Filmkritik: „Duell Der Magier“ (2010)

Originaltitel: The Sorcerer’s Apprentice
Regie: Jon Turteltaub
Mit: Nicolas Cage, Jay Baruchel, Teresa Palmer u.a.
Land: USA
Laufzeit: 109 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Fantasy / Action
Tags: Magier | Magie | Teenager | Merlin | Morgana | Manhattan

Zeit für ein Duell… ein Duell der Magier.

Inhalt: Einst gab es einen sagenhaften Zirkel aus Zauberern, die für das Gute einstanden. Unter der Anleitung von Merlin höchstselbst wurden drei Schüler in die hohe Kunst der Magie eingeführt – auch, um dem Bösen, verkörpert von Merlin’s Erzfeindin Morgana LeFay, den Garaus zu machen. In einem hitzigen Kampf jedoch fand Merlin plötzlich den Tod, und eine der Schülerinnen nahm die Seele von Morgana in sich auf, um in einer Art magischen Hülle versiegelt zu werden. Jahrhunderte später ist einer der ehemaligen Schüler, Balthazar Blake (Nicolas Cage) noch immer auf der Suche nach der einen speziellen Person, dessen Erscheinen ihm in einer von Merlins Prophezeiungen versprochen wurde. Dieser jemand würde als einziger in der Lage sein, es mit Morgana aufzunehmen – denn die würde nicht auf ewig in ihrem Gefägnis gefangengehalten werden können. Erst Recht nicht, als ein gewisser Maxim Horvath (Alfred Molina) auftaucht, und Balthazar fortan mächtig ins Handwerk pfuscht. Der hat währenddessen einen möglichen Erben des Merlin-Kultes gefunden: den Studenten Dave Stutler (Jay Baruchel). Mit seiner recht unbeholfenen Art hat er es erst schwer, sich mit seiner ihm zugetragenen Rolle zu identifizieren – doch tatsächlich scheint in ihm eine gewisse Macht zu wohnen.

Kritik: Filme über Magie und magisches sind beliebt – und das nicht erst seit gestern. Besonders im Hause Disney hat man sich seither nur allzu gern dieser Thematik angenommen, erst in Zeichentrickform – und später vornehmlich in animierter. Wenngleich gerade diese Werke zu den Aushängeschildern Disney’s zählen, produziert man in jenem Hause eben auch Realfilme – von denen DUELL DER MAGIER einer der aktuellsten ist. Wie viele seiner Vorgänger ist er explizit auf ein jüngeres, im besten Falle familienbezogenes Publikum zugeschnitten – und bedient so vernehmlich die Fantasie von Teenagern und jungen Erwachsenen, die sich nur allzu gern in der Rolle des Titelhelden Dave Stutler wiederfinden würden. Zwar wird sein Leben ab einem gewissen Zeitpunkt – dem ersten Zusammentreffen mit Magier Balthazar – reichlich durcheinandergewürfelt, doch sollten die Kräfte, die er im Gegenzug dafür erhält, diese Tatsache locker aufwiegen. Zumindest im allgemeinen Disney-Universum, in dem ein derartiges Erbe keinesfalls mit dem Tragen einer gewissen Bürde oder Verantwortung einhergehen wird – der vereinfachten Disney-Magie sei dank. Oder eben nicht – doch gilt es, sich die eigentliche Zielgruppe vor Augen zu halten.

Schließlich wird auch der Titelheld Dave Stutler mit genügend dahingehenden Identifikationsmöglichkeiten ausgestattet. Auch wenn hier einiges aus der handelsüblichen Klischee-Kiste zu stammen scheint, wird seine Wandlung vom ‚Normalo‘ oder gar Nerd und Aussenseiter hin zu einem Helden aus Leidenschaft halbwegs nachvollziehbar inszeniert. Als etwas schrofferer Gegenpart mit mehr Ecken und Kanten präsentiert sich folgerichtig Balthazar, jener Magier der seit einigen hundert Jahren über die Urne mit dem Geist seiner Erzfeindin wacht. Dem wiederum stehen zwei Bösewichter gegenüber, die ganz Disney-tpisch weniger furcheinflössend wirken – aber dennoch für ein klares Gefälle zwischen den beiden Seiten sorgen können. Wichtig ist indes, dass man zu keinem Zeitpunkt tiefer gehende Charakterporträts erwarten sollte, die das Handeln der jeweiligen Protagonisten eindeutig rechtfertigen und verständlich machen – es ist eben so, wie es ist. Das Problem von DUELL DER MAGIER sind auch gar nicht seine Charaktere, die entgegen aller Erwartungen kaum an den Nerven der etwas älteren Zuschauer zerren – sondern seine wahrlich hanebüchene Story.

