Metal-CD-Review: GALDERIA – The Universality (2012)

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Album: The Universality | Band: Galderia (weitere Band-Inhalte)

Land: Frankreich – Stil: Power Metal – Label: Metalodic Records

Alben-Lineup:

J.C. – Schlagzeug
Tom – Gitarre, Gesang (Backing)
Seb – Gitarre, Gesang (Lead)
Verdo – Bass, Gesang (Backing)

01 Universal Glory 00.57
02 Children Of The Earth
07.49
03 Universality 04.10
04 Raise The World 05.06
05 Sundancers 03.12
06 Farspace 04.20
07 Galderians 06.43
08 Ocean Of Light 07.42
09 Beyond The Cosmic Winds 06.54
10 Rising Soul 03.41
11 One Million Dreams 05.51
12 Call To The World 06.42
13 Outro 03.48

Alle (übernatürlichen) Kräfte gesammelt… und los geht’s.

Endlich liegt es vor – das erste GALDERIA-Album, welches in einem größeren Rahmen und mit der Hilfe eines kleinen aber renommierten Labels (Metalodic Records, Link) veröffentlicht wurde. Zuvor hatten die findigen Franzosen um Leadsänger Seb ihre Scheiben stets über ihre Webseite angeboten – und das zwischenzeitlich auch kostenlos (siehe hier). GALDERIA wurden bereits 2006 gegründet – doch wirkten sie lange Zeit wie eine Art semi-professionelles Fanprojekt, welches aus der Freude zur Musik ins Leben gerufen wurde. Dies hatte einen mitunter großen Vorteil: die Band erschien stets greifbar und kontaktfreudig, offen für Vorschläge und alles andere als abgehoben oder unnahbar. Und: die Webseite der Franzosen ist auch heute noch auffällig gepflegt und mit frei zugänglichem Material bestückt. Spätestens mit dem Release der überraschend gehaltvollen EP RISE LEGIONS OF FREE MEN aus dem Jahre 2010 (Review) jedoch sollte sich ein neuer Weg abzeichnen – ein Weg hinaus aus dem musikalischen Untergrund, hin zum Licht einer breiteren Öffentlichkeit. Durch das Einbeziehen von zusätzlichen Promotionswegen wie Facebook konnten GALDERIA immer mehr Aufmerksamkeit gewinnen – und das Jahr 2012 so, und zur Freude vieler mit einem vollwertigen Album abschließen.

THE UNIVERSALITY beinhaltet 13 Tracks, abzüglich Intro und Outro bringt man es auf 11 vollwertige. Mit einer Spielzeit von knapp 67 Minuten haben GALDERIA dabei offenbar einiges anzubieten – die Frage ist, ob die Band ihre im Laufe der Jahre gesammelte Erfahrung sinnig kumuliert und zu einem stimmigen Ergebnis gebracht hat, oder ob THE UNIVERSALITY doch noch wie ein besseres Fanprojekt anmutet. Eine Frage, die grundsätzlich über Sieg oder Niederlage entscheiden könnte – im Falle von GALDERIA aber eher hin zu einem neutralen Ergebnis tendiert. Und damit auch einem etwas unspektakulären: THE UNIVERSALITY ist weder ein musikalischer Reinfall, noch ein überdurchschnittlich gutes Power Metal-Album geworden.

Für GALDERIA und ihr THE UNIVERSALITY sprechen zweifelsohne die stets spürbare Liebe zur Musik, die sich in liebevollen Arrangements, typischen aber wirkungsvollen Textinhalten und satten Melodiebögen widerspiegelt. Dies, gepaart mit einer offensichtlichen Vorliebe für sphärische Erfahrung außerhalb der Erdatmosphäre, sowie eingängigen Mitsing-Refrains machen gerade Titel wie den Opener CHILDREN OF THE EARTH zu eindringlichen Hymnen mit allerlei Bombast. Doch gleichzeitig entstehen so einige Probleme: die Gitarren und Drums klingen gerade im künstlich aufgeblasenen (und mit Hall-Effekten versehenen) Refrain verdächtig schwach, die Chorgesänge gehen zwar in Ordnung; können sich jedoch nicht mit denen anderer ‚großer‘ Genrevertreter messen. Eher eine Geschmackfrage ist der Leadgesang von Seb, beziehungsweise vielmehr seine spezielle Aussprache – während seine Stimme grundsätzlich unverwechselbar und angenehm klingt.

