Metal-CD-Review: PARSIFAL – Here From The Past (2013)

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Alben-Titel: Here From The Past
Künstler / Band: Parsifal (mehr)
Land: Schweden / International
Stil / Genre: Speed / Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Bjarte – Gitarre
Oscar – Gesang
Victor – Bass
Bram – Drums

Track-Liste:

1. Legend Within (04:34)
2. Children of the Earth (05:35)
3. Here from the Past (05:49)
4. Unfold (05:42)
5. Go with the Wind (04:02)
6. Forever till Dawn (04:21)
7. Traumatic Lullaby (05:40)
8. Choose to Fall (04:55)

Der Interessierte bestimmt den Preis.

PARSIFAL ist eine erst 2012 gegründete Bandcombo, die sich aus internationalen Mitgliedern zusammensetzt. Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es noch nicht viele weiterführende Informationen, lediglich eine nur spärlich bestückte offizielle Facebook-Seite – doch offenbar ist eine eigenständige Internetpräsenz bereits in der Mache. Schließlich wäre es durchaus interessant zu lesen wer genau in der Band, und vor allem wie die Zusammenarbeit zustande gekommen ist. Bis dahin darf man sich an einem anderen Link erfreuen – jenem zur offiziellen Bandcamp-Seite der Band. Denn dort steht ihr Debütalbum HERE FROM THE PAST zum kostenlosen Download bereit – oder für mehr, je nachdem wie man sich als potentiell interessierter entscheidet. Das Prinzip der freien Preiswahl ist ein interessantes, dass besonders bei einigen aufstrebenden Bands beobachtet werden kann – war dürften die Künstler (noch) nicht allzu viel daran verdienen, aber immerhin kommt das Album im besten Fall unter die Leute. Und vielleicht auch an die entsprechend richtigen Adressen, die eine weiterführende Vermarktung ermöglichen.

HERE FROM THE PAST beinhaltet 8 Titel, die einwandfrei dem Obergenre des Power Metals zugeordnet werden können. PARSIFAL gehen von der ersten Sekunde an ohne viel Schnickschnack und stets mit einem enormen Tempo zu Werke – lassen dabei aber auch das nötige Gefühl für ansprechende Melodien nicht vermissen. So werden allzu anspruchslose Kompositionen vermieden, und ein jeder Titel mit gewissen Alleinstellungsmerkmalen versehen – trotz des relativ gleichbleibenden, hohen Tempos wird man die Titel zweifelsfrei auseinander halten können. Neben den hochtrabenden, eingängigen Ohrwurm-Refrains als melodische Reminiszenz an das Genre fallen weiterhin besonders zwei Aspekte auf: das Gitarrenspiel und der Leadgesang. Ersteres ist schlicht beeindruckend ausgefallen – das heißt technisch anspruchsvoll, abwechslungsreich und allgemein aussagekräftig. Wer auch immer hier zuständig ist oder war – es wäre verwunderlich, wenn es sich um seinen ersten musikalischen Ausflug in das Genre handelt. Im Zusammenspiel mit dem durchaus einzigartigen Leadsänger, der in vergleichsweise tiefen, gemäßigten Lagen unterwegs ist, offenbaren PARSIFAL so die ersten eindeutigen Stärken. Allerdings muss man auch feststellen, dass die Produktionsqualität noch nicht vollständig ausgereift ist, das Album teilweise etwas ‚unfertig‘ klingt – sodass man hier und da einen Teil seiner Vorstellungskraft anberaumen muss um sich auszumalen, wie gut PARSIFAL eigentlich klingen könnten.

Der Einstieg in Form von LEGEND WITHIN, einem Uptempo-Brecher wie er im Buche steht, fällt allerdings etwas gewöhnungsbedürftig aus – vor allem durch die schnell vorgetragenen Textpassagen, die etwas künstlichen (und an SYNTPHONIA SUPREMA erinnernden) Keyboard-Elemente. CHILDREN OF THE EARTH macht es da schon deutlich besser, auch wenn der symphonische Auftakt etwas zu kräftig abgemischt ist und so leichte Störgeräusche entstehen. Danach wissen die tollen Melodiebögen, der außerordentlich gute Refrain und die super-soliden Instrumentalparts und -Soli aber durchweg zu überzeugen. Richtig interessant wird es aber spätestens dann, wenn man sich mit Titeln wie HERE FROM THE PAST, dem TRAUMATIC LULLABY oder CHOOSE TO FALL stilistisch sehr nah an potentiellen musikalischen Vorbildern a’la KELDIAN orientiert – und das Gefühl vermittelt, geradezu sphärische, bedeutsame Geschichten zu erzählen. Dabei klingen PARSIFAL aber nie wie eine bloße Kopie, sondern wie eine Band, die genügend eigene Ideen hat und mit verschiedenen Elementen innerhalb eines einzelnen Titels geradezu spielerisch zu hantieren weiß. Dass das Gaspedal kontinuierlich durchgedrückt wird – mit Ausnahme der übrigens alles andere als schlechten Ballade FOREVER TILL DAWN – ist dabei ein kleines Wagnis. Dennoch funktioniert es gut, und wenn PARSIFAL auch weiterhin nicht die Melodien und Ideen ausgehen, kann man wohl kaum etwas dagegen einwenden. Hie und da eingespielte symphonische Elemente, dezente Chorgesänge und die antreibende Speed Metal-Attitüde runden das Album perfekt ab.

Fazit: Man gebe dem vorliegenden Album eine kurze Anlaufzeit – dann kann es richtig durchstarten, und spätestens ab dem dritten oder vierten Titel durchweg begeistern. Und sich zum Ende hin sogar immer weiter steigern – TRAUMATIC LULLABY und CHOOSE TO FALL sind die stärksten, eindringlichsten und aussagekäftigsten Titel des Albums. Eben solche, die man nur zu gerne auch auf einem Album sehen würde, welches man auch in der Hand halten kann. So gesehen steht der Zukunft von PARSIFAL nichts mehr im Wege, wenn nur genügend Interessierte auf die Jungs aufmerksam werden. Dass das Debütalbum kostenlos zu erhalten ist – nun, das dürfte dabei ebenfalls hilfreich sein. Ein großes Lob und viel Glück für die Zukunft !

Anspieltipps: HERE FROM THE PAST, TRAUMATIC LULLABY, CHOOSE TO FALL

Vergleichsbands: KELDIAN | CONQUEST  | CRYSTALLION (frühere)

80button

„Ein wahrlich beeindruckendes Debütalbum“

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