Schließlich stellt sich recht schnell heraus, dass das gesamte Story-Konstrukt von DUELL DER MAGIER auf äusserst wackeligen Beinen steht. Man hat sich schlicht die Legenden um Merlin zunutze gemacht, um auf diesem großen (und vielen bekannten) Namen aufzubauen – alles, was danach folgt; ist arg zurechgebogenes, auf Hollywood-getrimmtes Popcornkino; welches bei näherem Hinsehen gar nicht mehr so magisch ist wie postuliert. Und vor allem nicht besonders sinnvoll, oder einen jeglichen Anflug von Bedeutungsschwere transportierend – und das, obwohl das vermeintliche Schicksal der Erde auf dem Spiel steht. Wieder mal. Doch sollte man derlei Anliegen bei einem Film wie DUELL DER MAGIER aussen vor lassen, erst recht wenn sie wirklich glaubwürdig erscheinen sollen. Denn die filmische Wirkung, und das Wissen auch die Macher; entsteht hier ausschließlich aufgrund einiger vereinfachterer Ansätze. Neben dem schieren Unterhaltungswert der bunten Inszenierung spielt so auch Humor eine nicht unwichtige Rolle. Und der fällt sogar recht angenehm und wohl dosiert aus – wie etwa in der Szene, in der Dave mithilfe seiner neu entdeckten Kraft Putzversuche unternimmt.

Das ist nur gut und richtig – denn ohne dieses gewisse Augenzwinkern wäre DUELL DER MAGIER erst recht (und noch gravierender) gefloppt. Neben der luftig-lockeren Inszenierung vor der vielleicht etwas zu hoch gegriffenen Story-Prämisse sind es aber auch die Action-Elemente, die DUELL DER MAGIER sehenswert, mindestens aber zu einem recht unterhaltsamen Film machen. Gerade im Zusammenspiel mit den ideenreichen Zaubereien ergeben sich einige nette Szenen, die den Weg hin zum typisch-überraschungarmen, fröhlichen Bombast-Finale erträglicher machen. Nur die in diesem Falle stark aufgesetzt wirkende Liebesgeschichte (derer sind es letztendlich sogar zwei) hätte es dann nicht unbedingt auch noch gebraucht.

Fazit: DUELL DER MAGIER bietet genau das, was man von einem Disney-Film dieser Art erwarten würde – relativ harmlose, familientaugliche Unterhaltung ohne großartige Innovationen. Was der Film nicht hat, wie etwa eine zeitlos-magsische Wirkung (wie gerne mit dem Namen Disney verbunden), einen greifbaren Inhalt oder Mut zu neuem – wird von seinen glücklicherweise doch vorhandenen Stärken konterkariert. Diese liegen zweifelsohne im Humor, der handwerklichen Brillanz (Kamera, Schauplätze, Effekte), den guten (aber unterforderten) Darstellern samt ihren Charakteren, und dem unterhaltsamen Film-Fluss. Nur nicht zu viel erwarten – dann klappt’s schon.

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3 Gedanken zu “Filmkritik: „Duell Der Magier“ (2010)

  1. Ich fand den Film äußerst öde, ich würde sogar soweit gehen und sagen ätzend aufgrund des Schwachmats von Zauberlehrling und einem Nicolas Cage der mittlerweile WIRKLICH ALLES mitmacht.^^ Der Film hat durchaus seinen visuellen Reiz, aber als der Abspann einsetzte dachte ich mir insgeheim auch „Gott sei Dank.“ und machte alsbald mein Kurz- und Langzeitgedächtnis auch wieder frei für wichtigeres. ^^ Man hat absolut nichts verpasst, wenn man ihn nicht gesehen hat. Wertung: 4,5/10

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    1. Danke für den Kommentar. Wertung ist übernommen… und jetzt wo ich nocheinmal darüber sinniere, kann ich auch gar nichts dagegen einwenden. Vielleicht habe ich im Affekt etwas zu hoch gegriffen. Hollywood bleibt eben Hollywood, bis auf wenige Ausnahmen. Übrigens Prometheus, hast Du ‚Prometheus‘ schon gesehen^^ ?

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      1. Hmmmm….vielleicht ist er auf Shutter Island und sucht sich selbst. 🙂 Nein, noch nicht gesehen. ^^ Ehrlich gesagt ist das ein Film wo ich mich vorsichtig herantasten werde, da ich die Alienfilme vor kurzem auch mal wieder gesehen habe und sie natürlich auch sehr gut finde. Vor allem finde ich Teil 3 und 4 lange nicht so schlecht, wie manche immer behaupten.

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