Metal-CD-Review: ALOGIA – Secret Spheres Of Art (2005)

Album: Secret Spheres Of Art | Band: Alogia (weitere Band-Inhalte)

Land: Serbien – Stil: Progressive Power Metal – Label: Locomotive Records

Alben-Lineup:

Miroslav Branković – Gitarre
Srđan Branković – Gitarre
Nikola Mijić – Gesangs
Vladimir Đedović – Keyboard
Branislav Dabić – Keyboard
Ivan Vasić – Bass
Damir Adžić – Schlagzeug

01 Secret Sphere 06.08
02 Journey Into The Dawn Of Life
01.00
03 Politics Of War 04.03
04 Legend Of A Stolen Heart 03.28
05 Falling Asleep 04.45
06 Kontinuum 02.10
07 Mystica Aegyptiorum 00.57
08 Amon 03.32
09 Beyond The Time 03.28
10 Lament 04.28
11 Astral Horizons 00.58
12 As The Time Passes By 03.43
13 Overture Soleminis 01.41
14 Samson 03.35

Enthülle die geheimen Sphären der Kunst.

Vorwort: ALOGIA ist eine im Jahre 2000 gegründete, aus Serbien stammende Power Metal-Band. Moment, Serbien… ? In der Tat gibt es aus diesen für das Genre geradezu exotischen Gefilden nicht gerade viele (aktive) Bandcombos, die einen ähnlichen Musikstil pflegen. Umso wichtiger ist es da für eine Band wie ALOGIA, die mit SECRET SPHERES OF ART einmalig einen Ausflug in englischsprachige Regionen machen (die anderen Studioalben der Band sind komplett in ihrer Landessprache eingesungen), einen guten Eindruck zu hinterlassen. So hart die Konkurrenz auch sein mag – aber immerhin kann oder könnte man ja (beispielsweise) mit landestypischen Inhalten, Eigenheiten oder Besonderheiten ein entsprechendes Release aufwerten und so für frischen Wind auf dem Musik-Markt sorgen. Haben ALOGIA diese Chacne genutzt, oder doch eher verpasst ?

Kritik: Spielt man den Opener SECRET SPHERE an, scheint sich ein Großteil der Hoffnungen jedoch sogleich in ganz andere, geheime Sphären zu verdünniserien – leider. Bereits hier hätten ALOGIA mit etwas ganz speziellen, beeindruckenden oder schlicht überraschenden auftrumpfen müssen – stattdessen regiert ein Sound, der zu 100 % mit dem reichlich kitschigen, etwas billig wirkenden Cover-Artwork einhergeht. Die knapp 6 minütige Nummer bietet kaum Potential, den Hörer weiterhin zu fesseln – die ohnehin recht belanglose Melodie wird von plumpen Keyboard-Elementen geradezu zu bombardiert. Eine allgemein dünne Soundkulisse, die sich aus der alles andere als perfekten Produktionsqualität und vor allem auch dem laschen, künstlich klingenden Schlagzeug ergibt, sorgt für zusätzlichen Unmut; während Leadsänger Nikola Mijić zumindest halbwegs überzeugt – zwar als typische Power Metal-Stimme, jedoch mit einer überraschend guten Aussprache des englischen. Es folgt ein 1-minütiges Interlude mit dem vielversprechenden Titel JOURNEY INTO THE DAWN OF LIFE – eine Ambition, die größtenteils aufgrund der hier besonders merkwürdig klingenden Produktion scheitert. Mit POLITICS OF WAR folgt jedoch der erste handfestere Titel, der mit einigen netten Riffs aufwartet. Würden diese nur entsprechend von der allgemein viel zu wackeligen Soundkulisse getragen werden – und von einem etwas abwechslungsreicheren, reichhaltigeren Gesamtbild.

