Metal-CD-Review: SOUL OF STEEL – Journey To Infinity (2013)

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Alben-Titel: Jorney To Infinity
Künstler / Band: Soul Of Steel (mehr)
Land: Italien
Stil / Genre: Progressive Power Metal
Label: Bakerteam Records

Alben-Lineup:

Dario Di Francesco – Bass
Lorenzo Chiafele – Drums
Nicola Caroli – Guitars
Daniele Simeone – Keyboards
Gianni Valente – Vocals
Valerio De Rossa – Guitars

Track-Liste:

01. Aeternum Tormentum
02. Through The Gates Of Heaven
03. Shadows Of The Past
04. Neverland
05. Waiting For
06. The Fallen Angel
07. Journey To Infinity
08. Like A Memory
09. Secret Words
10. Portrait Of My Last Dream
11. Last Desire
12. Eternal Life

13. Last Desire (Akustik Version feat. Roberto Tiranti)

Auf zum zweiten großen Werk.

Nein – man hat nichts verpasst, wenn man bisher noch nicht auf die italienische Power Metal-Combo SOUL OF STEEL gestoßen ist – zumindest nicht viel. Erst im Jahre 2007 gegründet, legten die Italiener mit dem leicht zu verwechselnden Bandnamen ihr Debütalbum DESTINY 2011 vor. Gute 2 Jahre später folgt mit JOURNEY TO INFINITY nun das zweite Werk – und die Chance, endlich einen größeren Bekanntheitsgrad zu erwerben. Und tatsächlich, das Album ist durch und durch vielversprechend – angefangen beim wunderbaren Cover-Artwork über die ersten Hörproben bis hin zum Gastauftritt von Roberto Tiranti (LABYRINTH). Aber: werden die jungen Italiener, die in ihrer kurzen Bandgeschichte schon mehrere Besetzungswechsel zu verzeichnen hatten; den Erwartungen gerecht werden ?

Hier kommt es ganz darauf an aus welcher Perspektive man versucht ein Urteil zu fällen. Dafür, dass die Italiener (die quasi aus dem Nichts erschienen sind) mit JOURNEY TO INFINITY ihr erst zweites Studioalbum vorlegen, klingt es verdächtig gut. Es wirkt rundum versiert – vor allem in Bezug auf die Instrumente und Arrangements – und dazu noch perfekt abgemischt und produziert. Vergleicht man es aber mit den Alben anderer Genre-Kollegen, so wird es schon schwieriger, die Fahne explizit für SOUL OF STEEL hochzuhalten. Denn: so richtig will es den Italienern nicht gelingen, die Spannung über die gesamte Laufzeit von immerhin satten 71 Minuten zu erhalten. 10 der 13 Titel (oder 12, abzüglich des Intros) weisen eine Spieldauer von über 5 Muinuten auf – die zwar überaus qualitativ, aber nicht immer ausreichend mitreißend gestaltet werden. Ebenfalls fällt auf, dass SOUL OF STEEL teilweise deutlich nach INSTANZIA (Link) klingen – und das nicht nur aufgrund des ganz ähnlichen Gesangs. Das Problem ist, dass SOUL OF STEEL noch nicht die Qualität dieser oder anderen potentiellen Vorbilder erreichen, und schlicht ein wenig hinten anstehen was das übergeordnete Genre betrifft.

Klar ist aber, dass die Grundvoraussetzungen in jedem Fall gegeben sind. Bereits der Opener TROUGH THE GATES OF HEAVEN zeigt dies deutlich auf. Rein instrumental ist die Nummer ein Genuss – ein hohes Tempo, schön treibende Gitarren und eine gewisse Dramatik sorgen hier für ganz großes (Kopf-)Kino. Ein, zwei oder drei Probleme gibt es dann aber doch. Zum einen verschenkt man reichlich Potential im Refrain, die Backgroundgesänge klingen etwas abgedroschen; und: Leadsänger Gianni Valente wirkt etwas gewöhnungsbedürftig. Sicher ist er kein schlechter Sänger, und hat sogar einen recht hohen Wiedererkennungswert – doch hat man einfach das Gefühl, als wäre hier noch viel mehr aus seiner Stimme herauszuholen. SHADOWS OF THE PAST schlägt dann in eine ganz ähnliche Kerbe, zeigt aber eine deutlich variablere Haltung in Bezug auf das Grundtempo und den Einsatz des Keyboards. Hier kommt SOUL OF STEEL die progressive Note zugute – diese sorgt dafür, dass einzelne Titel zu einer kleinen Entdeckungsreise ausarten können, mit allen erdenklichen Höhen und Tiefen.

