Metal-CD-Review: FALCONER – Falconer (2001)

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Alben-Titel: Falconer
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Land: Schweden
Stil / Genre: Folk / Power Metal
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Matthias Blad – Gesang
Stefan Weinerhall – Gitarre, Bass
Karsten Larsson – Schlagzeug

Track-Liste:

01. Upon the Grave of Guilt
02. Heresy in Disguise
03. Wings of Serenity
04. A Quest for the Crown
05. Mindtraveller
06. Entering Eternity
07. Royal Gallery
08. Substitutional World
09. Lord Of The Blacksmiths
10. The Past Still Lives On
11. Per Tyrssons Döttrar I Vänge (Bonustrack)

Wie ein Falke aus der Asche.

Es gibt sie noch; die schwierigen aber im Nachhinein glücklichen Entscheidungen im Metal-Geschäft. Die schwedische Power Metal-Combo FALCONER ist quasi aus einer solchen heraus entstanden: einst als (sehr angesehene) Viking Metal-Band namens MITHOTYN unterwegs, entschloss sich Band-Mastermind Stefan Weinerhall eines Tages dazu, einen Richtungswechsel einzuschlagen. So wurde aus MITHOTYN im Jahre 1999 FALCONER – wobei lediglich Stefan Weinerhall (Gitarre) und Karsten Larsson (Schlagzeug) dem neuen Projekt erhalten blieben. Ein neuer Sänger, der der neuen Stilausrichtung (statt Viking Metal nun ein folkiger Power Metal) entsprechen würde, musste her. Glücklicherweise fand man schnell den geeigneten Mann – Mathias Blad, einen bis dato recht unbekannter Sänger. Zumindest in Metal-Gefilden – denn eigentlich steht der gute auf den großen (Opern-)Bühnen der Welt. Kurz darauf sollte es dann soweit sein: das Debütalbum FALCONER erschien 2001, und schlug  berechtigterweise ein wie eine Bombe.

Warum das so ist, liegt dabei quasi auf der Hand: FALCONER klingen mal so gar nicht nach einer typischen, x-beliebigen Power Metal-Combo; von denen es bekanntlich reichlich gibt. Sie bringen einen verdächtig frischen Sound an den Start – kein Wunder, wohnt der frisch gegründeten Band noch die Erfahrung aus MITHOTYN-Zeiten inne. Und damit auch die Fähigkeit eines außergewöhnlich guten Songwritings und einem bestmöglichen Einsatz der Instrumente. Dies allein mündet schon einmal in einem vergleichsweise innovativen, sagenhaft knackigen Sound; wie er in den ersten drei Nummern UPON THE GRAVE OF GUILT, HERESY IN DISGUISE und WINGS OF SERENETY zu bestaunen ist. Markant: die tollen, prägnanten Riffs (HERESY IN DISGUISE !) und der Verzicht auf allzu große Spielereien (Keyboard-Passagen, klassische Instrumente). Und dennoch, oder gerade deswegen klingt das Debütalbum nicht nach typischem Power Metal – sondern vielmehr nach einem nordisch-epischen, leicht folkigen Epos. Den mitunter größten Anteil daran hat letztendlich auch Leadsänger Mathias Blad – der ein verdammt ausdrucksstarkes Organ besitzt. Doch scheint er seine Darbietung immer mit einer gewissen Leichtigkeit zu inszenieren – gezwungen, aufdringlich oder künstlich wirkt hier nichts. Seine markante, irgendwo zwischen einer angenehmen Rauheit und einer poetischen Süße pendelnden Stimme geht sofort ins Ohr, und wirkt über viele Maßen erhaben.

So erhälten FALCONER ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: den Gesang, der vergleichsweise gemäßigt (Stimmlage) daherkommt und dennoch enorm ausdrucksstark und kräftig, wenn nicht gar majestätisch wirkt. Auch für Abwechslung ist gesorgt: in A QUEST FOR THE CROWN wird es erstmals deutlich folkiger. Zumindest zum Beginn und Ende – dazwischen eingebettet ist ein super-solider Midtempo-Stampfer. Das eigentliche Highlight des Albums steht derweil schon in den Startlöchern: MINDTRAVELLER ist eine jener Über-Hymnen, für die es eigentlich kaum Worte bedarf. Sollte man es dennoch versuchen, so sollten vor allem das äusserst gelungene Riffing, die epische Gesangsdarbietung und die markanten Wechsel von bedächtigen hin zu schmetternden Uptempo-Passagen nicht unerwähnt bleiben. Der Wahnsinn ! Mit ENTERING ETERNITY wird es dann wieder etwas ruhiger – schön, dass der Bass nun auch eine größere Bühne erhält. Ein eingängiger, aber sich keinesfalls schnell abnutzender Refrain rundet das ganze ab. In ROYAL GALLEY wird dann wieder etwas aufs Gaspedal getreten – das Ergebnis ist zünftig, wenngleich sich hier kein Highlight abzeichnet. Das findet man dafür im folgenden SUBSTITUTIONAL WORLD – einer wunderbaren Midtempo-Hymne mit einem abermals verdammt starken Refrain und einer Riesenportion Melodie.

Fazit: Ja, was soll man an einem Debütalbum wie diesem schon groß ankreiden ? Auf den ersten Blick bietet sich nichts an, die Wandlung von MITHOTYN zu FALCONER ist eine wahrlich glorreiche, sicherlich in die (Musik-)Geschichte eingehende. Zwar werden einige alteingesessene Fans in Anbetracht des Endes von MITHOTYN wehmütig gestimmt sein – doch in FALCONER könnten auch sie die gesuchte Erlösung finden; trotz der stilistischen Neuausrichtung. Überhaupt: sollte man nicht aufhören, wenn es am schönsten ist ? FALCONER stehen aber glücklicherweise erst am Anfang ihrer Karriere, sodass in Zukunft noch einige hochkarätige Werke der Schweden zu erwarten sind. Einziger Wermutstropfen: die letzten 2-3 Titel sind nicht mehr ganz so stark wie die Vorgängernummern, und die Produktionsqualität könnte besser (erdiger, druckvoller) sein. Davon abgesehen steht dem folkigen Power Metal-Genuss nichts im Weg – definitiv ein Album, welches man besitzen sollte.

Anspieltipps: MINDTRAVELLER, ENTERING ETERNITY, SUBSTITUTIONAL WORLD

Vergleichsbands: ELVENKING | TYR


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„Die perfekte Symbiose aus Folk und Power Metal“

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