Metal-CD-Review: DAWN OF DESTINY – Rebellion In Heaven (2008)

Land: Deutschland – Stil: Melodic Power Metal

Lineup:

Tanja Maul – Gesang
Veith Offenbächer – Gitarre
Jens Faber – Bass, Piano, Hintergrundgesang
Dirk Raczkiewicz – Keyboard
Ansgar Ludwig – Schlagzeug

01. Angel Without Wings
02. Ending Dream
03. Days Of Crying
04. Tears
05. Last Day
06. Rain
07. Save Us
08. Lost
09. In Between
10. Inquisition
11. Heaven`s Falling Down
12. Perceive Me
13. Unexpected Guest
14. Where Are You Now

DAWN OF DESTINY holen aus zum zweiten Streich.

Vorwort: Nach dem erst ein Jahr zurückliegenden Überraschungserfolg BEGINS, dem Debüt-Album der vielversprechenden Power Metal-Combo DAWN OF DESTINY (Link) folgt bereits im Jahr 2008 das nächte vollwertige Album. REBELLION IN HEAVEN heisst das gute Stück – welches dieses Mal mit sage und schreibe 14 vollwertigen Tracks auffährt. Dies lässt vermuten, dass die Bochumer zumindest einiges an Ideen im Gepäch haben – ob es sicher aber um gänzlich neue und / oder frische handelt, bleibt abzuwarten. Mindestens für eine gute Stunde – denn auf ziemlich genau 60 Minuten beläuft sich die Spieldauer dieses umfangreichen Werks.

Kritik: Das Album startet sogleich mit dem OPENER ANGEL WITHOUT WINGS durch, bei dem man zu Beginn noch nicht recht erahnen kann in welche Richtung sich das Projekt REBELLION IN HEAVEN entwickeln würde. Erst Recht nicht, wenn man das Vorgägneralbum BEGINS noch nicht gehört hat – doch nach einigen dezenten Keyboardklängen offenbart sich alsbald die volle, mannigfaltige Soundkulisse von DAWN OF DESTINY. Die klingt etwa ebenso ausdrucksstark und vielfältig wie bereits auf dem Debüt – doch eine insgesamt bessere Soundqualität hievt die Komposition automatisch auf ein höheres Niveau. So begeistert der Opener durch die Symbiose aus typischen Power Metal-Elementen und dem Keyboardeinsatz mit eher klassischen Klängen; garniert vom starken Gesang der Leadsängerin Tanja Maul. Der Refrain wirkt wunderbar antreibend, und wird zusätzlich durch dezente Männerchor-Backgroundgesänge untermalt. ENDING DREAM startet dagegen etwas verhaltener und düsterer, mit einem stärkeren Fokus auf den Bass. Vielleicht wäre dieser Titel ein eher unspektakulärer geworden, wäre da nicht die stets spürbare Vorliebe für gute Melodien; und der wahrlich erhellende Refrain. Ebenfalls markant: die spätere Akustikpassage mit dem dezenten Duettgesang und dem Piano, sowie der finale Ausklang mit dem sich wiederholenden Refrain.

An dritter Stelle steht DAYS OF CRYING – hier kann es sich doch nur um eine Ballade handeln, oder ? Nun, nicht wirklich; auch wenn der Beginn noch einen kleinen Wink in eben jene Richtung gibt. Doch das ist das schöner an DAWN OF DESTINY: für eine (zumeist positive) Überraschung ist man hier immer gut. Denn bald schlägt die dröhend-wummernde Instrumentation in all ihrer Fülle zu, und legt dabei ein ähnlich flottes Tempo vor wie der Opener. Hinzu kommt allerdings noch eine dezente Prise Härte, die sich in harschen Gitarrenparts wiederspiegelt, sowie auch in einer überraschend eingebrachten Growl-Passage von einem von Tanja Maul’s männlichen Kollegen. Ja, wie soll man diese Melodien wieder aus dem Kopf kriegen ? In der Tat beweisen DAWN OF DESTINY, dass sie in eben jener Hinsicht ein ausserordentlich glückliches Händchen haben. Doch eines ist klar: lässt man sich auf ein Album von DAWN OF DESTINY ein, kommt auch um die typisch-verschwörerischen, mal düsteren, mal heiteren Halb-Balladen nicht herum. So wie TEARS eine ist, dafür aber noch mit einem recht kräftigen Instrumenteneinsatz. Tolle Instrumental-Strecken (+Soli) und ein abwechslungsreicher Einsatz der Gitarren und des Keyboards  machen diese Nummer zu einer gleichsam emotionalen wie abenteuerlichen. LAST DAY offenbart nun eine weitere Seite von DAWN OF DESTINY – leichte Gotic-Einflüsse zu Beginn und im Gesang von Tanja Maul und punktierte männliche Growls stehen im Gegensatz zum sanften, inhaltlich schwerwiegenden Refrain.

