Filmkritik: „Monster Man – Die Hölle Auf Rädern“ (2003)

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Originaltitel: Monster Man
Regie: Michael Davis
Mit: Eric Jungmann, Justin Urich, Aimee Brooks u.a.
Land: USA
Laufzeit: 95 Minuten
FSK: Ab 18
Genre: Horror / Komödie
Tags: Monster Man | Monstertruck | Verrückter | Redneck | Trip | Horror

Wer kommt denn da vorgefahren… ?

Kurzinhalt: Eigentlich wollte der 25-jährige Adam nur zur Hochzeit seiner Ex-Freundin – und zwar, um sie von derselben abzuhalten. Doch ein Unglück kommt bekanntlich selten allein… nicht nur, dass er auf dem Weg durch die Wüste auf einen alten Freund trifft, der sich daraufhin aufdrängt bei ihm mitzufahren – auch eine Anhalterin bittet darum, von Adam mitgenommen zu werden. Die ist jedoch sehr hübsch, und weiß den noch jungfräulichen Adam schnell von ihren Reizen zu überzeugen. Doch auch Adams Freund und Mitfahrer scheint Blut geleckt zu haben… und versucht alles, außer ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Doch ist es nicht das zwischenmenschliche Geplänkel, welches das Trio am Vorankommen hindert – sondern allerlei seltsame Zwischenfälle. Zwar verhalten sich die drei den Einheimischen gegenüber nicht gerade freundlich, doch erklärt das wirklich die Ambition eines offenbar wild gewordenen Monstertruck-Fahrers, der das Trio hartnäckig verfolgt und ihnen tote Tiere ins gemütliche Motel-Bett legt ?

Kritik: Der Regisseur und Ideengeber hinter MONSTER MAN ist Michael Davis – der bis dato noch nicht allzu viele Filme abgedreht hatte, nach seinen eher harmlosen Werken aber Lust auf ein abenteuerlich-makaberes Projekt verspürte. Etwas ungewöhnlich ist das schon – aber bekanntlich ist schon so manchem ein Quereinstieg ins Horrorgenre gelungen. Wobei es merklich schwerfällt, einen Film wie MONSTER MAN als Horrorfilm zu bezeichnen – bei dem man viel hätte falsch machen können. Michael Davis umging diese Gefahr schlicht, in dem er in seinem feucht-fröhlichen Werk auf eine zusätzliche komödiantische Komponente setzte. So ist MONSTER MAN vielmehr als Trash- oder Spaßfilm zu bezeichnen, der offenbar aus einer Laune heraus und mit wenigen Mitteln finanziert wurde. Und auch das soll hie und da erlaubt sein, schließlich bieten Filme jener Machart oftmals einen immensen Unterhaltungswert. Ob dabei aber ausgerechnet der eher unscheinbare MONSTER MAN das Zeug dazu hat, zu einem echten Kult-Titel zu avancieren; das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Es kommt schließlich ganz darauf an, was man erwartet und wie man den Film letztendlich anpackt. Versucht man es über die konventionelle Ebene, ist man so gut wie verloren – die Handlung ist so simpel wie sie nur hätte sein können, die Charaktere bleiben flach; der Film insgesamt vorhersehbar. Da es sich hierbei aber um Attribuierungen handelt, die sich im Endeffekt auch ein Film wie BRAINDEAD über sich ergehen lassen müsste; muss man die Vorzüge von MONSTER MAN in gänzlich anderen Bereichen suchen. Und größtenteils auch entdecken – in der Absicht. Der Absicht, die durchaus vorhandene, spannenden Grundstimmung durch plötzliche Soundtrack-Cuts immer wieder ad absurdum zu führen. Der Absicht, den Zuschauer hier und da massiv zu ekeln, die gesamte Monster-Geschichte erstaunlich flach zu halten und ohnehin rhetorische Fragen auch noch in einem längeren Monolog zu beantworten. Gerade die (leider etwas rar gesäten) Splatter-Momente bieten dabei ein kleines Fest für Genre-Fans – etwa wenn ein stark nach Kuscheltier aussehender Tierkadaver auf der Straße liegt, ein weiterer als Objekt der Begierde in einem Traumzustand fungiert, der MONSTER MAN über seine Opfer braust, eine herrlich trashig anmutende Leiche auf der Rücksitzbank eines Wagens den Insassen immer wieder in die Quere kommt. All das ist so überzeichnet und stellenweise einfach beabsichtigt-plump dargestellt, dass es ein Genuss ist. Eine der finalen Szenen, in denen unter anderem mit einem Bleistiftstumpf und einem Anspitzer (!) gekämpft wird, bildet hier den Gipfel des übertriebenen, aber irgendwie charmanten und Retro-orientierten Trashfests.

