Metal-CD-Review: TAKAMIY – Raizin (2013)

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Alben-Titel: Raizin
Künstler / Band: Takamiy (mehr)
Land: Japan
Stil / Genre: Melodic / Neoclassical Power Metal
Label: EMI Music Japan

Alben-Lineup:

Toshihiko Takamizawa – Gesang, Gitarre, Songwriting

Track-Liste:

01. 雷神の如く ~Raijin No Gotoku~ (05:38)
02. Samurai Basara (06:23)
03. 仮面の宴 ~Kamen No Utage~ (07:02)
04. Legend Of Galaxy ~銀河の覇者 ~Ginga No Hasha~ (Feat. Mamoru Miyano) (05:54)
05. 嵐が丘 ~Arashi Ga Oka~ (05:38)
06. 君だけを守りたい ~Kimi Dake Wo Mamoritai~ 2013 (Feat. Takeshi Tsuruno) (05:44)
07. 黄金龍王 ~Ougon Ryuou~ (07:00)
08. 孤独なRudy Boy ~Kodoku Na Rudy Boy~ (05:28)
09. Fantasic Love Metal (04:31)
10. Ultra Steel (06:33)
11. ウルトラマン組曲『サーガ』 ~Ultraman Kumikyoku Saga~ (Bonus Track) (06:48)

Komm hol‘ die Trommeln raus…

Toshihiko Takamizawa ist ein japanisches Multitalent; welches sowohl als alter Hase wie auch bunter Hund bezeichnet werden könnte. Schließlich begann die Karriere des Ausnahme-Künstlers bereits vor einigen Jahrzehnten – vor allem in Bezug auf seine Mitwirkung in der japanischen Rock-Band THE ALFEE. Schon immer schien ihm und seiner Musik (unter anderem ist er auch Songwriter und Produzent) dabei etwas besonderes innezuwohnen. So war es kein Wunder, dass er 1991 ein Soloprojekt startete – TAKAMIY. Interessanterweise ging es hier seit jeher etwas schneller und melodiöser zu – das hier entstandene Material ist zumeist eindeutig dem Obergenre des Power Metals zuzuordnen. RAIZIN ist nun das neueste, mittlerweile vierte Studioalbum von TAKAMIY – bei dem Toshihiko Takamizawa einen Großteil der Arbeit am Album im Alleingang erledigte.

RAIZIN ist vor allem eines geworden – verdammt abwechslungsreich. Und so passt der erste Hör-Eindruck bestens zum Image des Künstlers, den man nicht vorschnell in eine einzelne Schublade stecken sollte. Markant: hier und da setzt TAKAMIY auf den Einsatz geradezu wuchtig klingender Trommeln, was zweifelsohne eine ungewöhnliche Maßnahme im allgemeinen Power Metal-Genre ist. Interessanterweise entstehen so oftmals zwei voneinander unabhängige Rhythmen, wenn man so will – die sich jedoch nicht gegenseitig stören, sondern für ein recht erfrischendes Klangerlebnis sorgen. Allerdings wirkt erscheint die Produktion nicht durchgängig sauber und perfekt abgestimmt – was gerade in Titeln wie der Nummer #6 stark auffällt. Hier ist der Gesangspart etwas zu laut und vordergründig, insbesondere im Refrain. Schade auch, dass sich die späteren Titel deutlich weniger markant zeigen, und sich bestenfalls im Durchschnittsbereich bewegen; das freudige Gitarrengefrickel und der ständige Uptempo-Anspruch mal hin- oder her.

Davon abgesehen bewegt sich das Album mit seiner Vielfalt irgendwo zwischen einem ‚War-Metal‘ a’la SABATON, melodischen Keyboard-Eskapaden a’la BALFLARE und Anime- oder japanischer Trashfilm-Soundtrack – mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen. Mal wirkt das dargebotene geradezu mitreißend und inspirierend, gerade weil man so frisch und energetisch ans Werk zu gehen scheint – mal stellt sich aber auch ein dezenter Nerv-Effekt ein. Das ist merkwürdigerweise besonders bei den beiden Feature-Tracks der Fall – die dabei auch so klingen, als seien sie in einem anderen Studio aufgenommen worden. Relativ hymnisch bleibt das Ganze aber dennoch – jener japanische Pomp, oder auch Bombast-Metal (hier eine mehr als gerechtfertigte Attribuierung) geht nach wie vor gut ins Ohr, und sollte dort auch für eine Weile bleiben.

Fazit: True Metal-Fans aufgepasst – RAIZIN ist so bunt, wie es das Cover und das allgemeine Hören-Sagen vom Künstler selbst bereits vermuten lässt. Weder im Hinblick auf das Keyboard wird gespart, noch an unterschiedlichen Stilrichtungen – die alle auf ihre ganz eigene Art und Weise bestimmte Extreme ausloten. Wer einmal den Titel FANTASTIC LOVE METAL gehört hat, wird wissen, was gemeint ist. Zu gefallen wissen vor allem das rasante Tempo und der allgemein eher ‚festliche‘ Eindruck – der eine besondere Atmosphäre und vielleicht auch Emotionalität entstehen lässt. Eines muss man den japanischen Metal-Musikern nämlich lassen: sie stecken stets eine enorme Portion Gefühl und auch Ehrlichkeit in ihre Werke, die sich somit markant von der einstweilen gefühlten Beliebigkeit einiger europäischen Releases abzuheben weiss. RAIZIN hat aber auch einige Schwächen – vor allem im Hinblick auf die insgesamt viel zu schwache, unausgegorene Produktion; und die Gesamtqualität der Drum- und Gitarrenparts (auch wenn die Soli durchaus annehmbar sind). Dergleichen können etwaige Alternativbands aus japanischen Gefilden einfach weitaus besser. Hätte man die Qualität des Gesangsparts und des Songwritings mit der instrumentellen Schlagkraft einer Band wie beispielsweise LIGHTNING kombiniert; alles unter besseren Bedingungen abgemischt und produziert – dann wäre vielleicht ein kleines Meisterwerk entstanden. So reicht es nur zu einer Empfehlung für hart gesottene Genre-Fans mit einer Vorliebe für das besondere, das bunte.

Anspieltipps: RAIZIN NO GOTOKU, SAMURAI NO BASSARA, KAMEN NO UTAGE

Vergleichsbands: MATENROU OPERA | WINDZOR | LIGHTNING

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„Extrem buntes musikalisches Fest für Anime-, Visual Kei und Japan-Liebhaber“

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