Filmkritik: „Der Preis Des Todes“ (2012)

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Originaltitel: Assassinée
Regie: Thierry Binisti
MitPatricia Kaas, Serge Hazanavicius, Jean-Paul Comart u.a.
Land: Frankreich
Laufzeit: 90 Minuten
FSK: Ab 12
Genre: Drama
Tags: Mord | Todesfall | Familie | Verlust | Trauer | Täter | Opfer

Nichts ist so, wie es scheint.

Kurzinhalt: Cathy (Patricia Kaas), eine geschiedene Mutter von zwei Kindern, möchte ihrer großen Tochter Eva (Clara Brajtman) zum 20.sten Geburtstag eine große Überraschung bereiten. Neben einer schönen Feier und zahlreichen geladenen Gästen soll vor allem das damit verbundene Geschenk für Aufsehen sorgen: ihr erstes eigenes Auto. Das steht bereits versteckt in der heimischen Garage bereit, die Gäste warten – doch Eva erscheint nicht. Erst als typische Verspätung abgetan, wird vor allem Cathy immer unruhiger. Der Gedanke, dass etwas passiert sein könnte, will ihr nicht mehr aus dem Kopf – und so macht sie sich auf die Suche nach ihrer Tochter. Und tatsächlich: Eva wird kurz darauf tot in der Nähe eines einsamen Feldes aufgefunden; offenbar wurde sie ermordet. Der Ex-Mann von Cathy kann zunächst nicht glauben, dass es sich um seine Tochter handelt – doch mit der Gewissheit kommt schnell die Frage nach dem Täter und den noch ominösen Hintergründen. In einem Wirrwarr der Bürokratie machen sich die verzweifelten Eltern auf die Suche nach der Wahrheit – um von ihrer Tochter angemessen Abschied nehmen zu können.

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Kritik: DER PREIS DES TODES ist einer jener Filme, die man grundsätzlich nur schwer bewerten, geschweige denn kritisieren kann. Warum das so ist, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen behandeln Werke wie nun auch oftmals schwere persönliche Schicksalsschläge (ob mit realem Bezug oder nicht), die weniger hinsichtlich eines hohen Unterhaltungswertes, als vielmehr auf das Vermitteln von Emotionen ausgelegt sind; und sich somit einer objektiveren Bewertung entziehen. Und zum anderen gibt es schlicht unzählige Vergleichswerke, die sowohl ähnliche Geschichten erzählen als auch ähnlich aufgebaut sind. Filme wie DER PREIS DES TODES wollen oftmals gar nicht besonders einzigartig sein, geschweige denn reißerisch – sondern vielmehr auf potentiell unbekanntes / unerhörtes / ungerechtes Leid aufmerksam machen und den Zuschauer dahingehend sensibilisieren. Im besten Fall, versteht sich – natürlich gibt es auch eher negative Beispiele, die das Leid so gesehen eher zum ‚Geschäft‘ machen um sich entweder voyeuristisch daran zu ergötzen, oder es als Aufhänger für eine ganz andere Geschichte / Intention zu benutzen. DER PREIS DES TODES macht das glücklicherweise nicht – sondern erzählt relativ still und nüchtern die Geschichte einer Familie, die mit einem schweren Verlust umzugehen hat. Weder wird der Zuschauer dabei in eine bestimmte, emotional-gezwungene Richtung gedrängt, noch vollständig kaltgelassen – eine gute Mischung; die vor allem auf den Zuschauer abzielt und es ihm selbst überlässt, was er aus der hier präsentierten Geschichte mitnimmt.

Warum der Film dennoch nicht unbedingt als besonders herausragend, einmalig oder schlicht überdurchschnittlich gut gelungen bezeichnet werden kann, lässt sich daher am besten anhand von Vergleichen erörtern. Vergleiche, die sich auf die Vielzahl von ähnlichen Genrewerken beziehen, die alle einen gemeinsamen Nenner haben: die möglichst glaubhaft-authentische, wenig reißerische Vermittlung von emotionalen Komponenten, die bei einem schweren Schicksalsschlag (Todesfall, schwere Krankheit, oder eben Mord) eine bedeutende Rolle spielen; spielen können. Ob es sich dabei tatsächlich um einen Film handelt der auf einer wahren Begebenheit basiert, spielt dabei letztendlich keine große Rolle – zumal es in etwaigen Fällen ohnehin schwerfällt, eine dahingehende Unterscheidung zu wahren (dem Zuschauer, aber auch den Machern selbst). Wagt man also entsprechende Vergleiche, so kann man vor allem eines feststellen: die Charaktere und / oder deren Konstellationen sind im Falle von DER PREIS DES TODES nicht ungewöhnlicher als in anderen Genrefilmen jener Machart, die gewährten Einblicke in die Seelenwelten der Charaktere nicht intensiver, die vermittelte Bedeutsamkeit der Ereignisse nicht größer oder kleiner. Kurzum: die gesamte Aufmachung und Machart des Films weicht nicht auffallend von denen anderer Vergleichswerke ab, sodass sich aus einer rein qualitativ-analytischen Sicht kein bemerkenswerter Vorteil des Films ergibt. Es bleibt am Zuschauer zu entscheiden, in wie weit er das Thema an sich, vor allem aber auch die hier präsentierte Situation der Charaktere an sich heranlässt – und in wie weit er sich möglicherweise mit den Personen und deren Schmerz identifizieren kann. Die Chancen dafür dass es funktioniert, der Film seine Wirkung so gesehen nicht verfehlt, ist aber definitiv gegeben. Und das nicht zuletzt dank der guten darstellerischen Leistungen. 

Fazit: Ansprechender als so manch wiederkehrende Krimi-Reihe ist DER PREIS DES TODES allemal – zumal komplett auf etwaige Elemente verzichtet wurde, die den Unterhaltungswert (künstlich) gesteigert hätten. Der Film bleibt über weite Strecken bodenständig, glaubwürdig; und versetzt den Zuschauer zumindest teilweise in die Rolle der leidtragenden Mutter, die sich trotz des schweren Verlustes und dem Bürokratie-Wahnsinn nicht unterkriegen lässt, nicht unterkriegen lassen darf – nicht zuletzt wegen ihres Sohnes. Schade nur, dass das Ganze in Bezug auf die Tätersuche nicht ganz so glaubwürdig wirkt wie die Grundsituation und die einzelnen Charakter-Porträts.

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„Eher Drama als Krimi, und gerade deshalb einen Blick wert“

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