Das möglicherweise größte Problem von THE UNIVERSALITY ist jedoch seine eher schwachbrüstige Produktion – in Anbetracht der Band-Historie und der Qualität der Vorgänger-EP eine durchaus verwunderliche Angelegenheit. Es ist simpel: die Hall-Regler wurden zu stark aufgedreht, sodass eine insgesamt eher blecherne Wirkung ohne einen festen Bodensatz entsteht. Gerade Nummern wie der Titeltrack UNIVERSALITY haben mitunter stark darunter zu leiden, klingen sie doch wesentlich weniger druckvoll und ’schmackiger‘ als erwartet. Stattdessen gibt es massenhaft oh-ho Gesänge nebst super-süßer Melodien serviert – die zwar seit jeher ein Markenzeichen der Band sind, doch wäre ein wenig mehr Härte sicher nicht verkehrt gewesen. Die gibt es dann unter anderem in Nummern wie RAISE THE WORLD aufgetischt – doch warum dann gerade hier wieder zusätzliche Regler bei der Gesangsaufnahme (starker Hall-Effekt, gefühlte Wegnahme der Höhen) gedreht wurden, bleibt schleierhaft. Da hilft es leider auch nicht mehr viel ,dass man sich gegen Mitte sogar mal an harscheren Growls versucht – wirklich ehrlich und bodenständig wirkt das alles nicht.

Bei solchen Nummern wünscht man sich eher alte Hasen wie CELESTY herbei – die ebenfalls angenehm sphärische Klänge und Ausserwelten-Bezüge mit der Kraft des Power Metals verbanden. Zu GALDERIA passen schon eher Nummern wie SUNDANCERS, die im Midtempo gehalten und mit zusätzlichen Gesangs-Auftritten versehen sind. FARSPACE könnte glatt von FREEDOM CALL stammen, so fröhlich und nett klingt die Nummer – während GALDERIANS vor allem mit der gewöhnungsbedürftigen Aussprache und Betonung von Seb zu kämpfen hat – sonst aber eine nette Halb-Ballade ist. Wirkliche Highlights sucht man indes vergebens – zumal sich die einzelnen Titel stark ähneln. Ruhig-verhaltene Strophen werden durch kurze Gitarren-Intermezzi und akustische Gesangspassagen abgewechselt, und münden stets in einem ausschweifenden, pompösen Refrain. Eigentlich wäre BEYOND THE COSMIS WINDS ein Kandidat für den besten Titel des Albums – doch was auch immer man sich beim merkwürdigen in-die-Länge ziehen der Endsilben in den Strophen gedacht hat; es klingt eher grausam. Ansonsten: der starke Chorgesang und der abwechslungsreiche Aufbau machen durchaus Spaß. Gegen Ende gibt es dann noch einmal die typische Portion GALDERIA – Überraschungsmomente sind auch hier keine vorgesehen. Wobei – der letzte vollwertige Titel, CALL TO THE WORLD klingt nocheinmal ein stückweit versierter, professioneller; stärker abgemischt.

Fazit: So ganz überzeugend ist GALDERIA’s THE UNIVERSALITY nicht ausgefallen. Jedoch muss man sich die Frage stellen, ob man dergleichen überhaupt hat erwarten können – oder ob GALDERIA nicht doch weiterhin als Fanprojekt (oder ähnliches) angesehen werden möchten. Wenn nicht – das heisst, stattdessen als durch und durch professionelle und eigenständige Musiker – dann muss sich noch einiges tun. Denn: stellt man GALDERIA mal probeweise auf eine Stufe mit nahen Band-Verwandten wie DREAMTALE, FREEDOM CALL, CELESTY oder vielleicht auch KELDIAN, so lassen sich deutliche qualitative Unterschiede einfach nicht verhehlen. Das Gespür für Melodien ist da, das Album hat eine enorm positiv-beschwingende Wirkung – doch in Sachen Leadgesang, Produktion sowie Gitarren- und Drumarbeit gibt es massiven Verbesserungsbedarf. Und bitte, bitte; nicht soviel an den Reglern (vor allem den Hall- und Echoeffekten) spielen – THE UNIVERSALITY hätte sicher weitaus besser geklungen, wäre es etwas organischer und bodenständiger ausgefallen. Das Potential ist ohne Zweifel da – doch wirkte sogar die 2 Jahre ältere EP ungleich stärker, druckvoller, kurzum: majestätischer. Eben so, wie es der Musik von GALDERIA vielleicht auch gebührt…

Anspieltipps: CHILDREN OF THE EARTH, SUNDANCERS, RISING SOUL, CALL TO THE WORLD


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