Metal-CD-Review: DRAGONFLY – Atlas (2013)

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Alben-Titel: Atlas
Künstler / Band: Dragonfly (mehr)
Land: Argentinien / Spanien
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Dragonfly Records

Alben-Lineup:

Juanba Nadal – Bass, Vocals
Isauro Aljaro – Keyboards
Pablo Solano – Vocals (lead)
Alberto Alba – Guitars
Adrián Romero – Drums

Track-Liste:

1. Atlas (01:11)
2. El peso del mundo (03:52)
3. Vuela conmigo (05:58)
4. Te quiero olvidar (04:26)
5. Canto de sirena (05:05)
6. Edén (04:58)
7. Siente (05:56)
8. Tu luz, mi destino (05:18)
9. Al hacer el amor (04:58)
10. Gracias a ti (05:27)
11. Ángeles con una sola ala (2013) (08:51)
12. Siente (Radio edit) (04:26)

Power Metal und ganz große Emotionen.

DRAGONFLY ist eine im Jahre 2000 gegründete, argentinische Power Metal-Band, deren Lineup kurioserweise komplett aus Spaniern besteht. Zumindest seit 2010, und nachdem das allgemein recht gut aufgenommene Studioalbum ALMA IRAE veröffentlicht wurde. Das sind nicht unbedingt gute Vorzeichen, doch irgendwie hat man es geschafft, den ursprünglichen Geist der Band am Leben zu erhalten. Die beste Chance dies erneut unter Beweis zu stellen ist das neue, am 15. Oktober 2013 erschienene Album ATLAS – das mittlerweile vierte Werk der Argent… pardon, Spanier.

ATLAS klingt von der ersten Minute an wie ein rundum gelungenes Power Metal-Album – aber eines mit dem gewissen Etwas. Gut, das obligatorische, in diesem Falle etwas nichtssagende Intro kann man außen vor lassen – doch danach starten die Spanier richtig durch. Allerdings in einer etwas… anderen Manier, als man es vielleicht erwarten würde. DRAGONFLY inszenieren sich auf ATLAS als absolut ernstzunehmende, künstlerisch anspruchsvolle Truppe, die weniger Wert auf Tempo oder Bombast legen; sondern vielmehr auf verschiedene Stimmungen und Emotionen. Das klingt weichgespült ? Vielleicht, doch kann man mit diesem Adjektiv allerhöchstens das Konzept beschreiben. Die mit ATLAS erzielte Wirkung ist – trotz Titeln, die ins Deutsche übersetzt etwa DEIN LICHT MEIN SCHICKSAL, ICH DANKE DIR oder DIE AUSÜBUNG DER LIEBE lauten – eine gänzlich andere. Man nimmt den Spaniern einfach ab, was und vor allem wie sie es singen. Und so sehr die einzelnen Titel – teilweise – auch ins balladeske abdriften: es will einfach nicht die typisch klischeehafte Herzschmerz-Stimmung entstehen. Die kennt man von allzu vielen Genre-Alben, mit denen stets auch eine obligatorische, oftmals nicht wirklich sinnige oder qualitativ hochwertige Ballade abgeliefert wird. Doch es gibt auch Alben, auf denen das funktioniert – wie nun auch auf ATLAS.

Und dennoch handelt es sich bei ATLAS nicht um ein Werk, welches eine simple Ansammlung von Balladen offeriert oder über weite Strecken eintönig bleibt. Im Gegenteil, der allgemeine Sound kommt schön druckvoll, satt und stellenweise sogar recht brachial daher. Eine große Portion Gefühl ist zwar immer mit von der Partie – doch oftmals handelt es sich schlicht um balladeske Elemente, die in geradezu gewaltige Kompositionen gebettet sind. So entstehen auch Titel wie der Opener EL PESO DEL MUNDO – der ein recht flottes Tempo an den Tag legt, fette Riffs und auch eine dezente symphonische Komponente bereithält. Eine Power Metal-Hymne, wie sie im Buche steht – doch die auffällig melodische, emotional bewegende Komponente wertet das Ganze zusätzlich auf und sorgt dafür, dass man sich weder musikalisch unterfordert noch von einem allgemeinen Instrumental-Gewitter erschlagen fühlen muss. Bis auf die durch-und-durch Balladen CANTO DE SIRENA und AL HACER EL AMOR sind auch die anderen Titel ähnlich, aber dennoch ausreichend abwechslungsreich gestrickt: energetisch-antreibende Metal-Kompositionen mit geschickt eingebrachten symphonischen Elementen treffen auf einen rundum ehrlich wirkenden, emotional aufgeladenen Leadgesang. Für selbigen verantwortlich zeichnet sich im übrigen Pablo Solano – dem man aufgrund seiner kraftvollen, rauen; aber stets absolut treffsicheren Stimme einfach gerne zuhört.

Fazit: Sofern man in den letzten Monaten und Jahren bereits des öfteren einen Spanisch-sprachigen Power Metal konsumiert hat, wirkt ATLAS ein wenig wie eine Kumulierung der positivsten Eindrücke jener Zeit. Dass die Band eine hochkarätige und so gesehen ein echter Geheimtipp ist, weiß man bereits seit dem ebenfalls rundum soliden Album ALMA IRAE von 2009 – doch mit ATLAS scheint man noch eine Schippe draufzulegen; selbst wenn man sich nicht mehr ganz so variabel zeigt. Wer sich nicht an potentiellen Sprachbarrieren stört und keine Probleme damit hat die zwei Elemente verschmelzen zu sehen, die sich hier und da einfach beißen (richtig: Power Metal und große Emotionen), der sollte zugreifen.

Anspieltipps: EL PESO DEL MUNDO, VUELA CONMIGO, EDEN

Vergleichsbands: OPERA MAGNA | DÜNEDAIN | TIERRA SANTA

80oo10

„Ob nun Spanisch oder Argentinisch – mit DRAGONFLY muss man rechnen“

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3 Gedanken zu “Metal-CD-Review: DRAGONFLY – Atlas (2013)

  1. Natürlich, längst gesehen… bw. gerade eben, hehehe. Weiss nur nicht, was ich davon halten soll^^ Auf der Rückseite steht so ein schöner Spruch, von wegen ‚erstklassige Unterhaltung für den anspruchsvollen Zuschauer’… offensichtliche Ironie oder doch ernst gemeint ? 🙂

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  2. Und immer noch nicht MonsterMan geschaut !??! Aber dafür noch ein Review geschrieben, das gut ausgefallen ist, dennnoch nimm dir mal die Zeit und zieh dir den Film rein. Bis denne .. tschööss

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