LEGEND OF A STOLEN HEART ist dann der erste auffällig melodiöse Titel des Albums – mit exakt den Inhalten, die man als Power Metaller erwarten würde. Das zusätzliche Tempo bekommt der Nummer gut, wenngleich auch hier etwas weniger Keyboardeinsatz nicht verkehrt gewesen wäre. Doch eine nette Melodie und ein insgesamt zum Träumen einladender Gesamteindruck lassen einen einstweilen sogar über die mangelhafte Soundqualität hinwegsehen. Das gleiche gilt für die progressiv angehauchte Folge-Nummer FALLING ASLEEP, die mal schön emotional, mal einigermaßen druckvoll durch die Boxen kommt. Es folgen zwei weitere Interludes – KONTINUUM und MYSTICA AEGYPTIORUM. Ersteres ist ein von einem leicht verzerrten Gitarrensound bestimmtes Stück, welches stellenweise eine nette Melodie aufwartet – insgesamt aber viel zu unnatürlich daherkommt. Ein merkwürdiges Soundexperiment (unerträgliches Verzerre gegen Ende) setzt diesem Aspekt die Krone auf. Zweiteres besinnt sich, wie der Titel schon vermuten lässt, auf die Einbringung von einigen ägyptisch-orientalisch angehauchten Klängen, um das folgende AMON einzuleiten. Und tatsächlich, hier klingen ALOGIA schon deutlich besser, will heissen: versierter an den Instrumenten, vielfältiger, ausdrucksstärker.

Sollte sich unter dem Mantel der kitschigen Aufmachung etwa doch noch das ein oder andere Highlight verstecken ? Vielleicht – doch BEYOND THE TIME ist es zweifelsohne nicht geworden. Wieder wurde dem Keyboard eine Übermacht zugestanden, Schlagzeug und Gitarren sind nur schwer herauszuhören. Eine Art musikalischer Brei offenbart sich dem Hörer – gepaart mit einem Eindruck, dem man bei einer Demo oder einem Debütalbum vielleicht hätte verzeihen können. Aber nicht auf einem Release wie diesem hier. LAMENT soll dann so etwas wie den Ruhepunkt, die Ballade des Albums darstellen – tatsächlich klingen die Akustikgitarren gar nicht mal schlecht. Doch irgendetwas schwirrt bedrohlich (und nervig) im Hintergrund – wieder einmal ist es das gute alte Keyboard, welches hier für eine Art sphärischen Touch sorgen soll, was völlig nach hinten losgeht. ASTRAL HORIZONS ist das nächste etwas plump gehaltene Interlude, welches – von fähigen Musikern mit entsprechendem Equipment verwirklicht – vielleicht ganz akzeptabel geklungen hätte. So entsteht wieder der etwas matschige Gesamteindruck, der den Hörer kaum die einzelnen Elemente auseinanderhalten lässt. AS THE TIME PASSES BY zeigt nun auch auf, dass hinter dem Leadgesang nicht ganz so viel steckt -doch immerhin handelt es sich um eine der besseren Nummern. Die OVERTURE SOLEMNIS sorgt noch einmal für einen leicht an DRAGONLAND erinnernden Einschlag, bevor es mit dem feucht-fröhlichen, irgendwie makaberen SAMSON zu einem Ende kommt.

Fazit: Es ist immer wieder schade zu sehen, dass sich Bands auch nach mehreren vorherigen Releases hinsichtlich der Sound- und Produktionsqualität nicht weiterentwickeln; scheinbar verdammt dazu sind sich auf dem ewig gleichen (wenn überhaupt mittelmäßigen) Niveau zu bewegen. Offenbar spielt hier auch das Glück eine nicht unerhebliche Rolle – nicht jeder kann sich gleich das beste Personal leisten oder besitzt entsprechende Kontakte. Es bleibt also, sich voll und ganz auf die musikalischen Inhalte zu fokussieren, welche dem Hörer zumindest das Potential der Band – im Hinblick auf zukünftige, hoffentlich besser produzierte und vermarktete Releases – aufzeigen sollte. Hier wissen sich ALOGIA zumindest halbwegs zu beweisen – auch wenn ein wenig mehr Eigenständigkeit angebracht gewesen wäre. Das Ganze klingt trotz des Herkunftslandes der Band und der ureigenen Bandgeschichte noch viel zu sehr nach einem x-beliebigen Power Metal-Release der Marke kitschiges Italien – wobei selbst die früheren Werke von THY MAJESTIE beeindruckender waren, ihr Debütalbum THE LASTING POWER (2000) gar wie ein Meisterwerk anmutet. Und das ist 5 Jahre älter als SECRET SPHERES OF ART – irgendetwas ist hier gehörig schief gelaufen. Es braucht nicht viel mehr als 3 Stichpunkte, um das Album zu charakterisieren: nervig aufgesetzte Keyboard-Orgien, mangelhafte Soundqualität, belanglose Inszenierung. Keine Empfehlung – selbst eingefleischte Power Metal-Fans können getrost einen Bogen um dieses Werk machen.

Anspieltipps: LEGEND OF A STOLEN HEART, FALLING ASLEEP, AMON, AS THE TIME PASSES BY, SAMSON


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