Metal-CD-Review: NIGHTSCAPE – Symphony Of The Night (2005)

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Alben-Titel: Symphony Of The Night
Künstler / Band: Nightscape (mehr)
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Lion Music

Alben-Lineup:

Tyler Voelz – Drums
Pontus Åkesson – Guitars
Joakim Wiklund – Guitars
Markus Sundquist – Keyboards
Simon Åkesson – Vocals
Stefan Vidmark – Bass

Track-Liste:

01. Nightscape – Haunted Hill (05:27)
02. Nightscape – Higher Than Life (05:28)
03. Nightscape – Merlin (05:14)
04. Nightscape – Aross The Sky (03:56)
05. Nightscape – Home (03:15)
06. Nightscape – The Serpent King (05:11)
07. Nightscape – Rage Divine (05:38)
08. Nightscape – Curse And Damnation (05:02)
09. Nightscape – Symphony Of The Night (04:00)

Einer der unscheinbareren Power Metal-Silberlinge.

Immer wieder kommt es vor, dass etwaige Power Metal-Scheiben selbst an interessierten Genre-Fans vorbeigehen – zu groß ist die schiere Anzahl der Bands und Veröffentlichungen. Und so wäre es auch nicht weiter verwunderlich, wenn man bisher noch nichts von der schwedischen Power Metal-Combo NIGHTSCAPE gehört hat. Zumal es nach dem 2005 veröffentlichten Album SYMPHONY OF THE NIGHT verdächtig still um die Band wurde – bis heute blieb es beim ersten und einzigen Studioalbum, lediglich eine Demo von 2004 kann noch zur Diskografie hinzugezählt werden. Schade: die offizielle Webseite der Jungs ist längst offline, und auch die Myspace-Seite (Link) scheint nicht gerade gepflegt. Umso interessanter ist es in solch einem Fall zu analysieren, ob hier tatsächlich ein möglicherweise unentdecktes Power Metal-Juwel auf den Hörer wartet – oder es sich letztendlich doch um ein eher verzichtbares Release handelt. Allgemein: sollten NIGHTSCAPE also irgendwann ein Comeback planen, so sollten sie dringend auf den aktuellen Zug der Social-Media-Services aufspringen um nicht den Anschluss zu verpassen

Doch nun geht es erst einmal und vordergründig um das 2005’er Release der Schweden. Dieses beinhaltet übersichtliche 9 Titel, alle mit einer Spielzeit im Rahmen von etwa 3 bis 6 Minuten. Nichts allzu ungewöhnliches also – doch glücklicherweise haben die Schweden mit HAUNTED HILL für einen überaus zünftigen Opener gesorgt, der den Hörer schnell zu fesseln und bestens auf das Album vorzubereiten vermag. Hier zeigen NIGHTSCAPE auf, in welche Richtung ihre Auslegung des Power Metals am ehesten gehen würde: in eine flotte, melodiöse; und mit dezenten symphonischen Komponenten versehene. Jener klassische Bezug ist es auch, der NIGHTSCAPE im Zusammenspiel mit dem gemäßigten Leadgesang von Simon Åkesson schnell in ein gutes Licht rückt – einen überaus gelungenen Refrain sowie nette Instrumentalpassagen gibt es noch obendrauf. Markant: der Kontrast aus einem eher freundlich-freudigen Gesamteindruck und den gar nicht mal so fidelen Lyrics – für manche sicher etwas gewöhnungsbedürftig, scheint diese spezielle Mischung aus flotten und fröhlichen Hymnen mit Klassik-Elementen a’la RHAPSODY OF FIRE perfekt auf NIGHTSCAPE zugeschnitten zu sein.

Und es geht relativ munter weiter: HIGHER THAN LIFE besitzt eine nette Melodie, und glänzt abermals in instrumenteller und gesanglicher Hinsicht. Hier werden vor allem auch Hörer, denen der Opener vielleicht noch ein stückweit zu fröhlich war, voll auf ihre Kosten kommen. Tolle Gitarren- und Keyboardsoli gibt es obendrauf – was will man mehr. Schade ist nur, dass es der Produktion etwas an Biss fehlt – der Sound von NIGHTSCAPE klingt nicht ganz so satt, klar und fulminant; wie er hätte klingen können. Sei es drum – es geht weiter zur Nummer drei des Albums, MERLIN. Wer hier eine epische klingende Saga über den bekannten Zauberer erwartet, wird vielleicht etwas enttäuscht werden – hie und da fehlt es an Kraft und Ausdrucksstärke, und auch wenn die instrumentalen Zwischenspiele wieder einmal gelungen erscheinen; sie reichen nicht aus um über die allgemein gefühlte Belanglosigkeit des Titels hinwegzutrösten. Mit ACROSS THE SKY wird es leider nicht viel besser: hier klingen NIGHTSCAPE wahrlich wie jede andere, x-beliebige Power Metal-Band – nur, dass sie einen nicht ganz so starken Leadsänger haben; wie sich hier erstmals richtig deutlich herausstellt.

Etwas problematisch wird es auch mit der Folgenummer HOME – einer etwas merkwürdigen Ballade mit schwachen Lyrics und einer fragwürdigen Gesangsperformance. Ein reichlich unspektakulärere Instrumentalpart, das relativ uninspirierte Riffing und das Fehlen einer ansprechenden Struktur lassen keine Zweifel zu: hier markieren NIGHTSCAPE den Tiefpunkt ihres Albums. So ist THE SERPENT KING schon automatisch ein ansprechenderer Titel – doch tatsächlich legt die Band hier wieder eine Schippe drauf und präsentiert sich erstmals von einer halbwegs düsteren; man sollte vielleicht eher sagen mysteriös wirkenden Seite. Unterhaltsame Tempowechsel, eine schmetternde Instrumentierung und ein ausgleichender, melodiöser Mitsing-Refrain machen die Nummer zu einem dringend benötigten Highlight im Mittelteil. Die drei noch folgenden Nummern unterscheiden sich mitunter stark: RAGE DIVINE ist nicht spektakulär aber grundsolide, während CURSE AND DAMNATION mit beinahe unerträglichen Tempo-Experimenten daherkommt. Nach den hier präsentierten getragenen Parts wartet man einfach auf eine Tempo-Explosion – doch die kommt nicht. Auch die eingespielten Keyboard-Orgeln klingen nicht gerade besonders organisch. Der Rausschmeißer und Titeltrack SYMPHONY OF THE NIGHT fungiert als eben solcher – kann das Ruder aber nicht mehr wirklich herumreißen. Das Album wirkt insgesamt sehr ambitioniert – aber eben noch lange nicht perfekt.

Fazit: Der markante, unbedingt zu ergatternde Geheimtipp ist NIGHTSCAPE’s SYMPHONY OF THE NIGHT aus dem Jahre 2005 nicht – doch immerhin handelt es sich um ein grundsolides Genre-Album. Besonders kräftig oder bissig ist der Sound von NIGHTSCAPE nicht, die etwas lasche Produktion und der manchmal etwas zu behutsam vorgehende Leadsänger verstärken diesen Eindruck noch. Dennoch: Power Metal-Hörer, die keine Probleme mit klassisch inspirierten Arrangements und einem insgesamt doch etwas fröhlicheren und lockereren Gesamteindruck haben, sollten ruhig ein Ohr riskieren.

Anspieltipps: HAUNTED HILL, HIGHER THAN LIFE, THE SERPENT KING

Vergleichsbands: SONATA ARCTICA | STRATOVARIUS

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„Kein Highlight, aber auch nicht unterirdisch“

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