Metal-CD-Review: PELLEK – Ocean Of Opportunity (2013)

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Alben-Titel: Ocean Of Opportunity
Künstler / Band: Pellek (mehr)
Land: Norwegen
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Doolittle Group

Alben-Lineup:

Per Fredrik „Pellek“ Asly – Vocals & Keyboards
Patrick Fallang – Guitars
Ingemar Bru – Bass
Stian Andrè Braathen – Drums

Track-Liste:

01. Elucidation
02. Northern Wayfarer
03. Sea Of Okhotsk
04. Brigantine Of Tranquility
05. God’s Pocket
06. Stars And Bullet Holes
07. Sky Odyssey
08. Transmigration
09. The Last Journey

Endlich nicht mehr nur allein unterwegs.

Nachdem das norwegische Metal-Talent PELLEK mit BAG OF TRICKS erst kürzlich ein überraschendes Solo-Debütalbum vorlegte (Review), folgt mit OCEAN OF OPPORTUNITY nun der offizielle Nachfolger. Der 1986 geborene Musiker ist offenbar fleißig – und dass nicht nur Alben-technisch. Auch seine teils beeindruckenden Gesangsperformances auf Youtube werden immer zahlreicher (Link zum Youtube-Kanal), die Fanbase dementsprechend immer größer. Dabei ist PELLEK Leadsänger von gleich zwei Bands – seiner eigenen, und den DAMNATION ANGELS. Von eben jener vielversprechenden Band wird man in Zukunft wohl ebenfalls noch einiges zu hören bekommen – heute steht Herr PELLEK (bürgerlich Per Fredrik Asly) aber erst einmal allein im Rampenlicht.

Allein ? Nun, nicht ganz. Vergleicht mit das neue Album OCEAN OF OPPOURTUNITY mit dem vorherigen, fällt dabei eines sofort auf: PELLEK hat erstmals ein vollständiges Lineup um sich versammelt, und werkelt fortan nicht mehr nur in Eigenregie. Dies war der einzig richtige Schritt, wie es scheint – nicht nur hinsichtlich potentieller Live-Auftritte. Denn auch insgesamt wirkt das Album ein stückweit professioneller und ‚runder‘ als sein Vorgänger. 9 Titel beinhaltet das gute Stück – die Spielart ist ein leicht symphonisch angehauchter Power Metal, der sich zumeist im Midtempo und eher klassischen Gefilden wohlfühlt. Stellvertretend dafür steht auch der Opener ELUCIDATION, der schön schwer und getragen daherkommt und den Hörern aufzeigt, was PELLEK im Jahre 2013 alles in Petto haben. Das ist; neben einem rundum versierten Instrumentalteil (der locker mit der internen Label-Konkurrenz a’la SHADOWS PAST mithalten kann) vor allem Leadsänger PELLEK – der immer deutlicher zu bemerkenswerten Höchstformen aufläuft und mit seiner absolut natürlich klingenden, angenehmen Stimme begeistert. Auch in höheren Lagen – sofern es denn mal zu derlei Ausbrüchen kommt; insgesamt gibt man sich eher bodenständig.

Als zweite Nummer folgt dann sogleich NORTHERN WAYFARER, jener Titel, der auch als Videosingle ausgekoppelt wurde (Link). Besonders markant ist hier sicherlich der Kontrast aus eher groovigen Strophen und einem symphonisch aufgeladenen Refrain. Lediglich ein kleinerer Aspekt, den man entweder als Schwäche oder als charmante Eigenart bezeichnen könnte, fällt hier erstmals richtig deutlich auf: PELLEK ist noch relativ jung, Norweger – und interpretiert die Englische Aussprache und Intonation auf eine ganz eigene Weise. Auf keine störende, aber eine für manche eventuell gewöhnungsbedürftige. Gut ist; dass er stets zu 110% engagiert scheint, und die Lyrics mit einer enormen Kraft und Glaubwürdigkeit darbietet – sodass der eben genannte Umstand sich eigentlich schnell wieder relativiert. Zumal er grundsätzlich als ein weiteres Erkennungszeichen der Band fungiert – PELLEK klingen tatsächlich (und auch davon abgesehen) recht einzigartig. Das vorläufige Highlight des Albums ist dann SEA OF OKHOTSK – ein Titel wie eine Geschichte, der man nur allzu gerne lauscht. Vor allem die niemals zu dick aufgetragen wirkende symphonische Komponente, die netten Melodien und der griffige Gesamteindruck (perfektes Drumming, tolle Riffs) machen extrem Laune.

