Metal-CD-Review: MESSENGER – Starwolf Pt. 1 – The Messengers (2013)

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Alben-Titel: Starwolf PT. 1: The Messengers
Künstler / Band: Messenger (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: True / Heavy / Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Patrik Deckarm – Guitars (Rhythm)
Frank Kettenhofen – Guitars (Lead)
Siegfried Schüßler – Vocals
Markus Merl – Drums
Benny Strauß – Bass

Track-Liste:

1. Raiders of Galaxy (05:08)
2. The Spectre (05:28)
3. Salvation (04:27)
4. Pirates of Space (05:04)
5. Chosen One (04:58)
6. Earth, Water and Power (05:19)
7. Reign of the Righteous (05:16)
8. Thousand Suns of Eternity (04:57)
9. Starwolf (06:27)
10. The Path of Science (04:16)
11. Born to Face the Wind (05:54)

Den Nacken gereckt und die Fäuste gestreckt.

MESSENGER ist eine Heavy Metal-Band aus deutschen Landen, die bereits seit 1990 besteht. Nach dem überdurchschnittlich guten letzten Album SEE YOU IN HELL (Review) soll es nun mit STARWOLF Part 1 – THE MESSENGERS in die nächste Runde gehen. Das Präfix STARWOLF PT. 1 deutet dabei recht deutlich auf eine Alben-Saga hin, die im Laufe der nächsten Jahre verwirklicht werden könnte – ungewiss ist allerdings noch, wie umfangreich diese sein wird. Klar ist indes, dass sich MESSENGER einer recht zeitlosen Spielart des Heavy Metal verschrieben haben – eine, bei der zusätzlich die Untergenres des Power- und True Metal bedient werden. Internationale Vergleichsbands finden sich durchaus; hierzulande könnten am ehesten MAJESTY zu Rate gezogen werden, die auf ihren Alben ganz ähnlich vorgehen.

MESSENGER klingen im direkten Vergleich zum letzten Album nun etwas rauer, kantiger; oder auch erwachsener. Und doch geht der gesteigerte Härtegrad nicht gegen den teils enormen hymnischen Anspruch der einzelnen Titel, im Gegenteil. Noch immer dominieren die äußerst melodischen, verspielten Gitarren und die regelrechten Mitsing-Refrains; alles eingebettet in höchst raffinierte Arrangements. Stark wie eh und je ist insbesondere der Drumming-Part von Markus Merl – eine vielleicht ungewöhnliche Feststellung bei einem Genre-Album dieser Art, doch heben sich MESSENGER diesbezüglich klar von der Konkurrenz ab. Und auch Leadsänger Siegfried Schüßler weiß durch seine angenehme Natürlichkeit zu überzeugen, angestrengt oder gar künstlich wirkt hier nichts. Somit kann auch der Anspruch an das True Metal-Genre gehalten werden – zumal es keine Keyboards gibt und ein Großteil der Wirkung allein von den teils sagenhaften Gitarren-Parts und -Soli ausgeht. Langweilig oder repetitiv ist das Album dennoch nicht ausgefallen. Auch ohne großartige zusätzliche Elemente ist ein auffallend frisches, vielfältiges und abwechslungsreiches Album entstanden.

So finden sich immer wieder gelungene Ideen und kleinere musikalische Raffinessen, die den Hörer bestens über die gesamte Spieldauer von STARWOLF PT. 1 tragen. Sei es das hymnische SALVATION (welches mit einem Gastauftritt von Ralf Sheepers aufwartet), das äußerst rhythmische, Gitarren-lastige PORT ROYALE, das gesanglich äußerst variable und beeindruckende EARTH, WATER AND POWER – oftmals werden die ohnehin schon starken Titel durch viele kleinere Einfälle und Elemente (ein höhnisches Lachen hier, wahnwitzige Gitarrenspielereien dort) zu dem wird, was sie sind. Erst gegen Mitte und Ende könnte sich ein dezentes Gefühl der Einförmigkeit einschleichen – welches unter anderem auch aus der oftmals identischen Spielzeit der Titel (alle im Bereich der 4-6 Minuten-Marke) resultiert; und dass sich schlicht eine Hymne an die andere reiht. Richtig abgefeiert wird dann aber spätestens wieder mit dem Titeltrack STARWOLF – und dem eher langsamen, aber durch den starken weiblichen Gastgesang von Jutta Weinhold garnierten BLACKBONE SONG.

Fazit: MESSENGER’s STARWOLF PT. 1 ist ein überraschend gutes Album geworden, welches mehr als deutliche Verbesserungen im Vergleich zum Vorgängerwerk aufweist. Dabei hat man jedoch nicht den Eindruck, als probierte die Band einfach mal etwas anderes aus, um sich nicht zu wiederholen – MESSENGER sind zweifelsohne immer noch MESSENGER, haben sich aber markant weiterentwickelt. Gerade die Drumming- und Gitarrenparts sind nun endgültig über jeden Zweifel erhaben, wissen sich vom oftmaligen Genre-Einheitsbrei abzuheben – und sorgen im Zusammenspiel mit dem starken, stilsicheren Leadgesang für einen äußerst melodischen, hymnischen Gesamteindruck. Vor allem Metal-Fans, denen ein handelsüblicher True Metal (a’la die früheren MANOWAR) zu eintönig, exzessive Uptempo-Powermetal-Eskapaden mit reichlich Keyboard aber auch wieder zu viel des Guten sind, werden hier voll auf ihre Kosten kommen. MESSENGER haben hier einen guten Kompromiss gefunden. Man merkt ihnen die Liebe zum Genre an, dennoch geht es nicht ganz so polemisch zu wie anderswo – und bei weitem nicht so lustlos. Vielleicht ist man hier sogar noch ein stückweit besser beraten als bei den Kollegen von MAJESTY – die zwar auch gute Musik machen, aber einfach nicht an die hier etablierte Qualität herankommen. Trotz des etwas missglückt wirkenden Artworks – das könnte beim zweiten Teil der Saga ruhig etwas stimmiger ausfallen.

Anspieltipps: RAIDERS OF GALAXY, PORT ROYAL, STARWOLF

Vergleichsbands: MAJESTY | MANOWAR | RUNNING WILD

80button

„So frisch und hymnisch klangen MESSENGER noch nie“

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