Metal-CD-Review: OLYMPOS MONS – Medievil (2007)

Album: Medievil| Band: Olympos Mons (weitere Band-Inhalte)

Land: Finnland – Stil: Melodic Power Metal – Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Ian E. Highhill (Gesang)
Jari Sundström (Gitarre)
Mikko Sepponen (Schlagzeug)
Krister Lundell (Bass)

01 One Word 05.44
02 Frozen
04.34
03 The Emperors Return 04.56
04 The Price 04.29
05 Wolves 03.44
06 A Race Between Two Hearts 04.31
07 Fire And Ice 05.04
08 Medievil 05.24
08 Kingdom Of Winter 05.41
08 Locked In Chains 08.22

Die einzig logische Fortsetzung eines simplen, aber wirkungsvollen Prinzips.

Vorwort: Nach dem kürzlichen Retro- beziehungsweise Nostalgiereview zum OLYMPOS MONS-Debütalbum CONQUISTADOR (Review) darf natürlich auch der Nachfolger der nunmehr nicht mehr existenten Finnischen Band nicht fehlen. MEDIEVIL erschien knappe 3 Jahre später, und versprach das auf dem Debüt etablierte Prinzip der absoluten Ohrwurm-Melodien fortzuführen. Aber, ob das auch im Jahre 2007 noch funktionieren konnte ? Die Meinungen darüber gehen jedenfalls auseinander. Zeit also, sich noch einmal und aus heutiger Sicht mit dem Album auseinanderzusetzen, auf dass es im bestmöglichen Fall doch noch einen hohen Platz in der Alltime-Bewertungsliste ergattern kann.

Kritik: Tatsächlich ist MEDIEVIL ein Album der; nun, nicht Gegensätze – aber doch zwei gegenüberstehender Attribute. Zum einen knüpft es direkt an den Sound des Vorgängers an und sorgt so abermals für tolle Melodien mit erhöhter Ohrwurm-Gefahr und die Zelebrierung eines feucht-fröhlichen Power Metals – andererseits aber schien man sich mit der Bandentwicklung etwas festzufahren. Genau das schlägt sich eben auch im Sound nieder. Während man auf dem Vorgänger vieles verzeihen konnte (und das nicht nur, weil es sich um ein Debütalbum handelte) wäre nun – und nach immerhin 3 Jahren – vielleicht doch einiges an Innovation notwendig gewesen. Doch der Opener ONE WORD klingt wahrhaftig so, als könnte er dem Debütalbum entsprungen sein – nichts neues an der OLYMPOS MONS-Front also. Das heisst indes nicht, dass es sich hier um einen schlechten Power Metal handelt – noch immer agiert die Band erstklassig, und vermag es den Hörer direkt mitzureissen. Soundrelavante Unterschiede oder Weiterentwicklungen muss man hier jedoch mit der Lupe suchen – sofern man auf dergleichen aus ist, versteht sich. So klingt beispielsweise das Keyboard etwas bodenständiger, dezenter – aber gleichzeitig wirkungsvoller.

Mit einem Titel wie FROZEN steuert man auch auf MEDIEVIL einen Titel der Marke epische Verträumtheit bei – ähnlich dem Final- und Titeltrack des Vorgängeralbums, CONQUISTADOR. Und tatsächlich, es scheint als gäbe es doch eine leichte Veränderung respektive Weiterentwicklung: Sänger Ian E. Highhill klingt noch ein stückweit versierter und treffsicherer als auf dem Vorgänger. Der Gitarrenpart klingt interessanterweise nach leichten Trash-Anleihen – zumindest im Rhythmus-Bereich, das Soli lässt sich wie eh und je dem Power Metal zuordnen. THE EMPERORS RETURN erweist sich indes als weitere Hymne – dies ist jedoch vornehmlich dem grandiosen Refrain zuzuschreiben. Hier kommen wieder jene Aspekte zum Tragen, die auch das Vorgängeralbum auszeichneten: eine ansprechende Mixtur aus Nostalgiegefühl, (lockerer) Geschichtsstunde und Power Metal-Kracher; das lässt sich hören und geht einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf. In der Tat scheinen OLYMPOS MONS die Melodien beziehungsweise das Gespür für eben jene auch auf MEDIEVIL nicht abhanden gekommen zu sein – wie das folgende THE PRICE abermals und mit Nachdruck bestätigt. Wieder steht man als Hörer vor einem Refrain der eingängiger nicht hätte ausfallen können, die Gitarren arbeiten melodiös und machen Laune.

