Metal-CD-Review: MOONLIGHT AGONY – Echoes Of A Nightmare (2004)

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Alben-Titel: Echoes Of A Nightmare
Künstler / Band: Moonlight Agony (mehr)
Land: Schweden
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Robert Willstedt – Drums
Chitral Somapala – Vocals
Christofer Starnefalk – Bass
Martin Mellström – Keyboards
Rikard Petersson – Guitars
Kalle Landin – Guitars

Track-Liste:

1. Into Darkness (06:44)
2. Icy Plains (04:03)
3. Echoes of a Nightmare (04:57)
4. Ceremony (05:03)
5. Equilibrium (06:18)
6. The Ghost (05:18)
7. Moonlit Horizon (03:07)
8. Vanished (07:57)

Echos eines Alptraums… aber keines musikalischen.

Die Chancen, bisher schon von der schwedischen Combo MOONLIGHT AGONY gehört zu haben, sind insbesondere hierzulande her gering. Und dennoch genießt die 1999 gegründete Band bei manchen ein hohes Ansehen – hauptsächlich aufgrund des 2004 veröffentlichten Albums ECHOES OF A NIGHTMARE; dem Debütalbum der Band. Drei Jahre später legte man mit SILENT WATERS ein weiteres Genrewerk vor – doch kam dies bei weitem nicht so gut an wie der Vorgänger. Danach wurde es plötzlich still um die Band, deren offizielle Webseite noch immer online ist. Das muss allerdings nichts heißen, denn der letzte Eintrag stammt – leider Gottes – von 2008. Doch wer weiß, was die Zukunft bringt… vielleicht gibt es ja ein überraschendes Comeback a’la INSANIA ? Ob es sich derweil lohnt, einen intensiveren Blick auf ECHOES OF A NIGHTMARE zu werfen, soll an dieser Stelle geklärt werden.

MOONLIGHT AGONY schaffen es auf ihrem ECHOES OF A NIGHTMARE recht schnell etwas zu erzeugen, worauf nicht unbedingt alle Bands des Genres großen Wert legen: Atmosphäre. Gerade dieser Faktor ist es auch, der das Album so interessant macht und höhrenswert gestaltet. Irgendwo zwischen dem bombastisch-symphonischen Sound einer Band wie DRAGONLAND (was sich gut trifft, da 2 Member von MOONLIGHT AGONY ehemalige Mitglieder sind) und dem leicht mittelalterlich-folkigen, spielfreudigen Ansatz von OLYMOS MONS angesiedelt, haben MOONLIGHT AGONY schlicht ein gutes Gefühl dafür, ihre Geschichten möglichst stimmig zu verpacken. Das Ergebnis sind insgesamt etwas düsterere, dabei aber stets äußerst variable und abwechslungsreiche Kompositionen, die mit einer ordentlichen Portion Druck serviert werden. Auch hinsichtlich des Lineups, beziehungsweise den Leistungen auf den einzelnen Posten gibt es nichts zu bemängeln. Das Drumming ist kräftig und vor allem alles andere als monoton, der Bass bekommt hie und da eine entsprechende Aufmerksamkeit zugestanden, das Keyboard wirkt wunderbar unterstützend und dabei relativ dezent; der (vergleichsweise tiefe, raue) Leadgesang ist angenehm. Lediglich den Gitarren hätten man etwas mehr Aufmerksamkeit (beispielsweise in Form von Soli-Parts) zugestehen können, immerhin sind hier gleich 2 Fachmänner am Werk. Abgerundet wird das Ganze von einer perfekten Produktionsqualität, die zumindest im Hinblick auf den allgemeinen Sound keine Wünsche offen lässt.

Und wie sieht es mit den einzelnen Titeln aus ? Ebenfalls gut – besonders, da der Ideenreichtum groß und die Material-Vielfalt beeindruckend ist. Mit einem jedem Titel wagt man sich so an ein neues Abenteuer, gewinnt immer neue Eindrücke – um im Endeffekt dennoch ein Album zu erhalten, welches in sich stimmig und absolut zusammenhängend wirkt. Dennoch gibt es Highlights, wie etwa das absolut hymnische CEREMONY; welches mit verschiedenen Stimmungen (gerade im Refrain) spielt und mit einem exquisiten Instrumental-Mittelteil aufwartet. Oder aber das stark Riff-getriebene EQUILIBRIUM, welches dem allgemein schroffen Sound die sphärische Wirkung der sphärischen Keyboardelemente gegenüberstellt. Oder das verdammt treibende, leicht düstere GHOST, welches einen nicht nur wegen des kongenialen, mehr als epischen Refrains so schnell nicht mehr loslassen wird. Interessant sind hier auch die leichten Folk-Elemente, die das Ganze zusätzlich auflockern und im Zusammenspiel mit den symphonischen Komponenten ein reichhaltiges Klangbild vermitteln. Mit MOONLIT HORIZON spendiert man den Hörern sogar noch ein reines Instrumentalstück – und ein Und auch der Rausschmeißer VANISHED sollte hier separat erwähnt werden: hier ist man endgültig gefangen im Alben-internen Erzählkontext, MOONLIGHT AGONY drehen hinsichtlich der Atmosphäre und Spannung noch einmal richtig auf – und zwar so sehr, das man das Ganze eigentlich verfilmen müsste.

Fazit: ECHOES OF A NIGHTMARE ist ein Album, welches die Attribuierung als (Genre-)Geheimtipp zweifelsohne verdient. Ein Album wie dieses gibt es – trotz potentieller Vergleichsmöglichkeiten im Hinblick auf DRAGONLAND & Co – einfach kein zweites Mal. Ebenfalls markant: das Album ist eines der wenigen, bei denen man sich eine längere Spielzeit gewünscht hätte. Schlicht, da das Material absolut hochkarätig ist und keine allgemein üblichen Füller vorhanden sind. Aber auch so bieten die knapp 43 Minuten geniale Genre-Unterhaltung, die das Herz eines jeden Symphonic / Melodic Power Metallers höher schlagen lassen wird. Men sådana saker kan bara komma från sverige… well done.

Anspieltipps: CEREMONY, EQUILIBRIUM, GHOST, VANISHED

Vergleichsbands: DRAGONLAND | OLYMPOS MONS

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„Mehr Qualität und Atmosphäre geht kaum.“

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