Metal-CD-Review: CRYSTALLION – Killer (2013)

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Alben-Titel: Killer
Künstler / Band: Crystallion (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Melodic Metal / Melodic Rock
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Thomas Strübler – Vocals
Patrick Juhász – Guitar
Stefan Gimpl – Bass
Martin Herzinger – Drums

Track-Liste:

1. Run
2. Far Cry
3. Dead On Arrival
4. Heat Of A Thousand Flames
5. Ready To Strike
6. Killer
7. S.O.S.
8. I’m Alive
9. Push Comes To Shove
10. Change Your Heart
11. Full Moon Fever
12. The Unwanted

Power Metal ? Das war einmal.

Es ist immer wieder eine spannende Angelegenheit mit anzusehen, in wie weit sich Künstler im Laufe ihrer Karriere weiterentwickeln. Ob es sich dabei aber wirklich um ein wirklich nachvollziehbares, sinniges Wachsen im Sinne von Qualität, Gehalt und Ausrichtung handelt – oder nur um eine sprunghafte Änderung der Stilrichtung, das ist eine andere Frage. Eine nicht alles, aber sicherlich doch vieles entscheidende. Auch in Anbetracht des neuen Albums der deutschen Metal-Band CRYSTALLION, schlicht KILLER getauft; wird man sich nun eben solchen Fragen stellen müssen.

Warum das so ist, offenbart ein Blick auf die bisherige Diskografie der gebürtigen Bayern. Bereits im Jahre 2003 gegründet, legten sie mit ihrem Debütalbum A DARK ENCHANTED CRYSTAL NIGHT von 2006 (Review) ein grundsolides, wenn auch nicht spektakuläres Genre-Album ab. Ein Album, welches sich zweifelsfrei dem Power Metal zuschreiben liess; mit entsprechendem Double-Bass-Getöse, melodischen Strukturen und hochtrabend-hymnischen Refrains. Dann, und im Jahre 2008, sorgten sie plötzlich für eine Überraschung: HATTIN war nicht nur weitaus hochwertiger als das gerade einmal zwei Jahre ältere Debütalbum – es war zudem ein sagenhaftes Konzeptalbum von einer Intensität und Ausdruckskraft, die noch immer ihresgleichen sucht. Im entsprechenden Review auf Oliverdsw.Wordpress sahnte jenes Werk entsprechend ab – und auch allgemein gilt es gleichermaßen als Geheimtipp wie musikalischer Höhepunkt der Bandgeschichte von CRYSTALLION.

Bereits ein Jahr später folgte das dritte Studioalbum – HUNDRED DAYS, ebenfalls ein Konzeptalbum; jedoch mit einer insgesamt ruhigeren, unspektakuläreren, schlicht rockigeren Gangart. Während sich seit dem viele Fans also nach einem weiteren Hochkaräter a’la HATTIN sehnten, folgte einige Zeit später die Ankündigung für ein neues Album. Dieses sollte schlicht KILLER heissen – allerdings kein Konzeptalbum mehr sein und nach der Pleite des einstigen Labels eine neue musikalische Seite von CRYSTALLION offenbaren. Gut, gut – einmal über das schreckliche Cover-Artwork hinweggesehen, machte zumindest die Tatsache Mut, dass CRYSTALLION noch immer aus der gleichen Besetzung bestanden wie dereinst und zu HATTIN-Zeiten. Doch was dann, und in Form der nun 12 vorliegenden Titel tatsächlich folgen sollte, hat tatsächlich so gar nichts mehr gemein mit der ehemaligen Ausrichtung der Band.

Sicher, niemand hat etwas gegen eine Weiterentwicklungen oder gar musikalische Neuausrichtungen, wenn; und das ist nicht nur ein kleines Wörtchen, wenn die einst etablierte Qualität und Originalität nicht darunter leidet. Genau das ist CRYSTALLION jedoch passiert: KILLER ist ein leicht zu verwechselndes Album geworden, welches sich eher in Bereichen des Hardrock denn des Heavy Metal umschaut. Bands gibt es zwar auch im Power Metal (dem ehemaligen CRYSTALLION-Genre) wie Sand am Meer – doch im Hardrock, beziehungsweise jenem Metal, der eher Retro-orientiert ist und die einstigen Trends der 80er Jahre wieder aufleben lässt, sieht es gewiss nicht anders aus. Hier hätten CRYSTALLION schon weitaus mehr machen müssen, als sie es nun mit und auf KILLER veranstalten – sie gehen nur noch mehr in der Masse unter. Zumindest aus einem qualitativen, ehrlichen Blickwinkel heraus – während die Verkaufszahlen im Vergleich zu ehemaligen ‚Geheimtipps‘ a’la HATTIN natürlich steigen dürften. Anders gesagt: CRYSTALLION goes Kommerz, und darunter leidet verständlicherweise die Originalität und Qualität.

Und so wirkt KILLER vor allem wie aus einem Guss. Wirkliche Ausfälle oder gar Peinlichkeiten gibt es zwar keine, doch andererseits bleiben echte Highlights aus, und der Gesamteindruck des Albums könnte unspektakulärer nicht sein. Als direkter Vergleich böte sich eine ebenfalls noch junge, oldschool-orientierte Band wie ALPHA TIGER an – die das Ganze aber mit einer größeren Portion Charme und Authentizität zelebriert. Und offenbar auch soundtechnisch qualitativer: die Abmischungs- und Produktionsqualität von KILLER kann nur noch schwerlich mit den Vorgänger-Alben mithalten. Man sagt zwar, dass Artworks nicht immer mit der tatsächlichen Qualität eines Albums einhergehen müssen – in diesem Fall aber trifft es zu.

Fazit: KILLER bleibt eine Empfehlung für alle Freunde eines melodischen Heavy Rock ohne großartige Schnörkel, langjährige Fans der Band werden aller Wahrscheinlichkeit nach enttäuscht sein. Man sollte ein Album zwar auch immer unabhängig von der bisherigen Diskografie einer Band betrachten – doch selbst dann schneidet KILLER nicht deutlich besser ab.

Anspieltipps: READY TO STRIKE, FULL MOON FEVER, THE UNWANTED

Vergleichsbands: HARTMANN | PLACE VENDOME


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„In Anbetracht der früheren Alben ein Schlag ins Gesicht, nicht nur qualitativ“

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