Metal-CD-Review: KALEDON – Altor, The King’s Blacksmith (2013)

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Alben-Titel: Altor: The King’s Blacksmith
Künstler / Band: Kaledon (mehr)
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Gesang – Marco Palazzi
Gitarre – Alex Mele
Gitarre – Tommy Nemesio
Bass – Paolo Lezziroli
Keyboard – Daniele Fuligni
Schlagzeug – Massimiliano Santori

Track-Liste:

01. Innocence
02. Childhood
03. Between The Hammer And The Anvil
04. My Personal Hero
05. Lilibeth
06. A New Beginning
07. Kephren
08. Screams In The Wind
09. A Dark Prison (feat. Fabio Lione)

Auf eine abgeschlossene Sage folgt eine neue.

Endlich ist es soweit – das neue Album der italienischen Power Metaller von KALEDON ist am Start. Das gute Stück (welches bereits hier vorgestellt wurde) hört auf den Namen ALTOR – THE KING’S BLACKMSITH, und beinhaltet 9 Titel mit einer Gesamtspielzeit von knapp über 40 Minuten. Wer die bisherige Diskografie (siehe auch hier) der Band kennt, weiss; dass nicht immer alles Gold war was glänzte – bei Interesse finden sich die ausführlichen KALEDON-Reviews zu allen bisherigen Alben finden sich über die Tag-Suche (Link). KALDEON sind vor allem für ihre 6-teilige Alben-Saga LEGEND OF THE FORGOTTEN REIGN bekannt geworden – zuletzt (2012) veröffentlichten sie eine dazugehörige Compilation, THE MIGHTIEST HITS. Das wohl markanteste Band-Ereignis bisher war aber der Leadsängerwechsel im Jahre 2007 – der ehemalige Frontmann Claudio Conti ging, für ihn kam Marco Palazzi. Der klang und klingt nicht nur deutlich rauer und markanter als sein Vorgänger – im Zusammenspiel mit dem neuen, vorliegenden Album scheinen er und die anderen Mitglieder langsam aber sicher den richtigen Weg einzuschlagen. Während die Vorgängeralben noch teilweise gewöhnungsbedürftig schienen; und nur einige vereinzelte Titel eine nachhaltige Wirkung erzeugen konnten, wirkt ALTOR – THE KINGS BLACKSMITH nun erstmals stimmig – durchgehend und als Gesamtwerk, versteht sich.

Denn vor allem hinsichtlich der Qualität und Wirkungskraft der Musik ist eine mitunter überdeutliche Verbesserung festzustellen. Nach all den Jahren haben KALEDON ihre Interpretation des melodischen Power Metals endlich perfektionieren können – das Ergebnis ist ein vergleichsweise kurzes und bündiges Album; welches schlicht einen Heidenspaß macht. Und dabei recht gut durchdacht wirkt: die hier erzählten Geschichten wirken längst nicht mehr so verkitscht wie dereinst, in Sachen Intensität und Gefühl (beziehungsweise einem beabsichtigten Wechselbad der Gefühle) können KALEDON nun locker mit großen Genrekollegen wie etwa KAMELOT mithalten. Auch die Inszenierung gelingt dabei vorzüglich: von wahren Uptempo-Brettern die einfach nur mitreissen (wie der Opener CHILDHOOD), über angenehm stampfende Epen wie A NEW BEGINNING bis hin zu Balladen wie LILIBETH ist alles vertreten. Die Vielfalt steigert nicht nur den Unterhaltungswert – KAELDON wirken bei allem was sie machen stets ehrlich und ungekünstelt. Selbst die sonst eher obligatorische (und meist ungeliebte) Ballade fällt absolut überzeugend aus – was nicht zuletzt dem starken, kräftig-rauen Gesang von Marco Palazzi zu verdanken ist. Lediglich das kurze, operettenartige Intro hätte man sich vielleicht sparen können – auch wenn es an und für sich ganz nett ist, will es einfach nicht so recht zum darauf folgenden Opener passen.

Dazu sorgen die überaus druckvolle, satte und wohlklingende Produktionsqualität und die perfekte Handhabung der Instrumente (insbesondere die markanten Gitarren- und Keyboardsoli) für einen angenehmen instrumentellen Part. Einzig wenn um den Einsatz des Keyboards als untermalendes / unterstützendes Element geht, wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen: gerade der Opener CHILDHOOD wirkt so – insbesondere im Refrain – etwas überladen und ein wenig zu süßlich. Davon abgesehen gibt es nur wenige markante Kritikpunkte – dass das Rad auf diesem Album nicht neu erfunden wird, sollte dabei jedem klar sein. Eventuell könnte man noch die etwas undeutliche Aussprache des italienischen Landsmannes Marco Palazzi erwähnen – die manche stören und in so manche textliche Irre führen könnte. Andererseits trägt gerade dies zu einer gewissen Einzigartigkeit bei; und wirkt nicht selten auch irgendwie charmant. Dass KALEDON langsam aber sicher auch den Segen und die Unterstützung von anderen großen Bands haben; sieht man nicht zuletzt im finalen Titel A DARK PRISON, in dem Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) eine starke Gastgesangs-Performance abliefert. Zudem handelt es sich hier um die erste und einzige etwas düsterere Nummer – die durch das Keyboard und den Refrain aufgelockert wird. Interessant: Fabio Lione lässt hier eher Erinnerungen an seine frühe Zeit bei VISION DIVINE und LABYRINTH wachwerden, als das große RHAPSODY-Szepter zu schwingen. Ein starkes Stück – wobei es etwas gemein wäre, es als stärkstes zu bezeichnen. Schließlich singt Herr Lione hier allein – Marco Palazzi hat bereits im Vorgängertitel SCREAMS IN THE WIND seinen letzten Auftritt auf dem Album.

Fazit: KALEDON machen auf ihrem neuen Album vieles richtig – sodass es vor allem im direkten Vergleich mit den Vorgängern überaus stark wirkt. Für die absolute Genre-Krone reicht es aber noch nicht – zu markant ist die relative Überstrapazierung des Keyboards, einzelne Titel wie das eher schwache BETWEEN THE HAMMER AND ANVIL orientieren sich noch zu stark am ursprünglichen KALEDON-Sound, und wirken durch grundsätzlich unnötige Elemente (in diesem Fall eine Pseudo-Orgel) noch etwas zu künstlich und überladen. Viel angenehmer sind da doch die Titel, die KALEDON in einer bisher nie dagewesen, zukunftsorientierten Stärke zeigen – mit netten (aber halbwegs dezenten) symphonischen Elementen, einer Riesenportion Melodie und starken Leistungen eines jeden einzelnen Bandmitglieds. Ob A NEW BEGINNING, KEPHREN oder A DARK PRISON – jene Titel strotzen einfach vor Energie und Spielfreude, und ziehen den geneigten Power Metal-Fan sofort in ihren Bann. Nur weiter so – vielleicht erwartet uns dann demnächst das erste 10/10-Album in der Diskografie KALEDON’s.

Anspieltipps: CHILDHOOD, LILIBETH, A NEW BEGINNING, KEPHREN, A DARK PRISON

Vergleichsbands: LABYRINTH | VISION DIVINE


80oo10

„Nettes, aber nicht perfektes oder allzu außergewöhnliches Italo-Album“

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