Metal-CD-Review: THE STORYTELLER – Dark Legacy (2013)

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Alben-Titel: Dark Legacy
Künstler / Band: The Storyteller (mehr)
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Black Lodge Records

Alben-Lineup:

L.G. PerssonVocals
Jacob WennerqvistGuitars, Bass, Vocals
Marcus BacklundGuitars, Bass, Backing Vocals
Martin HjerpeDrums

Track-Liste:

1. Release Me
2. Strength of Valhalla
3. Dark Legacy
4. Uninvited Guest
5. Forever They Shall Kneel
6. God of Gods
7. Upon Your Icy Throne
8. Sancto Spirito
9. Break The Bounds
10. Sands Of Time
11. Battle Of Yggdrasil

Ein überraschendes Comeback – aber kein hochgradig glanzvolles.

Ja, was war denn da los… ? Nachdem THE STORYTELLER 2005 mit UNDERWORLD ihr letztes Studioalbum veröffentlichten, wurde es plötzlich für lange Zeit still um die bis dato recht aktiven Schweden. Sei es drum – sie sind zurück. Und zwar mit DARK LEGACY im Gepäck; einem 11 Titel starken Power Metal-Album. Während es kleinere Veränderungen hinsichtlich der Besetzung gab, wird es die alteingesessenen Fans besonders freuen, dass das unverkennbare Haupt-Aushängeschild von THE STORYTELLER wieder mit von der Partie ist – Leadsänger L.G. Persson. Der sorgte seit jeher dafür, dass die Musik der schwedischen Combo nicht allzu schnell mit der anderer Genre-Kollegen verwechselt werden konnte – und kehrte seine durchaus vorhanden Schwächen (hinsichtlich der Limitierung seiner Bandbreite) schnell in eine eigenständige Stärke um. Doch war und ist die Band seit jeher umstritten – nicht alle konnten sich mit den recht simpel gestrickten Strukturen und den starken HAMMERFALL-Anleihen begeistern. Wird es mit dem neuen Album anders werden; und vor allem: hat sich die musikalische Schaffenspause gelohnt ?

Mit dem Opener RELEASE ME, und dem als Videosingle veröffentlichten STRENGTH OF VALHALLA machen THE STORYTELLER schnell klar, dass sie noch immer die alten sind. Diese unumstößliche Feststellung kann sowohl zum Vorteil als auch Nachteil der neuen Scheibe ausgelegt werden. Sicher, allzu weit sollte man sich nicht von seinen Wurzeln wegbewegen – doch ein Fünkchen Innovation hier, die ein oder andere neue dort hätte man nach einer 7 oder gar 8-jährigen Pause erwarten können. Im Gegenzug werden vor allem jene alteingesessenen Fans bedient, die den Sound der Band schon immer mochten – so standardisiert er im Sinne des typisch europäischen Power Metals auch klingen mag.

Eines fällt neben der wenig überraschenden Stil-Ausrichtung ebenfalls sofort auf: die Soundkulisse scheint allgemein etwas sauberer, minimalistischer gehalten zu sein – und nicht mehr ganz so ausschweifend und Fantasy-lastig wie auf den Alben zuvor. Im gleichen Atemzug aber sinkt die allgemeine Produktionsqualität – was unglücklicherweise dazu führt, dass der THE STORYTELLER hier schwachbrüstiger klingen, als sie eigentlich sind (oder waren). Ebenfalls nicht ganz unproblematisch stellt sich – nach wie vor – die Gesangsleistung von L.G. Persson dar. Sicher, unverkennbar ist er noch immer; und in manchen perfekt auf ihn abgestimmten Gesangslagen sogar brillant – doch war man offenbar darauf bedacht, möglichst viele Variationen einzubauen. So wirken gerade die Passagen, in denen er eher flüsternd haucht, agressiver growlt oder in hohen Lagen screamt verdammt krächzig und irgendwie unangenehm. Ausgerechnet die Single-Auskopplung STRENGTH OF VALHALLA stellt eben jene Variationen explizit zur Schau – und sorgt so für einen recht unausgereiften Gesangseindruck. Noch heftiger wird es dann in Nummern wie dem Titeltrack DARK LEGACY oder UNINVITED GUEST – man kommt nicht umher, sich ein wenig mehr Konsequenz zu wünschen.

Aber wie ist es denn eigentlich um die Kompositionen und das Instrumentenspiel bestellt ? Hier gibt es schon deutlich weniger Streitpunkte – es handelt sich um einen grundsoliden Power Metal, der durch eine großzügige Portion Tempo und vordergründige Gitarren auszeichnet. Aber das war es dann auch schon fast gewesen – so unverkennbar der Sänger auch sein mag, die eigentlichen Instrumentierungen sind es nicht. Lediglich der etwas schroffere Ansatz, der sich durch härtere Gitarren und auffälligere Breaks definiert, sorgt so für eine gewisse Eigenständigkeit. Davon abgesehen zieht man das mehr oder weniger spektakuläre Alben-Konzept auf DARK LEGACY schlicht durch – ohne großartige Überraschungen, Höhepunkte oder Ausbrüche.

Fazit: DARK LEGACY wird vor allem langjährige Fans von THE STORYTELLER ansprechen – die sich lediglich mit einer ungewöhnlich schwachbrüstigen Produktion auseinandersetzen müssen, davon abgesehen aber all das bekommen, was bereits auf den Vorgänger-Alben kredenzt wurde. Um wirklich aus dem Genre-Dickicht hervorzustechen, reicht das hier gebotene aber einfach nicht aus – zu gleichförmig ist der Gesamteindruck, zu simpel die Kompositionen; zu diffus und geschmacksabhängig die durchaus diskutable Gesangsleistung. Die Musik, die auf DARK LEGACY offeriert wird, bietet einfach zu wenig Ecken und Kanten – und kann gerade in Anbetracht der langen Wartezeit nicht gänzlich überzeugen.

Anspieltipps: STRENGTH OF VALHALLA, FOREVER THEY SHALL KNEE, GOD OF GODS

Vergleichsbands: FALCONER | THY MAJESTY


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„Keine Rückkehr zu alten (Glanz-)Zeiten“

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