Metal-CD-Review: KATANA – Storms Of War (2012)

Land: Schweden – Stil: Heavy Power Metal

Lineup:

Susanna Salminen (Bass)
Tobias Karlsson (Gitarre)
Johan Bernspång (Gesang)
Anders Persson (Schlagzeug)
Patrik Essén (Gitarre
)

01. Reaper
02. Wrath Of The Emerald Witch
03. Khubilai Khan
04. The Samurai Returns
05. City On The Edge Of Forever
06. No Surrender
07. In The Land Of The Sun
08. The Gambit
09. Modesty Blaise
10. The Wisdom Of Emond’s Field

Rückkehr zur alten Schule des Heavy Metal.

Vorwort: KATANA ist eine schwedische Metal-Combo, die sich einer eher traditionellen Spielart des Heavy- bzw. Power Metals verschrieben hat. Dabei existiert die Band erst seit 2005 – und doch klingen die Jungs so, als seien sie schon erheblicher länger im Geschäft. Gewisse Parallelen zu früheren MANOWAR- oder  IRON MAIDEN-Outputs lassen sich nicht verhehlen; ebenso wie ein genereller Bezug zur guten alten Schule des Heavy Metal. STORMS OF WAR ist das nunmehr zweite Studioalbum der Band, nach dem 2011 erschienenen HEADS WILL ROLL und einigen Singles. Aber: sind KATANA wirklich die neue schwedische Metal-Hoffnung, oder stehen sie doch eher für ein regelrecht austauschbares Produkt ? Das (großartige) Cover-Artwork lässt erst einmal nur gutes vermuten.

Kritik: Man startet sogleich munter durch – der Opener THE REAPER erklingt. Das markante Riffing sowie der generell recht antreibende Drive vermögen es sofort, den Hörer zu fesseln – und genauer hinzulauschen. Das Ganze klingt wie eine erfrischende Mixtur aus gut inszenierten Heavy-, Power- und Trashanleihen, die im Endergebnis einen verdammt ehrlichen Eindruck machen. In der Tat: für allerhand Keyboard-Schnickschnack ist kein Raum vorgesehen, und so rauschen die satten Melodien recht ‚true‘ und ungekünstelt durch die Boxen. So auch im flotten WRATH OF THE EMERALDS WITCH. Moment, EMERALD; da war doch was… nun, bis auf die prägnante Zuhilfenahme desselben Begriffs haben KATANA so gar nichts mit RHAPSDOY OF FIRE gemein. Doch entwickeln sie schnell eine ebenso mitreissende Wirkung, wenn auch aus der Sicht zweier völlig unterschiedlicher Genres. Was RHAPSODY OF FIRE für den Fan des symphonischen Bombasts ist, ist KATANA für Freunde des groovigen Oldschool-Metals a’la MAIDEN oder JUDAS PRIEST. Eine flotte Gangart, ein toller Instrumenteneinsatz, eingängige Melodien und ein starker Gesang von Johan Bernspång: KATANA bieten bereits nach 2 Auftakt-Titeln den vollen Metal-Genuss. zum Stichwort Soli braucht man indes nicht mehr viel erwähnen… es ist schon eine kleine Meisterleistung, was hier abgefackelt wird.

Dann rollt eine weitere Groove-Nummer wie KUBILAKHAN daher – und es gibt endgültig kein Halten mehr. Hier entwickelt sich eine ähnlich positiv-mitreissende Wirkung wie bei Genrekollegen a’la TWISTED TOWER DIRE. Die satten Gitarren und der punktgenau Gesang, die enorme Spielfreude und der allgemein perfekt abgemischte Sound lassen keine Wünsche offen. THE SAMURAI RETURNS fungiert nun als erste waschechte Hymne mit einem etwas epischeren Anspruch. Ein schnelles Power-Drumming sowie das unterstützende Gitarrengefrickel machen einfach Lust und Laune, der Aufbau zum Refrain gestaltet sich als äusserst abwechslungs- und facettenreich. Bis dann selbiger ertönt – und man sich schon gedanklich auf einem Live-Konzert wähnt. Stichwort episch: CITY ON THE EDGE OF FOREVER fährt erstmals mit einem schmackigen Chorgesang und einem etwas tiefer singenden Johan Bernspång auf. Auch das macht sich verdammt gut. Ebenfalls leicht ‚männerchorlastig‘ beginnt NO SURRENDER, ein Titel, dem man vielleicht einen ‚richtigen‘ Refrain hätte spendieren sollen – aber sei es drum. Der mit einer Spielzeit von knapp 8 Minuten längste Titel des Albums, IN THE LAND OF THE SUN, beginnt noch recht ruhig – doch alsbald starten die energiegeladenen Gitarren voll durch, und die Gitarristen zaubern auch hier das ein oder andere Ass von der Saite. Auch diese Nummer fällt recht eingängig aus, doch wirkliche Highlights bleiben hier aus.

Spätestens beim Erreichen der letzten drei Nummern, von denen THE GAMBIT die erste ist; kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass sich KATANA doch dem ein oder anderen repetitiven Schema hingeben. Nach dem wahrlich erfrischenden Auftakt und der ersten Eingewöhnungszeit legt sich langsam die Luft, trennt sich die Spreu vom Weizen. Die dämonische Erzählstimme wirkt hier gar völlig deplatziert, die Struktur allgemein etwas gewöhnungsbedürftig. Man könnte es auch so sagen: nach THE REAPER braucht man eine Nummer wie THE GAMBIT eigentlich nicht mehr. Auch mit MODESTY BLAZE kann man nicht mehr viel neues aus der Heavy Metal-Trickkiste hervorzaubern, sodass der Eindruck eines grundsoliden Titels zurückbleibt – mehr aber nicht. Der abschließende Titel horcht auf den Namen THE WISDOM OF EDMOND’S FIELD, und fährt in 6 Minuten noch einmal die volle Bandbreite von KATANA auf. Ein netter Akustikteil gegen Mitte, die Gitarrensoli, die ‚oh-oh‘ Gesänge gegen Ende… ein insgesamt runder Abschluss; der allerdings nicht ganz so spektakulär ausfällt.

Fazit: Oldschool-Metal to the fullest ! Hier werden Genre-Fans wahrlich großzügig bedient. STORMS OF WAR bietet echte, ungekünstelte Metal-Kost vom allerfeinsten. Die ganz großen Innovationen sollte man zwar nicht erwarten – dafür aber ein Album, mit dem (fast) rundum glücklich werden wird. Belangloses Gedudel klingt anders – KATANA werden ihrem Ruf und Namen zweifelsohne gerecht. Einzig in Bezug auf den Kult-Faktor gibt es leichte Bedenken zu äussern: die Titel sind allesamt rund und zeugen von einer gehörigen Portion Engagement, doch ob es damit wirklich für einen gehobeneren Status reicht, wie ihn einige der Inspirationsquellen der Band innehaben ? Zumal der Band ab Titel 5 oder 6 leicht die Luft auszugehen scheint… man weiss es nicht. Dennoch eine absolute Empfehlung für Freunde eher traditioneller Genres.

Anspieltipps: THE REAPER, WRATH OF THE EMERALD WITCH, KUBILAKHAN, THE SAMURAI RETURNS, CITY ON THE EDGE OF FOREVER

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