Filmkritik: „Ghost Rider 2: Spirit Of Vengeance“ (2012)

Originaltitel: GHOST RIDER: SPIRIT OF VENGEANCE
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Mit: Nicolas Cage, Ciarán Hinds, Violante Placido u.a.
Laufzeit: 96 Minuten
Land: Vereinigte Arabische Emirate, USA
FSK: Ab 12
Genre: Action

Der Rider aus der Hölle ist zurück.

Inhalt: Es sind bereits einige Jahre vergangen, seit sich der ehemalige Stuntman Johnny Blaze (Nicolas Cage) auf einen unheilvollen Pakt mit dem Teufel (Ciarán Hinds) eingelassen hat. Eigentlich wollte er mit diesem Vertrag der übernatürlichen Art seinen Vater retten – doch Johnny musste erkennen, dass man dem Teufel niemals trauen sollte. Seit den Ereignissen aus dem ersten Teil (Link) zieht er es vor, sich möglichst von Menschen fernzuhalten – auf dass der in ihm schlummernde GHOST RIDER nicht erneut zum Vorschein kommen würde. Doch eines Tages wird er aufgespürt, von einem Mönch namens Moreau (Idris Elba). Der bittet Johnny um Hilfe, wohl wissend welche Kraft da in ihm schlummert – und bietet ihm im Gegenzug an, ihn von seinem Fluch zu befreien. Gesagt, getan – es geht um den zehnjährigen Danny (Fergus Riordan), der von allerlei finsteren Schergen verfolgt wird. Gemeinsam mit seiner Mutter Nadya (Violante Placido) ist er auf der Flucht – der GHOST RIDER soll ihnen zur Hilfe eilen, und verhindern; dass er innerhalb eines offenbar verhängnisvollen Zeitraums gefangengenommen wird. Denn es stellt sich heraus, dass Danny alles andere als ein normaler Junge ist… zumindest, wenn es nach den Ansichten der Verfolger geht.

Kritik: Na bitte, da ist er ja – es war bereits klar, dass ein Nachfolger der ersten GHOST RIDER-Verfilmung nicht lange auf sich warten würde. Jedoch: auch wenn man gerne gegenteiliges behaupten würde, gestaltet sich der Film ebenso wenig überraschend wie die Tatsache, dass er überhaupt produziert wurde. Fans des ersten Teils werden sich zumindest freuen, den brennenden GHOST RIDER auf einer weiteren (Höllen-)Fahrt begleiten zu können. Zumal gerade deren Rufe teilweise erhört wurden: der GHOST RIDER sieht in Dämonengestalt nun wesentlich fieser, furcheinflössender und ‚echter‘ aus – der glattpolierte, weisse Schädel aus dem ersten Teil ist Geschichte. Doch nicht nur das: es werden zahlreiche Actionszenen zelebriert, in denen der GHOST RIDER seine speziellen Fähigkeiten und Eigenarten nun noch besser zur Schau stellen kann. Gerade diese machen unheimlich Laune, sind schick umgesetzt – und tragen zur enormen Geschwindigkeit des Films bei.

Geschwindigkeit ja, Erzählfluss nein – GHOST RIDER 2 hat ein ähnliches Problem wie schon sein Vorgänger. Er kommt einfach nicht über den Status eines oberflächlichen, harmlosen; ja geradezu abgedroschen wirkenden Hollywood-Produktes hinaus, welches in Sachen Grundidee und Inszenierung zwar überzeugt – inhaltlich aber nichts nennenswertes anzubieten hat. Während man im ersten Teil noch von so etwas wie einer Entwicklung der Geschichte (und der Charaktere) sprechen konnte, so zeigt man sich im Nachfolger nun endgültig von der einfallslosen Seite: der GHOST RIDER ist da; ob er will oder nicht – und stellt sich gegen seinen Meister. Punkt, aus, das war es gewesen – und tatsächlich, viel mehr steckt nicht im neuen Teil des optisch ansprechenden Trägers der ewig lodernden Höllenflamme. Das fatale: im Grunde geht es gar nicht um Johnny Blaze. Stattdessen rückt der Fokus auf einen Jungen, der sich als Sohn des Teufels herausstellt – und den Teufel und seine Schergen, die ihn für die alles entscheidende Zeremonie vorbereiten wollen. In diese Situation greift der GHOST RIDER als hinzugerufener Verbündeter  (der immerhin den gleichen Fein hat wie die Mutter des Jungen) ein. Erst, weil er seinen Fluch loswerden möchte – später dann erkennt er (selbst in Dämonengestalt), dass es alles andere als gerecht wäre den Jungen seinem Schicksal zu überlassen.

