Metal-CD-Review: ALPHA TIGER – Beneath The Surface (2013)

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Alben-Titel: Beneath The Surface
Künstler / Band: Alpha Tiger (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: Century Media

Alben-Lineup:

Stephan Dietrich – Gesang, Piano
Peter Langforth – Gitarre
Alexander Backasch – Gitarre
Dirk Frei – Bass
David Schleif – Drums

Track-Liste:

01. Intro
02. The Alliance
03. From Outer Space
04. Waiting For A Sign
05. Beneath The Surface
06. Along The Rising Sun
07. Eden Lies In Ruins
08. Rain
09. Crescent Moon
10. We Came From The Gutter

Schon deutlich zielstrebiger als das Debüt. Aber besser… ?

Nicht einmal 2 Jahre war es her, als eine bis dato unbekannte deutsche Bandcombo ihr Debütalbum MAN OR MACHINE veröffentlichte. Tatsächlich waren ALPHA TIGER aber schon früher musikalisch unterwegs – bis 2011 führten sie den Bandnamen SATIN BLACK, unter dem sie 2008 das Album HARLEQUIN herausbrachten. Aber es ist ganz egal, ob man BENEATH THE SURFACE nun als zweites oder drittes Album der noch jungen Band aus Freiberg in Sachsen betrachtet – die Entwicklungen, die innerhalb dieser kurzen Zeitspanne stattgefunden haben, sind direkt auf dem neuen Werk zu hören. Und das in einer recht beeindruckenden Art und Weise.

Das besondere, oder aber auch kuriose an ALPHA TIGER ist schließlich der besondere Geist, der der Musik der jungen Band – in all ihren Facetten – innewohnt. Ein musikalischer Geist, den sie in ihren Kompositionen zelebrieren; der sich aber auch auf der Bühne und in ihren Outfits widerspiegelt. Jener Geist, jener rote Faden bezieht sich auf den unverrückbaren Eindruck, dass ALPHA TIGER in einem früheren Leben schon einmal Musik gemacht haben müssen – oder aber aus einer Paralleldimension stammen, in der die NWoBHM (New Wave of British Heavy Metal) noch immer so zelebriert wird, als wäre das Genre noch keinen Tag gealtert. So ist BENEATH THE SURFACE vielleicht auch entgegen aller Erwartungen (teilweise starke Power Metal-Ausrichtung auf dem Debüt, das Cover-Artwork) ein waschechtes Oldschool-Album geworden, welches Freunde von BLACK SABBATH, JUDAS PRIEST oder SAXON direkt ansprechen wird.

Die Kompositionen auf BENEATH THE SURFACE sprühen so vor einem gewissen Retro-Charme – und vermögen es gleichzeitig, diesen Eindruck mit einer geballten Ladung Energie und Spielfreude zu verknüpfen. Ganz so, wie es bei einem zeitlosen Album auch der Fall sein sollte. Titel wie THE ALLIANCE oder FROM OUTER SPACE sind schlicht wunderbar energetisch, lebendig – wobei gerade die Gitarren einen nicht unerheblichen Anteil an dieser positiven Gesamtwirkung haben. Auch die etwas ruhigeren Titel wie WAITING FOR A SIGN oder CRESCENT MOON funktionieren gut, die Refrains sind teilweise außergewöhnlich gut (wie bei ALONG THE RISING SUN) – und auch Abwechslung gibt es reichlich. Zum Glück – denn die Titel fallen mit Spielzeiten jenseits der 5 Minuten-Marke allesamt recht ausführlich aus. So sorgen die knackigen Breaks und die immer wieder eingestreuten, guten Soli-Passagen für ein ordentliches Flair.

Aber was wäre ein Album wie dieses ohne Schwächen ? Richtig, ein Meisterwerk. Doch um als solches bezeichnet werden zu können; dafür fehlt es BENEATH THE SURFACE letztendlich doch noch an einem gewissen Etwas. Zwei Probleme, die sich je nach Gusto mehr oder weniger stark bemerkbar machen werden, sind die folgenden: zum einen ist der Leadgesang von Stephan Dietrich etwas gewöhnungsbedürftig – hier sind kaum Variationen vorgesehen. zudem wirkt es einstweilen so, als würde er etwas zu hoch singen – und zudem etwas nasal (geringfügig). Das mögen Kleinigkeiten sein – klar ist indes, dass er so nicht zu den besten Sängern im Genre gehört. Der andere Punkt ist der der sich wiederholenden Elemente. Obwohl das Album auf Abwechslung bedacht ist, und die Kompositionen wirklich quicklebendig erscheinen; fällt nach und nach immer mehr auf, dass das Album im Gesamtkontext doch nicht so variabel ist wie gedacht. Den Songs (einzeln betrachtet) könnte man so nur gutes attestieren – doch als Gesamtwerk wirkt BENEATH THE SURFACE schon längst nicht mehr so spektakulär.

Fazit: Power-Metal-Fans aufgepasst, denn… this is not your everyday Power Metal album. Auch, wenn die Genrebezeichnung und das Cover etwas anderes sagen. Vielmehr richtet es sich an jene, die einen markant oldschooligen Sound zu schätzen wissen – ein Sound, der stark in Richtung NWOBHM driftet, und vielleicht sogar dem True Metal zugeordnet werden könnte. Schließlich verzichten ALPHA TIGER auf unötige Spielerien (wie ein Keyboard, Effekte) – und sorgen vor allem dafür, dass die Gitarren ein ausserordentliches Maß an Aufmerksamkeit bekommen. Dennoch wäre hier mehr drin gewesen – mit einem markanteren (vielschichtigeren) Gesangspart, mit ein oder zwei wirklich aus dem Albenkontext hervorstechenden Hymnen.

Anspieltipps: THE ALLIANCE, FROM OUTER SPACE, ALONG THE RISING SUN

Vergleichsbands: FATES WARNING | ENFORCER


70oo10

„Für Zwischendurch bestens geeignet“

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