Tempo-Freunde, die sich in beinahe jedem Titel nach einem furiosen Double-Bass sehnen werden hier also weniger auf ihre Kosten kommen als jene, die ausgewiefte instrumentelle Strukturen und ein allgemein reiches Klangbild zu schätzen wissen. Gesondert hervorzuheben ist derweil auch der gelungene Einsatz des Keyboards – das niemals zu aufdringlich oder künstlich wirkt, sondern die Kompositionen sinnig unterstützt und ausfüllt. Dabei darf es natürlich auch mal etwas ruhiger zugehen, wie etwa in NEVERLAND, dass stellenweise sogar an AYREON erinnert. WAITING FOR YOU ist dann wieder grundsolide aber wenig spektakulär; FALLEN ANGEL fungiert eher als eine Art Bonustrack. Als kürzeste Nummer des Albums setzt man hier auf eine Ballade, die von einem Duett zwischen dem Leadsänger und einer weiblichen Gastsängerin lebt. Das klingt gar nicht mal schlecht und vor allem glaubhafter als bei so manch anderen Genrekollegen – andererseits können es wieder andere einfach noch einen Tucken besser.

Auf ein wirklich markantes, aus dem Albenkontext herausragendes Highlight muss man tatsächlich etwas warten – doch wenn es kommt, dann richtig. Der Titeltrack JOURNEY TO INFINITY ist in diesem Fall nämlich ausnahmsweise mal wieder einer, der diese Bezeichnung auch verdient. Die emotionale Komponente wirkt alles andere als abgedroschen, das Instrumentenspiel ist energetisch und abwechslungsreich, der Refrain schlicht absolut genial. LIKE A MEMORY knüpft dann wieder an der vorangegangen Ballade an, nur ist dieses Mal kein weiblicher Gastgesang zu hören; und der Titel entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einer etwas kräftigeren Power-Ballade. Auf Abwechslung war man offenbar aber strengstens bedacht – sodass mit SECRET WORDS wieder eine Uptemponummer folgt. Eine ebenfalls gar nicht schlechte, doch werden hier die Schwächen im Gesang deutlicher als zuvor. PORTRAIT OF MY LAST DREAM, LAST DESIRE und ETERNAL LIFE runden das Album ab – sowie natürlich die Acapella-Version von ETERNAL LIFE, mit niemand geringerem als Roberto Tiranti am Mikrofon.

Fazit: Sicher ist, dass man JOURNEY OF INFINITY etwas Raum und Zeit geben sollte – das Album zündet nicht sofort beim ersten oder zweiten Durchlauf. Was sich anbietet ist, es nach und nach für sich zu entdecken – auch wenn dies aufgrund der doch recht ausführlichen Spieldauer nicht einfach erscheint. Vielleicht sollten sich SOUL OF STEEL beim nächsten Album noch mehr auf ihre Stärken besinnen – und etwaige Lückenfüller vermeiden (ein oder zwei Balladen weniger, insgesamt etwas kürzere Tracks; dafür aber vielleicht ein oder zwei epische Longtracks). Denn wenn in Zukunft noch mehr Titel vom Schlage eines Titeltracks wie JOURNEY TO INFINITY auf die Hörerschaft warten, werden selbige kaum zu bremsen sein. Wenn Herr Gianni Valente dann auch noch an wenig an seinem Gesang arbeitet, und sich mit Roberto Tiranti oder einem anderen hochkarätigen Sänger in einem Titel duelliert (alleinstehende Gastgesänge sind immer etwas nutzlos), dann steht dem Weg zur Genre-Krone nichts mehr im Wege. So bleibt es bei einer Empfehlung, und einer guten Zukunftsaussicht.

Anspieltipps: SHADOWS OF THE PAST, JOURNEY TO IFNINITY, SECRET WORDS

Vergleichsbands: DREAM THEATER | RHAPSODY OF FIRE | SYMHONY X

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„Bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück“

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