Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – Swordmaster From The Eternal Sky (EP, 2013)

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Alben-Titel: Swordmaster From The Eternal Sky (EP)
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: IceWarrior Records

Alben-Lineup:

Kouta – Guitars
Teru – Guitars
Arthur Brave – Lyricist, Composer, Arranger, Programming, Guitars
Leo Figaro – Vocals

Track-Liste:

1. エピソード0~剣聖と魔曲師~ 00:35
2. 聖魔百年戦争 04:34
3. 傭兵街グランディアス 05:13
4. 勝利の栄光 04:33
5. 不死なる英雄 05:41
6. 五聖剣 04:35

Drachenwächter ohne Job.

Und wieder gibt es neues Material aus dem Hause DRAGON GUARDIAN – einer der berühmt-berüchtigsten Geheimtipp-Combos aus dem fernen Osten. Über die Japaner wurde schon desöfteren berichtet (siehe Tag-Suche), vor allem auch bezüglich des überraschend guten 2011’er Albums SEIMAKEN VALKYRIAS. Umso spannender ist es zu erfahren, ob sich endlich etwas hinsichtlich der spätestens danach entstandenen, bekannten Probleme getan hat. Wer versucht, an die neue (und mächtig betitelte) EP SWORDMASTER FROM THE ETERNAL SKY heranzukommen weiß allerdings schon, dass dem eher nicht so ist. Noch immer werden potentielle internationale Fans der Band vollkommen außen vor gelassen, was sich wie eh und je an der offiiellen Webseite der Band festmachen lässt. Sicher, über derlei Belange ließe sich hinwegsehen – wenn zumindest musikalisch alles stimmen würde, und die Band die Attribuierung als Geheimtipp wahrlich verdient.

Stichwort ‚geheim‘: es ist längst kein Geheimnis mehr, dass irgendetwas bei den ‚Drachenwächtern‘ gehörig schief zu laufen scheint. Zeitlich ist das Dilemma in etwa ab der Veröffentlichung der FAIRYTALE-EP von Anfang 2012 auszumachen – und auch SWORDMASTER FROM THE ETERNAL SKY scheint vor diversen Problemen nicht gefeit zu sein. Nur dass es dieses Mal nicht um misslungene musikalische Experimente oder einen eher ins Leere laufenden Versuch geht, etwaige ‚frische‘ Elemente in die Kompositionen zu bringen – im Gegenteil. DRAGON GUARDIAN verhalten sich auf ihrem neuesten Release wieder recht bodenständig, zelebrieren einen soliden Power Metal mit minimalen symphonischen Anleihen, und haben – wieder einmal – auf das Multitalent Leo Figaro an der Gesangs-Front gesetzt. All das klingt gut, und sollte im Vergleich zu den letzten misslungenen EP’s einen qualitativen Schub bedeuten (auch wenn DRAGON GURDIAN schon einmal genau so klangen, und es sich so gesehen eher um eine Rückkehr zu alten Stärken handelt) – doch weit gefehlt. Fest steht, dass DRAGON GUARDIAN noch etwas belangloseres gemacht haben, als dieses nichtssagende Mini-Album mit gerade einmal 5 vollwertigen Titeln.

Das kurze, recht sinnfreie Intro ist mit seiner Spielzeit von einer halben Minute verständlicherweise nicht mit eingerechnet – auch wenn gerade dieses noch am ehesten an die ehemaligen Glanzzeiten der Band (damals noch mit der legendären Fuki als weibliche Frontstimme) repräsentiert. Was danach folgt, ist weitestgehend verzichtbar: SEIMA HYAKUNEN SENSOU bricht völlig unvermittelt über den Hörer herein, und setzt von Anfang an auf die volle (dröhnend-scheppernde) Dosis aus Uptempo, Doublebass und eifrigem Gitarren-Geschrammel. Das mag technisch halbwegs akzeptabel klingen (Gitarrist Teru ist u.a bei JUPITER tätig, KOUTA bei LIGHTNING), ist rein kompositorisch, produktionstechnisch und vom Songwriting her aber eine mittelprächtige Katastrophe. Alles klingt verdächtig diffus, die Soundkulisse ist eindeutig überladen – und dennoch schleicht sich sofort ein Gefühl der Eintönigkeit ein. Auch in den noch folgenden vier Titeln ist derweil kaum Besserung in Sicht. Im Gegenteil, mit Titel Nummer 3 wird es sogar gesanglich richtig arg – nämlich dann, wenn Leo Figaro in eher tieferen Lagen unterwegs ist. Einzig SHOURI NO EIKOU kann mit seiner doch markanten Gitarrenarbeit überzeugen, die in diesem Fall viele Schwächen überdeckt. Nach dem eher lauwarmen Titel Nummer 5 (der im Schatten der ehemaligen Größe DRAGON GUARDIANS dümpelt) setzt man im Finale dann aber doch noch einmal auf eine große Portion Synthie-Keyboard, was ebenfalls ein alles andere als wohlklingendes Ergebnis nach sich zieht.

Fazit: Wo sind nur die kompositorischen Fähigkeiten von dereinst; die Fähigkeit verdammt wirkungsvolle Songs zu schreiben, die alle Sprachbarrieren zu durchbrechen vermochten ? Nach den enttäuschenden EP’s der letzten Jahre wird auch SWORDMASTER FROM THE ETERNAL SKY seinem vielversprechenden Titel alles andere als gerecht. Schlicht da man keine Geschichte erzählt, welche musikalisch kraftvoll untermalt ist – sondern fünf kurze Titel aneinanderreiht die äußerst belanglos und generisch daherkommen. Und vor allem auffällig emotions- und gefühllos. Dass ein Release einmal so an einem vorbeigehen könnte wie dieses hier, ist so gesehen schon eine Überraschung – gerade weil es aus Japan stammt. Dem Land; welches in Sachen Power Metal den ein oder anderen Geheimtipp bereithält, selbst wenn man Aufgrund des Textverständnisses zumeist keinen vollständigen Zugang erhält. Es ist, wie es ist – DRAGON GUARDIAN können höchstwahrscheinlich endgültig abgeschrieben werden. Das wäre für die meisten Mitglieder nicht einmal ein Problem, da sie alle genug in anderen Formationen zu tun haben – nur Arthur Brave, der Kopf hinter DRAGON GUARDIAN, müsste sich im gegebenen Fall neu umschauen. Doch das wäre sicher ertragreicher als weiterhin Material wie dieses hier zu produzieren; so hart das klingt.

Anspieltipps: SHOURI NO EIKOU

Vergleichsbands: JUPITER | SKYWINGS

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„Nach dem Ausstieg von Fuki ist nichts mehr so, wie es war“

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