Keinesfalls sollte man dabei jemals den Versuch unternehmen, das Gezeigte einer logischen Prüfung oder Hinterfragung auszusetzen – MONSTER MAN scheint es hier sogar noch deutlicher zu übertreiben als so manches Konkurrenzwerk. Warum die Polizei offenbar noch nichts vom Treiben des MONSTER MANs mitbekommen hat, warum ein Toter plötzlich wieder von den Lebenden aufersteht; all das muss man einfach hinnehmen oder bestenfalls komplett ausblenden. Das fällt in anderen Belangen allerdings schon etwas schwerer: etwa in einem Großteil der schrecklichen Dialoge (besonders die zwischen den beiden Freunden), oder der stellenweise aufkommenden Langeweile. Dass dann auch noch eine peinliche, viel zu ausführliche Sexszene vorkommen musste, war eigentlich abzusehen. Immerhin: auch diese wirkt etwas komisch, da beide Beteiligten offenbar noch das ein oder andere Kleidungsteil anhaben – ob diese Maßnahme beabsichtigt war oder von der allgemeinen US-Prüderie (bloß keinen Busen zeigen) herrührt, bleibt allerdings offen. Stellenweise merkt man MONSTER MAN auch einfach an, dass er sich stark auf etwaige Genre-Klassiker bezieht, und sich daraus ein ganz eigenes, entsprechend wackeliges Konstrukt baut – jedoch weniger als Hommage, als vielmehr als Plagiat aus zusammengesetzten Versatzstücken. Auch die etwas eigene, merkwürdige Optik mit ihren penetranten Farbfiltern und Nahaufnahmen (was das Eindruck erzeugt, dass etwaige Bildausschnitte extrem klein wirken) vermag hier eher zu verschrecken als zu begeistern.

Fazit: Wer träumte noch nicht davon, endlich einmal ein Monster in einem… natürlich; Monster-Truck zu sehen ? Wer diese Frage bejahen kann, den erwartet mit MONSTER MAN ein kurzweiliges, dezent unterhaltendes Trashvergnügen für Zwischendurch. Die Leichtigkeit und der Witz, mit dem der Regisseur (und offenbar auch das gesamte Filmteam) ans Werk gingen, springen hier relativ schnell auf den Zuschauer über. Von einem vor Ideen nur so sprühendem Trash-Feuerwerk der ersten Güteklasse welches von der ersten bis zur letzten Minute gnadenlos gut unterhält; ist der Film dann aber doch noch etwas entfernt – und handwerklich nicht ganz auf der Höhe.

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„Monster Man macht Laune – hat aber nicht das Zeug zu einem Genre-Klassiker“

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2 Gedanken zu “Filmkritik: „Monster Man – Die Hölle Auf Rädern“ (2003)

  1. Puh…hab den tatsächlich auch mal gesehen, aber EWIGKEITEN her. Weiß gar nicht mehr wie ich den fand, ich glaube gar nicht so schlecht, aber auch nicht wirklich so gut, dass ich ihn mir hätte kaufen müssen. ^^

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  2. Danke! Danke du hast es geschafft und der Film hat dir sogar gut gefallen das freut mich, hat ja lang genug gedauert bis du dich dazu durchringen konntest den mal anzuschauen 😉 . Grüße der CB aus WOB 🙂

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