EVA-Spinoff: Impressionen Zum Epischen Kurzfilmprojekt „Giant God Warrior“ (2013)

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Der Vogel ward wieder einmal abgeschossen.

Vorwort: Bereits vor einigen Monaten tauchte ein seltsamer, beeindruckender Screenshot auf (siehe oben), der bei vielen ein markantes Gänsehautgefühl auslöste – aber auch eine gewisse Ratlosigkeit. Jener Screenshot zeigte eine Reihe von seltsamen, monströsen Gestalten – die von ihrer Präsenz und ihrem Design her stark an die Evangelion-Einheiten erinnerten. Tatsächlich wussten die Japaner schon länger um das dahinterstehende Mysterium – sofern sie denn in die Kino-Vorstellung von EVANGELION 3.33 gegangen sind. Denn: die besagte Szene stammt aus einem Kurzfilm, der auf den Titel GIANT GOD WARRIOR hört – welcher unmittelbar vor dem Hauptfilm gezeuigt wurde, und somit auch auf der japanischen Blu-Ray von EVANGELION 3.33 zu finden ist. Die Spielzeiten wurden für die offizielle Längenangabe sogar zusammengerechnet.

Was aber hat es mit diesem Kurzfilm überhaupt auf sich, und vor allem mit der offensichtlichen EVANGELION-Verbindung ? Die Antwort fällt einerseits ernüchternd, andererseits aber immer noch ausreichend spektakulär aus. Ernüchternd ist, dass der Kurzfilm grundsätzlich nichts mit dem EVANGELION-Franchise zu tun hat – zumindest nicht direkt, doch dazu gleich mehr. Die Hoffnung, dass es sich um ein EVANGELION-Realfilmprojekt handeln könnte, wurde also schnell zerstreut – was vielleicht auch besser ist, ist die Idee einer eigentlich als ‚unmöglich‘ bezeichneten Realfilmumsetzung wie dieser sehr umstritten. Spektakulär dagegen ist, dass der Kurzfilm dennoch nicht zufällig vor EVANGELION 3.33 gezeigt wurde und wird. Zum einen passt das in GIANT GOD WARRIOR gezeigte Szeneario natürlich bestens zum EVANGELION-Universum, in dem riesige Krieger (die Evangelions) und gottähnliche, mächtige Kreaturen (die Engel) ebenfalls eine Rolle spielen. Viel wichtiger aber ist, dass der Kurzfilm von Hideaki Anno selbst in Auftrag gegeben wurde. Und so scharte der findige EVANGELION-Schöpfer einen großartigen Cast um sich: als Regisseur fungiert Shinji Higuchi (der Chef-Animator von EVANGELION), und niemand geringerer als Hayao Miyazaki (Studio Ghibli) zeichente sich für das Creature-Design verantwortlich.

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Das Creature-Design wirkt verblüffend echt…

Moment, das renommierte Studio Ghibli und Hideaki Anno mit seinem etablierten Evangelion-Franchise, wie passt das zusammen ? Was als plötzliche, kongeniale Fusion zweier Meister ihrer Zunft anmutet, hat tatsächlich tiefere Wurzeln in der Vergangenehit: Hideaki Anno arbeitete als aufstrebender Künstler einst unter der Leitung von Miyazaki, und zwar als Key-Animator am Projekt NAUSICAA AUS DEM TAL DER WINDE. In jenem genailen Erstwerk des Studio Ghilbi (welches noch vor der eigentlichen Gründung entstand, Review) gehörten die nun zurück ins Leben gerufenen ‚Gotteskrieger‘ zum stryotechnischen Repertoire, wie es auch folgender Screenshot deutlich zeigt:

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Die ‚Giant God Warriors‘ aus Nausicaa (1984)

Und so schließt sich der durchaus fasznoierende Kreis der großen japanischen Künstler und Geschichtenerzähler. Eine gegenseitige Tributzollung und das Wieder-Aufleben des guten alten NAUSICAA-Franchise ist Grund genug, sich den Kurzfilm anzusehen (Link) – auch unabhängig vom dazugehörigen Hauptfilm. Etwas schade ist nur, dass bisher keine englischen Untertitel verfügbar sind – die Japaner sind wieder einmal exklusiv unterwegs. Ebenfalls markant und hervorzuheben ist die für den Film verwendete Technik: als Projekt und Werbekampagne für das Tokusatsu Special-Effects-Museum (Link) weden Erinnerungen an die japanische Filmgeschichte wach. Godzilla lässt grüßen…

Ein Trailer zum Tokusatsu-Museum:

Eine Meinung oder gar eine Wertung zum Kurzfilm abzugeben, davon soll an dieser Stelle indes (noch) abgesehen werden – solange keine Untertitel zwecks eines besseren Verständis Aufschluss über den erzählerischen Part geben, bleibt es bei einer optisch ungewöhnlich umgesetzten Zerstörung Japans durch riesige Monsterwesen. Das ist zwar nichts grundsätzliches neues, doch nett anzusehen ist es allemal. Ohnehin wird sich der Film vor allem an langjährige Fans und Anhänger von Hideaki Anno und Herrn Miyazaki richten, anstatt als komplett eigenständiges Werk zu fungieren.

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