Metal-CD-Review: MANOWAR – Into Glory Ride (1983)

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Alben-Titel: Into Glory Ride
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: True / Heavy / Power Metal
Label: Megaforce Records

Alben-Lineup:

Ross the Boss – Guitars, Keyboards, Songwriting
Joey DeMaio – Bass, Songwriting
Eric Adams – Vocals
Scott Columbus – Drums, Percussion

Track-Liste:

1. Warlord (04:15)
2. Secret of Steel (05:50)
3. Gloves of Metal (05:25)
4. Gates of Valhalla (07:12)
5. Hatred (07:42)
6. Revelation (Death’s Angel) (06:31)
7. March for Revenge (By the Soldiers of Death) (08:31)

Das schreit nach Kult.

Allzu lang im Geschäft waren MANOWAR noch nicht, als anno 1983 ihr zweites Studioalbum INTO GLORY RIDE veröffentlicht wurde. Doch das macht nichts, beziehungsweise hat gerade das seine Vorzüge, konnten sich die Jungs um Joey DeMaio damals noch richtig austoben und ausprobieren. Während bereits der Vorgänger BATTLE HYMNS (1982, Review) für allerlei Furore sorgen konnte, wollte man an dem mit dem Erstwerk etablierten Stil festhalten. Es sollte schön rau aber dennoch stilsicher; eingängig aber dennoch episch; vor allem aber Testosteron-geladen zugehen – wie es das herrlich kitschige, martialische Cover-Artwork bereits impliziert. Das Genre des True Metals war noch nicht wirklich als solches bezeichnet – und doch gehörten MANOWAR bereits 1983 zu den Vorreitern, und mauserten sich immer mehr zu den absoluten Ikonen jener neuen musikalischen Ausrichtung. INTO GLORY RIDE – das klang (und klingt noch immer) nach einem schwermetallischen Paukenschlag, der auf ewig in die Geschichte eingehen sollte.

INTO GLORY RIDE markiert nicht nur einen wichtigen Teil der Bandgeschichte MANOWAR’s – sondern bietet auch eine Werkschau in Bezug auf die markanten Elementen des Genres, die sich damals immer mehr herauskristallisiert haben. Muskelbepackte Männer die mit Schwert, Nietenarmbändern und in Ledermontur posieren. Pompöse Geschichten von Helden, Sagen und dem Willen, jene neue Philosophie nicht nur während der Studioaufnahmen geltend zu machen. Eine Musik, die technisch über jeden Zweifel erhaben ist – die aufgrund der groben Produktion und einer natürlichen Rauhheit aber dennoch den Eindruck eines ungeschliffenen Rohdiamanten erweckt – was in diesem Falle nur gut ist. All das sind Elemente, die das Genre bis heute auszeichnen, wenngleich sie nicht mehr so frei und ausgiebig zelebriert und inszeniert werden. Umso mehr fühlt man sich mit einem Album wie INTO GLORY RIDE unweigerlich in der Zeit zurückversetzt; in eine Ära in der viel mehr ‚erlaubt‘ und weniger kritisch beäugt wurde als heute. Allein um sich einen kleinen Hauch dieses Lebensgefühls einzuverleiben, lohnt sich ein blick auf ein Album wie dieses.

Doch natürlich hat es weitaus mehr zu bieten als etwaige nostalgische Aspekte. Markant ist, dass es im Gegensatz zu BATTLE HYMNS schon weitaus zielgerichteter, wenn man so will konsequenter wirkt. Alle 7 Titel passen hervorragend zusammen und zeigen auf, wie gut ein Album sein kann; investiert man nur genügend Herzblut. Und gerade damit gingen MANOWAR bekanntlich noch nie besonders sparsam um. Auch wirkt es wesentlich Hymnen-lastiger als der Vorgänger – grundsätzlich alle Titel sind absolute Brecher ohne großartige Schnörkel und Spielereien. Dafür werden die Instrumente und Möglichkeiten die man hat; auf die man Genre-typisch setzt, bestens ausgenutzt. Vor allem der Bass und das Schlagzeug fallen auf diesem frühen MANOWAR-Album positiv auf, insbesondere da sie hier alles andere als eine untergeordnete Rolle in einem allgemein eher von Gitarren dominierten Genre spielen. Und so simpel die Texte stellenweise auch sein mögen – sie verfehlen ihre Wirkung nicht. Die Musik macht Spaß, reißt mit, wirkt geradezu beflügelnd. Daran hat nicht zuletzt Leadsänger Eric Adams einen enormen Anteil – der hier eine mehr als denkwürdige Leistung abliefert. Seine Ausdruckskraft und Bandbreite ist schlicht enorm, und lässt einen immer wieder in Ehrfurcht erstarren.

Fazit: Auf einem Album wie diesem kann es eigentlich keine Anspieltipps geben, da es als Gesamtkunstwerk zu verstehen ist und auch genau so wirkt. Ob man sich beim Einlegen dieser CD nun in der Zeit zurückversetzt fühlt oder nicht; so ehrlich, kraftvoll und schlicht reichhaltig klingen nur wenige Alben. Dass INTO GLORY RIDE dabei außerdem eines der einflussreichsten Alben des Genres ist, sorgt zusätzlich für einen angenehmen Beigeschmack – aber eben nur zusätzlich, bei aller potentieller Einflussnahme sollte man die eigentliche Qualität des Albums / der Musik nicht aus den Augen lassen. Und hier gibt es wahrlich nichts zu beanstanden. Auf auf, INTO GLORY RIDE…

Anspieltipps: ALLE

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | OMEN | DIO

75button

„Leather, Metal, Spikes and Chains – nothing more.“

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