Man leistet sich keinen Abbruch in Bezug auf Hymnen-verdächtige Nummern – so dass auch WOLVES problemlos als diesbezüglicher Kandidat bezeichnet werden kann. Vielleicht ja aber auch das fulminante A RACE BETWEEN TO HEARTS ? Hier haben OLYMPOS MONS wieder einen Titel am Start, der beinahe zu fröhlich und verspielt ausgefallen ist als dass man ihn wirklich ernst nehmen könnte. Doch man sollte sich voll und ganz auf die Komposition einlassen, und sich von der emotionalen Erhabenheit des Refrains beflügeln lassen. Denn wer schert sich schon groß um Klischees – schließlich bewegen wie uns hier im Bereich des Melodic Power Metals, wo weitaus schlimmere ‚Verbrechen‘ begangen wurden, oder noch begangen werden. Mit FIRE AND ICE wird es nun noch einmal interessant – hier inszenieren OLYMPOS MONS erstmals eine waschechte Power-Ballade. Auch die lässt sich problemlos hören, und driftet keinesfalls in peinliche Gefilde ab. Auf diesem Album folgt der Titeltrack gleich mittendrin: MEDIEVIL erklingt, und hievt das Ganze nun doch noch auf ein etwas epischeres und komplexeres Niveau. Auch wenn man sich von allzu progressiven Anleihen offenbar endgültig verabschiedet hat, klingen die Tempowechsel markant; das Keyboard erhaben. Lediglich die späteren Geräuschsamples (Gekreische und Leid vor Chorkulisse) hätte man vielleicht anders inszenieren können. KINGDOM OF WINTER ist das musikalische Pendant zu THROUGH THE ICE AND SNOW vom Vorgänger, klingt jedoch nicht ganz so fröhlich; und das abschließende LOCKED IN CHAINS kommt noch einmal deutlich heavier, und stellenweise leicht düster daher. Doch so richtig fesseln kann das Finale nicht mehr, da wurde der Abschluss des Vorgängers noch weitaus druckvoller und zeitloser inszeniert.

Fazit: MEDIEVIL ist ein würdiges Nachfolgealbum zu CONQUISTADOR geworden, das ebenso satt produziert und mit reichlich eingängigen Melodien versehen wurde. Man nehme eine Prise Mittelalter-Mystik und kombiniere das Ganze mit Elementen, die warum-auch-immer nach Ägypten klingen oder zumindest an die diesbezügliche Historie erinnern – und fertig ist ein Power Metal-Album der erinnerungswürdigen Art. Nur einen Unterschied gibt es dann doch: verständlicherweise ist der Überraschungseffekt nicht mehr ganz so hoch wie beim Vorgänger, der quasi aus dem nichts erschien und für ein Debütalbum unglaublich intensiv und versiert klang. Auch könnte man einstreuen, dass OLYMPOS MONS nach 3 Jahren vielleicht etwas mehr aus dem Ärmel hätten hervorzaubern können – so bleibt MEDIEVIL ein verdammt melodiöses, eingängiges, mitreissendes gute-Laune Power Metal-Album ohne großartige Innovationen oder Überraschungen. Fans des Vorgängers sollten ohne Bedenken zuschlagen, auch jene die gerne Bands wie DRAGONLAND oder FREEDOM CALL lauschen – denn wie bereits in der Rezension zum Debütalbum angedeutet, klingen OLYMPOS MONS ein wenig wie eine Kombination aus beiden.

Anspieltipps: ONE WORD, THE EMPERORS RETURN, A RACE BETWEEN TWO HEARTS, MEDIEVIL


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