Mit RAIN erwartet den Hörer nun eine Art Epos in einem 6-Minuten-Rahmen – anders kann man es eigentlich gar nicht beschreiben. Wieder vermengen DAWN OF DESTINY verschiedene Genre-Anleihen zu einem großen Ganzen, sodass die Grenzen aus dramatischer Emotionalität, bedrohlicher Düsterheit und wohlkingend-flotten Passagen vollends ineinander verfliessen. Das ist ganz großes musikalisches Kino – ob nun als Ballade, als Midtempo-Stampfer oder als progressives Meisterstück; von allem ist etwas dabei. Das folgende SAVE US stellt sich ebenfalls als hymnentaugliche Nummer heraus, hier jedoch mit einem etwas epischeren / progressiveren Ansatz. Die Stimmung in den Strophen ist noch recht bedrohlich und leicht düster; während der Refrain ganz bandtypisch wie ein Licht im Dunkel daherkommt und für die nötige Auflockerung sorgt. Die Keyboard-Elemente wissen zu begeistern; lassen sie den Sound von DAWN OF DESTINY keinesfalls künstlich oder gar aufgeblasen erscheinen – sie gehören hier einfach dazu, und werden wunderbar in die Gesamtkomposition miteingeflochten. Hier handelt es sich zweifelsohne um einen der stärkeren, wenn nicht gar besten Titel des Albums. Doch es bleiben ja noch 7 weitere – von denen LOST den Auftakt zur zweiten Albenhälfte markiert. Hier gelingt ihnen nun eine weitere Überraschung der besonderen Art: LOST ist die wohl eingängigste Hymne des Albums, gehalten im besten Power Metal-Stil. Eine antreibende Wirkung, ein Über-Refrain und die eher simple, aber äusserst wirkugnsvolle Struktur begeistern sofort. Man sieht, die Band kann sich problemlos in verschiedene Richtungen orientieren, die Wirkungs- und Aussagekraft kommt dabei nicht abhanden. Bevor der Titel zu einem Ende kommt, ist es noch einmal Zeit für eine gehörige Portion Gänsehaut: beim finalen Refrain werden entgültig alle Grenzen gesprengt. Der liebliche Leadgesang, der fabelhafte Backgroundgesang; das schmetternde LOST… episch.

IN BETWEEN fällt dann schon wieder etwas verschachtelter und progressiver aus, was der Begeisterung allerdings keinen Abbruch verschafft. Ein Album wie REBELLION OF HEAVEN ist vergleichbar mit dem Aufschlagen eines guten Buches – und dem folgenden, völligen Abtauchen in eine andere Welt. Eine andere Welt, die jedoch eng mit der unseren verknüpft ist – nicht umsonst sorgt die Band für ansprechende, gehobene Lyrics mit starkem Wiedererkennungswert und Realitätsbezug. INQUISITION ist nach der stilechten Power Metal-Nummer die nächste Überraschung im Bunde: hier geht es erstmals ausserordentlich hart zugange, fast möchte man das Genre des Trashs zwecks eines Vergleichs anberaumen. Doch auch in diesen 3 Minuten geben DAWN OF DESTINY alles, und vor allem Tanja Maul sorgt für eine zwar enorm voranpreschende, aber doch erhabene Stimmung. Gute 3 Minuten geht das Stück – ebenso wie HEAVEN’S FALLING DOWN, wieder einer etwas lieblicheren Nummer. Hier bleiben die Überraschungen zwar langsam aber sicher aus – doch kann man noch immer von mehr als nur grundsolider Arbeit sprechen. Das gleiche gilt für die 3 Abschlusstitel PERCEIVE ME (welches im weiteren Verlauf immer besser wird), UNEXPECTED GUEST (einer düsteren, harten Nummer mit tollem Refrain) und WHERE ARE YOU NOW (mit stark balladesken Zügen). Was für ein Album, welch unterhaltsame 60 Minuten !

Fazit: Wer sich dazu entscheidet, ein Album wie REBELLION IN HEAVEN zu erstehen; kann sich sicher sein dass er die volle Bandbreite an musikalischer Vielfalt mit auf den Weg bekommt. DAWN OF DESTINY bewegen sich selbstverständlich weiterhin im Power Metal-Genre – doch fungiert dieses nur als grober Oberbegriff für das tatsächlich, weitaus vielfältigere musikalische Schaffen. Wer einer Form des anspruchsvollen Songwritings und thematischen / inhaltlichen Tragweiten gegenüber aufgeschlossen ist, wird ebenfalls begeistert sein. So ehrlich, ernst und ausdrucksstark klingen wahrlich nur wenige female-fronted Metalbands aus dem deutschen Raum. Alle Mitglieder beherrschen ihr jeweiliges Instrument, das steht ausser Frage – besonders nett ist es aber beispielsweise, dass auch mal der Bass stärker in den Fokus rückt und DAWN OF DESTINY so noch mehr als großes Ganzes, als kreative Ideenschmiede einiger besonders talentierter Musiker auftritt. Ob Ballade, Halb-Ballade, Progressive Metal, reinrassiger Power Metal im besten Hymnen-Stil – hier wird alles geboten, was das Musikerherz begehrt. Garniert von einer mehr als ordentlichen Produktion und einer starken Frontfrau avancieren DAWN OF DESTINY mit ihrem Zweitwerk zu einer echten Genregröße. REBELLION IN HEAVEN vermag es, den Vorgänger doch noch ein stückweit zu toppen – was nicht weniger bedeutet, als dass der Wertungsthron so gut wie erreicht werden kann.

Anspieltipps: ANGEL WITHOUT WINGS, RAIN, SAVE US, LOST, INQUISITION, PERCEIVE ME, UNEXPECTED GUEST

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Ein Gedanke zu “Metal-CD-Review: DAWN OF DESTINY – Rebellion In Heaven (2008)

  1. „Rebellion in heaven“ ist das beste Album aller Zeiten. „Tears“, „Rain“, „Lost“ und „Heaven’s falling down“ sind einfach genial. Dawn of Destiny sind die Größten.

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