Somit gerät dieser ‚Sohn des Teufels‘ zum eigentlichen Dreh- und Angelpunkt des Films – aufgrund dessen sich Johnny Blaze bzw. der GHOST RIDER zwar entwickeln kann, aber eben nur sporadisch und geradezu nebensächlich. Stattdessen bekommt man eine recht typische (aber wenig gruselige) Horrorgeschichte präsentiert, in der der Körper eines unschuldigen Kindes künftig einen Platz für die Seele des Teufels bieten soll. Ja, das Ganze ist halbwegs spannend inszeniert; ja, das Ganze wird durch typische GHOST RIDER-Elemente aufgewertet – doch irgendwie kommt einem das alles viel zu bekannt vor. Doch nicht alles wurde gleichsam gut von anderen Film-Vorbildern übernommen – der Teufel höchstselbst beispielsweise gleicht in GHOST RIDER 2 einer selten dämlichen, einfältigen und überraschend machtlosen Figur – dessen eigene Kreationen (der GHOST RIDER, sowie ein neuer Kandidat mit Verwesungs-Kräften) ungleich mächtiger sind als er selbst. Das mag im GHOST RIDER-Universum zwar damit erklärt sein, dass der Teufel an der ‚Oberfläche‘ nicht viel  Macht besitzt und daher auf seine Dämonen setzen muss – doch gerade in Bezug auf die ‚große Zeremonie‘ gegen Ende wirkt das dann endgültig zu hanebüchen und zu konstruiert. Hier fehlt es dem Film eindeutig an Biss, einer Prise Düsterkeit (die nicht nur durch schaurige Gesänge entsteht) und einer noch größeren Portion Mut zu neuem.

Fazit: Ende gut, alles gut ? So oder so ähnlich ist es eben in Hollywood – ein fahler Beigeschmack bleibt. Dabei hatte der Film einstweilen auch gute Ansätze zu bieten, wie den Bezug auf die Herkunft des GHOST RIDER – diese Geschichte hätte man unbedingt weiter ausbauen, und nicht derart lieblos einwerfen sollen. Es bleibt ein optisch enorm ansprechender Film voller sagenhafter Effekte und einer gewissen Portion ‚Coolness‘ – etwa, wenn der GHOST RIDER allerlei Gefährt mit seinen Flammen umhüllt (einen Kran, Trucks, das obligatorische Motorrad); oder wenn ein merkwürdiger Mönch dauernd aus alten Weinflaschen trinkt und bei der finalen Zeremonie wild um sich ballert – natürlich nicht, ohne die passenden Litaneien von sich zu geben. GHOST RIDER 2 ist pure Unterhaltung für’s Auge, garniert mit einem hohen Spaßfaktor – doch wirklich bahnbrechende Ideen bleiben aus, ebenso wie eine halbwegs solide Story mit glaubhaften Antagonisten. Der Sound und die Darsteller können ebenfalls überzeugen – die Synchronisation jedoch eher weniger, besonders die des jungen Danny. Da dergleichen aber nicht in die Wertung einfliessen sollte, und GHOST RIDER einfach nur Spaß macht; dabei aber keine Kopfschmerzen verursacht wie ein typischer Michael Bay-Streifen – exakt dieselbe Wertung wie bereits für den Vorgänger.

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