Filmkritik: „Jumanji“ (1995)

Filmtitel: Jumanji
Regie: Joe Johnston
Mit: Robin Williams, Kirsten Dunst, Bradley Pierce u.a.
Laufzeit: 104 Minuten
Land: USA
FSK: Ab 12
Genre: Abenteuer / Fantasy

Wer auch immer dieses Spiel spielt, sollte sich warm anziehen.

Inhalt: JUMANJI – das ist der Name eines Spiels, welches allem Anschein nach verflucht ist. Zumal die Spieler kaum wissen, worauf sie sich mit einer im Nachhinein oftmals unfreiwilligen Partie einlassen – sobald sie feststellen, dass dieses harmlos anmutende Brettspiel so einiges in Petto hat. So kommt es, dass die einstigen Besitzer es vergruben, um es ein für allemal loszuwerden. Einige Jahre später jedoch findet ein kleiner Junge namens Alan Perish (Adam Hann-Byrd) das Spiel bei nahen Ausgrabungen, und ist sofort gefesselt von der vom Spiel ausgehenden Magie. Zusammen mit dem zögernden Nachbarsmädchen Sarah Wittle (Laura Bell Bundy) beginnt er, zu spielen – doch nach nur wenigen Zügen geschieht das unfassbare. Alan wird in das Spiel hineingezogen, und die fassungslose Sarah rennt panisch aus dem Haus. Einige Jahre vergehen, bis die Waisenkinder Peter (Bradley Pierce) und Judy (Kirsten Dunst) mit ihrer Tante Nora (Bebe Neuwirth) in das Haus ziehen, in dem Alan Parish ehemals gelebt hat. Es dauert nicht lange, bis die beiden Kinder das Spiel entdecken – und feststellen, dass sie selbst zu einem Teil desselben werden. Nun ist es an ihnen, eine Partie fortzuführen, die im Jahre 1969 begonnen wurde – doch dazu müssen sie erst einmal die zwei Spieler von dereinst wiederfinden…

Kritik: Irgendwie hat alles mal angefangen. Karrieren (wie die von Kirsten Dunst), Parade-Rollen (wie die von Robin Williams), Filme über magische Wunderwelten die mit unserer kollidieren, und dabei ein geradezu tierisches Inferno verursachen… JUMANJI ist ein solcher Film; der wahrhaftig Grundlagen erschuf und bis heute nichts von seiner Originalität und Wirkungskraft eingeüßt hat. Nur eines muss man immer wieder feststellen: er wird gnadenlos kopiert, und das meist eher schlecht als recht. So kommt es, dass vor allem ein ‚Original‘ wie JUMANJI die Bezeichnung als zeitloser Familienfilm verdient, damals wie heute. Der Erzählfokus von JUMANJI liegt dabei explizit auf dem Spiel, und den weitreichenden Folgen die ein solches mit sich bringt – Abweichungen gibt es kaum, selbst für Charakterporträts bleibt nicht viel Zeit. Doch das große Gefühl eines Abenteuers und die unabsehbaren Gefahren, die vom Spiel ausgehen, machen dieses Manko allemal wieder wett. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass JUMANJI nicht als Kinderfilm für wahrlich alle Generationen missverstanden wird – immerhin erhielt er eine FSK 12-Freigabe, die auch größtenteils berechtigt ist. Vor allem deutlich jüngeren Zuschauern werden die vom Spiel heraufbeschworenen Monster zu düster daherkommen, die Geschichte selbst nicht immer greifbar.

Dafür, dass der Film aus dem Jahre 1995 stammt, sind die Effekte – auf denen verständlicherweise ein Hauptaugenmerk des Films liegt – beeindruckend ausgefallen. Die bunt durcheinander gewürfelten Tiere, Kreaturen und Gestalten wirken stets erschreckend echt, und interagieren stimmig mit der Umwelt, beziehungsweise wissen diese ein ums andere Mal gehörig zu verwüsten. Die netten, detailreich gestalteten Schauplätze markieren ein weiteres Highlight – etwa das Haus der Familie Perish. Hier spiegelt sich tatsächlich der Eindruck eines riesigen Abenteuerspielplatzes wider, der durch den Einfluss des Spiels nun noch mehr in ein verdammt lebendiges Tollhaus verwandelt wird. Hier haben die Macher wahrlich keine Kosten und Mühen gescheut – das Ergebnis fällt entsprechend aus, und sorgt so für eine atmosphärische Stimmung. Auch die Darsteller wissen sowohl mit ihrem Können, als auch mit einem gewissen unabhängigen Charme zu glänzen. Robin Williams agiert charmant und glaubwürdig, seine Kollegin Bonnie Hunt spielt liebenswürdig und mit Leidenschaft, die Kinderdarsteller Bradley Pierce und eine noch sehr junge Kirsten Dunst überzeugen durch die Bank. Zahlreiche Nebencharaktere sorgen für den ein oder anderen Sidekick, Lacher oder makaberen Moment – es ergibt sich ein äußerst buntes, dabei aber immer stimmiges Gesamtbild.

Fazit: Dass die Charaktere möglicherweise zu kurz kommen ist ein Gefühl welches hier und da aufkommen mag, ebenso wie die relative Ernüchterung in Anbetracht der offenen Storyline. Davon abgesehen ist JUMANJI ein wahrer Erlebnis-Film mit allerlei Tohuwabohu, der einen mannigfaltigen Unterhaltungswert vorzuweisen hat und groß und klein zu begeistern weiss. Viele Erwachsene, die den Film aus ihrer Kindheit kennen; werden ihn zudem mit einem hohen Nostalgie-Bonus attribuieren – zu Recht. Doch auch heute noch wirkt er wunderbar magisch und mitreissend; und kann sich im Vergleich mit späteren Nachfolgern a’la NACHTS IM MUSEUM locker behaupten. Eine zeitlose Empfehlung für einen unterhaltsamen Filmabend im Kreise der Familie.

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