Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – A Hero For The World (2013)

aherofortheworld_same_500

Alben-Titel: A Hero For The World
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Jakob K Music

Alben-Lineup:

Jacob Kaasgaard: Vocals & Keyboards
David Sivelind: Guitar & Bass
Andy Gentile: Drums

Track-Liste:

01. We Are Forever
02. Eternal Shadows
03. Free Forever
04. Let It Go
05. Heaven’s Eyes
06. Alive
07. End Of Time
08. Over Land And Sea
09. A Quest For The Brave
10. One Hope Of Light

Ungewöhnliches Bandprojekt ist nicht gleich ungewöhnliches Album.

Es schon reichlich spannend, die Hintergründe zu einer Bandcombo wie A HERO FOR THE WORLD zu untersuchen. Erst kürzlich, das heisst im Jahre 2012 gegründet, besteht ihr Kern eigentlich nur aus zwei Musikern: Jacob Kaasgaard und David Sivelind. Die beiden sind gebürtige Finnen – leben aber schon seit längerem auf den Philippinen. Hier hatten sie anscheinend ausreichend Raum und Zeit, sich das ein oder andere Alben-Konzept zu erdenken – sehr vorteilhaft auch, dass die beiden gleich alle benötigten Band-Posten besetzen konnten. Alle ? Nicht ganz, ein Drummer musste noch gefunden werden. Wie auch immer die Verbindung zustande kam, fiel die Wahl auf den US-Amerikanischen Andy Gentile, der offenbar noch keine einschlägige Erfahrung vorzuweisen hat. Und so waren A HERO FOR THE WORLD geboren – beziehungsweise eher drei; die in der Welt des Power Metals ein Wörtchen mmitreden wollten. Ach ja: das Label der Jungs ist übrigens in Hongkong ansässig – wie passend.

Da es sich um ein explizit internationales Genre handelt, dass weltweit funktioniert und Ursprünge in aller Herren Länder hat; kommt eine internationale Zusammenstellung wie diese doch gerade recht. Doch es gibt ein Problem: so bunt die Hintergrunddaten auch sind, das Debütalbum ist verdammt typisch und unspektakulär ausgefallen – und hat auch sonst mit der ein oder anderen Schwäceh zu kämpfen. Sicher ist es schon mal gut, dass die Produktionsqualität keine Mängel aufweist – bei einem internationalen Akt wie diesem hätte das diesbezügliche Ergebnis auch ganz anders ausfallen können. Doch wo man möglicherweise eine Kampfansage (Stichwort A HERO TO THE WORLD) erwarten würde, kann man nur mittelmäßige Genre-Kost ohne einen hohen Wiedererkennungswert entdecken. Und das ist – bei einem derart überfluteten Genre – einfach nicht mehr genug. Es sei denn, man ist entweder schon ewig im Geschäft und kann sich derlei bodenständige Maßnahmen erlauben – oder aber, man gibt ohnehin nichts auf die Meinung anderer. Doch das vorliegende Debüt wirkt einfach nicht so – vielmehr wird hier Großes versprochen, ohne dieses hehre Ziel letztendlich zu erreichen.

So lässt das Debüt-Album vor allem zwei Stärken durchblicken. Die eine liegt in der Handhabung der Instrumente: die Gitarren wirken schön treibend und versiert eingespielt, das Keyboard kommt nur dezent und zielgerichtet zum Einsatz, das Drumming ist unspektakulär aber grundsolide, der Bass kommt vergleichsweise gut zum Tragen. Die andere Stärke liegt in der Ambition, ein möglichst vielfältiges, abwechslungsreiches und ideenreich arrangiertes Album abliefern zu wollen. So sind die Titel von verschiedenen Stimmungen geprägt – von hymnisch-freudigen Lobgesängen a’la WE ARE FOREVER, über episch angelegte Uptempo-Nummern a’la HEAVEN’S EYES bis hin zu balladesk angehauchten Nummern a’la FREE FOREVER (mit intensivem, weiblichem Gastgesang) ist eine angenehme Bandbreite vertreten. Doch gerade hinsichtlich der Umsetzung hapert es teilweise gewaltig.

Wenn man noch über das deutlich zu kitschige (aber immerhin innovative) Klangbild eines Titels wie FREE FOREVER hinwegsehen kann, liegt eine der größten Schwächen des Albums – leider Gottes – im Leadgesang von Jacob Kaasgaard begründet. Sicher, es muss nicht immer ein ’neuer‘ Michael Kiske sein (ein gerne zitiertes Vorbild) – doch muss der Gesang zumindest immer stimmig und auf den Sänger zugeschnitten wirken. Auf dem vorliegenden Album aber versucht sich der Sänger in allen möglichen Richtungen – ohne, dass er dabei in einer Lage konsequent überzeugt. Mal klingt das Ganze deutlich zu hoch, mal zu kratzig, mal zu nasal; mal zu kraftlos, mal einfach nur komisch (ALIVE) – einen derartig vielfältigen, aber insgesamt doch enttäuschenden Gesangseindruck  findet man so wahrlich nicht auf jedem Album. Die Highlights sind, wenn überhaupt; rar gesät: man könnte sich hier am ehesten für den Opener entscheiden. Kurzum: ein schlechtes Album ist A HERO FOR THE WORLD nicht geworden – nur ein verdammt unspektakuläres, austauschbares – welches einzig und allein in Sachen Gesang für gewisse Alleinstellungsmerkmale sorgen kann; doch ausgerechnet die sind nicht immer besonders angenehm.

Anspieltipps: WE ARE FOREVER, ETERNAL SHADOWS, END OF TIME

Vergleichsbands: GAIA EPICUS


60oo10

„Ambitioniertes, leicht exotisches Debüt mit vielen Durststrecken“

Advertisements

Die Kommentarfunktion wird noch zu selten genutzt... ändere dies !

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s