf, um alle auftretenden Kosten der Produktion decken zu können. Nicht länger ein Geheimnis ist, dass das Ganze ein voller Erfolg war – und man heute, genauer gesagt ab dem 31. Oktober 2013, endlich in den Genuss des neues Werkes kommen kann. Bleibt eine entscheidende Frage: hat sich das Warten gelohnt, klingen KELDIAN noch genau so frisch, einzigartig und vor allem atmosphärisch wie dereinst ? Fakt ist, dass die Messlatte bei vielen mehr oder weniger alteingesessenen KELDIAN-Fans extrem hoch anzulegen ist.

Das wussten aber offenbar auch die beiden KELDIAN-Mitglieder selbst – die sich für OUTBOUND noch einmal ordentlich ins Zeug gelegt und ebenso tief in die (musikalische) Trickkiste gegriffen haben. Gut, speziell dem dieses Mal leider etwas zu simplen Cover-Artwork mag man das nach den eher fantastischen aus der Vergangenheit noch nicht ansehen – der Musik hört man es aber schon ab dem Opener BURN THE SKY an. Der prescht mit seiner einzigartig-antreibenden Gesamtwirkung schließlich derart voran, dass es eine wahre Freude ist – ob man nun die ersten beiden KELDIAN-Alben gehört hat oder nicht. Und dennoch: Kenner werden schnell feststellen, dass BURN THE SKY mindestens ebenso sphärisch, zeitlos und majestätisch klingt wie viele Titel vom großartigen HEAVEN’S GATE – und gleichzeitig ebenso temporeich, druckvoll und perfekt abgemischt wie ein Großteil der auf JOURNEY OF SOULS veröffentlichten Nummern. Nicht zuletzt die markante Stimme von Christer Andresen, die hochkarätigen (und vergleichsweise universellen) Lyrics sowie die Weltraum-bezogenen Soundelemente bei gleichbleibend treibenden Riffs und Metal-Elementen machen dem Hörer schnell klar: das sind KELDIAN wie man sie kennt und liebt.

Anders gesagt: das Warten auf das neue Album hat sich allemal gelohnt. OUTBOUND ist verdammt vielfältig und abwechslungsreich geworden, und lädt wie schon die beiden Vorgänger zu ausgiebigen Hör- und Traumsessions ein. Auch wenn das Tempo insgesamt etwas gedrosselt wurde, ist das Wechsel- und Zusammenspiel aus schnelleren oder vielleicht auch mal etwas aggressiveren Instrumentierungen, den harmonischen Gesängen und den vielen auflockernden (respektive die Atmosphäre befeuernden) Elementen nach wie vor das (im übrigen perfekt aufgehende) Markenzeichen von KELDIAN. Die Stimmungen können dabei auch innerhalb eines einzelnen Titels stark variieren – eingespielte Samples, längere Instrumentalpassagen oder Soli-Parts tragen zu einem enorm reichhaltigen Gesamteindruck bei. Ein gutes Beispiel für diese Eigenheit von KELDIAN ist KEPLER AND THE 100 000 STARS – schließlich hätte man theoretisch gleich drei alleinstehende Nummern aus dem Ursprungsmaterial machen können. Eine ruhige Ballade (wie in den Strophen), eine typische Uptempo-Hymne (wie im Refrain) – und einen druckvoll rockenden Metal-Stampfer wie in den komplexeren Instrumentalpassagen. Kritik auf vergleichsweise hohem Niveau ist dagegen, dass die Hall-Effekte manchmal etwas zu aufdringlich erscheinen – und man(n) manchen Refrain etwas dezenter hätte gestalten können – wie etwa den von NEVER EXISTED, der doch etwas überladen daherkommt.

Einen besseren Abschluss als F.T.L. hätte man indes nicht für das Album finden können – hier gibt es noch einmal eine ordentliche Portion der gewohnten KELDIAN-Power mit enorm viel Biss und allen Elementen, die die Band seit jeher auszeichnen; auf die verwöhnten Lauscher. Das Riffing ist schlicht genial, ebenso wie die gebotene Abwechslung durch die Einleitung und den vor dem Ende eingeschobenen Erzählpart mit einer Portion Weltraum-Expertise – das ist eine Hymne wie sie im Buche steht, und ganz einfach Gänsehaut pur. Keine Frage: OUTBOUND ist ein solide produziertes, abwechslungsreiches, unverwechselbares; ja schlicht KELDIAN-typisches Album geworden – dass man einfach besitzen muss, hält man auch nur ansatzweise etwas vom übergeordneten Genre des Power Metal.

Absolute Anspieltipps: BURN THE SKY, KEPLER AND THE 100000 STARS, F.T.L.


„Ein weiterer musikalischer Meilenstein aus dem Hause KELDIAN.“

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