Das folgende BRIGANTINE OF TRANQUILITY hätte dann wieder das Zeug zu einer echten Über-Nummer – hätte. Merkwürdigerweise wirkt Sänger PELLEK hier nicht ganz so taktvoll und manchmal sogar komplett fehl am Platz – seine ausgedehnt-langatmigen oh-oh Gesänge retten einiges, aber nicht alles. Das ist natürlich besonders schade, da es sich rein instrumentell um eine echt gute Nummer handelt – die als episch-symphonisches Instrumentalstück sicher besser funktioniert hätte. GODS POCKET hätte genauso gut von den Kollegen von REINXEED stammen können, so bunt und verspielt wirkt die Nummer – selbst gesanglich nähert sich PELLEK hier Tommy Johansson an. Ein fröhlich-beschwingter Spaßfaktor ist die Folge. STARS AND BULLET HOLES legt dann noch einen drauf, und präsentiert dem Hörer erstmals Blechblasinstrumente – und eine abermals äußerst beeindruckende Instrumentalkulisse aus symphonischen Elementen und markanten Taktwechseln.

Und was sagt man dazu – SKY ODYSSEY ist ein weiteres Highlight. Und was für eines. Vielleicht ist es gewagt, vom besten Titel des Albums zu sprechen wenn es sich ausgerechnet um eine Ballade handelt – doch PELLEK klingen hier einfach durch und durch majestätisch und emotional. TRANSMIGRATION ist vielleicht kein Highlight, aber dennoch eine grundsolide Nummer – während der abschließende Longtrack THE LAST JOURNEY noch einmal aus dem Vollen schöpft und eine möglichst große Bandbreite präsentiert. Da hört man doch gerne zu – auch wenn sich die ein oder andere Länge und vielleicht auch gesangliche Schwäche einschleichen mag.

Fazit: Im direkten Verglich zum Alben-Vorgänger BAG OF TRICKS wirkt OCEAN OF OPPOURTUNITY deutlich versierter, eigenständiger, innovativer – und insgesamt angenehmer; der Langzeit-Hörfaktor ist enorm gestiegen. Es sieht also sehr gut aus für PELLEK und seine neue Bandbesetzung. Dranbleiben lautet die Devise – und wer weiss, vielleicht liefert die norwegische Truppe eines Tages ein wahrhaftig zeitloses Meisterwerk ab. OCEAN OF OPPORTUNITY ist schon verdächtig nah dran; aber eben noch nicht ganz auf der Höhe des Power Metal-Olymps. PELLEK ist ein guter Sänger, das steht fest – doch hat man das Gefühl, als wäre hie und da noch mehr drin gewesen. Auch sollte er zusehen, sich nicht in etwaige Experimente zu vertiefen, sondern schlicht und ergreifend so singen wie er es am besten kann. Rein kompositorisch ist das hier präsentierte Material aber üben jeden Zweifel erhaben. Das ist Symphonic Power Metal, wie er klingen sollte – nicht zu dick aufgetragen, möglichst organisch und satt produziert und abgemischt. OCEAN OF OPPORTUNITY ist also durchaus ein Highlight, besonders dann wenn man eine aufstrebenden, jungen und durch und durch charmanten Truppe eine Chance geben möchte. Denn in Anbetracht der offensichtlich noch nicht allzu großen Erfahrung klingt das Ergebnis doch verdächtig gut, wenn nicht gar phänomenal.

Anspieltipps: NORTHERN WAYFARER, OCEAN OF OKHOTSK, GODS POCKET, STARS AND BULLET HOLES, SKY ODYSSEY

Vergleichsbands: DAMNATION ANGELS | SEVENTH WONDER


80button

„Noch so jung, und dabei fast schon so gut wie die alten Hasen.“

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