Metal-CD-Review: INSANIA – World Of Ice (1999)

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Alben-Titel: World Of Ice
Künstler / Band: Insania (mehr)
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: No Fashion Records

Alben-Lineup:

Drums – Mikko Korsbäck
Keyboard – Patrik Västilä
Guitar – Henrik Juhano
Guitar – Niklas Dahlin
Bass – Tomas Stolt
Vocals – David Hendriksson

Track-Liste:

1. Insaniation
2. Fighting my tears
3. Fire
4. With courage and pride
5. Forever alone
6. Private sex-machine
7. Paradisia
8. World of ice
9. Furious seas
10. Forever is a long time
11. Carried by wings

Ein Debütalbum mit typischen Schwächen.

Erst im Jahre 1999, gute 7 Jahre nach der eigentlichen Bandgründung von INSANIA aus Schweden, ging es für eben jene Power-Metal-Combo erst richtig los. WORLD OF ICE heisst das vorliegende Debütalbum, welches mitunter überdeutliche Parallelen zu wichtigen Power Metal-Bands a’la BLIND GUARDIAN und HELLOWEEN erkennen lässt. Doch was macht das schon, wenn man die Musik die man macht; liebt und vielleicht auch lebt ? Davon abgesehen kann man INSANIA einfach nicht als x-beliebigen Klon einer Band wie HELLOWEEN bezeichnen – ein Eindruck, den insbesondere die spätere Diskografie verdeutlichen sollte. WORLD OF ICE, das Erstwerk der Schweden, hat indes mit anderen Schwächen zu kämpfen – vor allem hinsichtlich der Produktionsqualität. Der allgemeine Sound ist recht schwachbrüstig und klingt geradezu ’schepprig‘, der Gesang scheint mit merkwürdigen Hall-Effekten versehen worden zu sein. Sicher muss man bei einem Debütalbum, welches im Jahre 1999 erschien, gewisse Zugeständnisse machen – doch sobald man die Fantasie auf zweierlei Ebenen bemühen muss (zum einen in Bezug auf die Inhalte, zum anderen auf die Vorstellung, wie gut das Album tatsächlich hätte klingen können) wird es leicht anstrengend.

Davon abgesehen wirkt WORLD OF ICE von Anfang an absolut stimmig. Alles andere als innovativ oder besonders virtuos zwar, doch den allgemeinen Freund des europäischen Power Metal absolut zufriedenstellend. Ansprechend ist vor allem auch die dargebotene Bandbreite an Titeln: vom netten Orgel-Intro über schmackige Uptempo-Hymen und Midtempo-Stampfer bis hin zu Balladen ist so gut wie alles vertreten. Das können viele Bands, möchte man meinen – doch INSANIA erscheinen selbst in den sonst oft problematischen balladesken Momenten glaubwürdig und wenig verkitscht. Das markanteste Merkmal der Band sind indes die zutiefst melodiösen Kompositionen, die von der beschwingten Gitarren-Arbeit, dem unterstützenden Keyboard und dem perfekt abgestimmten Gesang leben. Einstweilen liefert man sich recht nette Soli-Duelle auf dem Keyboard und an den Gitarren – was entsprechend Laune macht und für das ein oder andere Feuerwerk sorgt. Die Refrains werden Genre-typisch mit einer zusätzlichen Portion Dramatik und Eingängigkeit versehen – was nicht überraschend ist, doch oftmals einfach verdammt gut klingt.

Ob explizit HELLOWEEN-affin oder nicht – gerade Titel wie das voranpreschende FIRE entfalten so schnell eine Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Ein derart festlicher, mit Genre-typischen Lyrics ausgestatteter Refrain kommt nach einem eher schwermütigen (aber ebenso Melodie-verliebten) Einstieg mit dem vorangegangen FIGHTING MY TEARS gerade recht:

MARCH WITH US MARCHING HAND IN HAND,
MARCH WITH US TO THIS GLORIOUS LAND,
WE WILL LIVE ETERNALLY.
SING THE TUNES OF OUR FUTURE SONG,
HAPPINESS FROM OUR HEARTS SO STRONG,
COME WITH US AND YOU WILL SEE…

Warum kompliziert, wenn es auch derart einfach geht… die Wirkung in Richtung einer zeitlosen Hymne verfehlt man jedenfalls nicht. Markant: die Keyboard-Elemente, die zwar nicht immer eindeutig herauszuhören sind (auch in Anbetracht der Produktionsqualität und Abmischung); das Ganze aber doch entsprechend sinnig untermalen. Während PRIVATE 6-MACHINE eher als offensichtlicher Spaßtitel inszeniert wurde (und dementsprechend etwas plump wirkt), wird es im späteren Alben-Verlauf noch einmal deutlich qualitativer; und auch Tempo-lastiger. Zusammenfassend brillieren INSANIA so vor allem in Bezug auf den Alben-Auftakt und das Finale – während im Mittelteil nicht alle Nummern zünden; mit Ausnahme des episch angelegten PARADISIA. Erklingt dann kurz vor Schluss ein grundsätzlich brillanter, temporeicher und melodieverliebter Titel wie FIRE IN THE SKY, kommt man im Gegensatz zu anderen Erstwerken – die einfach so stehen bleiben sollten wie sie sind – nicht umher, sich eine Remastered-Version von WORLD OF ICE zu wünschen. Wer weiss, vielleicht wird dieser Wunsch eines Tages erfüllt… das Problem ist, dass es zwischenzeitlich einen Leadsänger-Wechsel gab. So gut er der Band auch getan hat – er lässt die Möglichkeit eines Re-Releases geringer erscheinen.

Fazit: INSANIA’s Debütalbum WORLD OF ICE ist ein Muss für Fans (auch spätere) der schwedischen Combo – aber auch alle anderen, die kein Problem damit haben, ein produktionstechnisch stark verbesserungswürdiges Album im Stile der älteren HELLOWEEN-Scheiben zu konsumieren. Im Gegenzug gibt es haufenweise eingängige Melodien, wunderbare Keyboard- und Gitarrendarbietungen, einen soliden Gesangspart; schlicht einen super-soliden europäischen Power Metal in seiner Ursprungsform. Wer indes wissen möchte, was INSANIA wirklich draufhaben, sollte dringend einen Blick auf das 4 Jahre jüngere Album FANTASY – A NEW DIMENSION (Review) werfen. In Anbetracht der kurzen Zeitspanne kann man es nicht anders sagen: INSANIA haben diesbezüglich einen Quantensprung gemacht. Aber auch das Debüt ist nett, abwechslungsreich und halbwegs virtuos – und und lässt die Qualitäten der Band schon recht gut blicken.

Anspieltipps: FIGHTING MY TEARS, FIRE, PARADISIA, FURIOUS SEAS, CARRIED BY WINGS

Vergleichsbands: HELLOWEEN | EMERALD SUN


70oo10

„Nicht überragend und mit vielen Schwächen – aber vielversprechend“

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