Metal-CD-Review: MUTANT SQUAD – Social Misfits (EP, 2012)

Land: Spanien – Stil: Trash Metal – Label: Suspiria Records

Lineup:

Pla (Gitarre & Gesang)
Campi (Bass)
Caki (Drums)

1. Black Harvest
2. Remember
3. The Machine
4. Cannon Fodder

Man kann auch Mutant sein, ohne ein Kostüm zu tragen.

Vorwort: MUTANT SQUAD ist eine 2007 gegründete Band aus Spanien, die sich der Spielart des Trash Metal verschrieben hat. Nachdem sie bereits in zahlreichen Clubs gespielt hatten, folgte 2009 eine erste EP – RESET THE WORLD. Das fidele Trio konnte sich daraufhin immer weiter festigen, und kam so an einen Plattenvertrag mit Suspiria Records, die auch die vorliegende EP seit Anfang 2012 unter das Volk bringen. Die vorliegende 4-Track-EP SOCIAL MISFITS wurde in den Ultrasound Studios aufgenommen, und soll nun erstmals eine größeren und vor allem internationalen Masse zeigen, was die Jungs so alles in Petto haben. Wohlan denn, wagen wir uns an ein Review und eine hoffentlich positiv ausfallende Ersteinschätzung.

Kritik: BLACK HARVEST ist das erste Stück der EP, welches sogleich aus dem vollen Fundus der Band schöpft. Interessant und relativ ungewöhnlich ist, dass die Band lediglich aus einem Trio besteht – Pla kümmert sich sowohl um den Gesang, als auch um die komplette Arbeit an den Gitarren. Doch glücklicherweise scheint der Mann sein Handwerk zu verstehen – der Gesang wirkt recht angenehm, und bietet eine Mischung aus einer dezenten Aggressivität und dennoch klar verständlichen Texten. Das passt schon, möchte man sagen; doch vorerst bleibt es bei den gesanglichen Qualitäten und individuellen Eigenarten, die merklich aus der Komposition herausstehen. Die Instrumentation an sich erweist sich zwar als antreibend, doch eine wirklich druckvolle Härte; wie sie in den Gefilden des Trash Metal Gang und Gäbe ist, bekommt man nicht präsentiert. Etwas zu glattgeschliffen wirkt der Sound, etwas zu ‚brav‘ klingt das Ganze in der Gesamtwirkung. Immerhin kann das nette Solo kurz vor Minute 3 überzeugen – der Rest bewegt sich auf einem akzeptablen Mittelmaß, aber weit weg von einer Offenbarung. Deutlich besser sieht es dann schon in Bezug auf den folgenden Titel aus, REMEMBER – der noch ein stückweit härter inszeniert ist, vermehrt mit Tempi-Wechseln spielt und eine weitaus größere instrumentelle Abwechslung zu bieten hat. Hier rocken MUTANT SQUAD schon ausserordentlich gut und engagiert – wohl auch ein Grund, warum es gerade dieser Titel zu einer Video-Single-Veröffentlichung gebracht hat (siehe unten). Hier wird dem geneigten Trash Metal-Fan gute Unterhaltung, und eine geballte Ladung Power kredenzt.

Weiter geht es mit Titel Nummer 3, THE MACHINE. Hier wird ein weiteres, noch zu verbesserndes Problem offenbar: die einzelnen Titel der Band ähneln sich noch zu sehr, es besteht eine leichte Verwechslungsgefahr. Die Rifflinien, das Bass-Spiel und das Drumming von REMEMBER und TIME MACHINE liegen so recht nah beieinander; das darf auf einer gerade einmal 4-Track-EP eigentlich nicht passieren. Dennoch, es handelt sich zweifelsohne um einen grundsoliden Track mit einigen beeindruckenden Soli-Intermezzi. Bleibt nur noch der Abschlusstrack, der mit einer Spieldauer von knapp siebeneinhalb Minuten deutlich länger ausfällt als die drei vorherigen. Der Grund hierfür ist schnell gefunden; haben MUTANT SQUAD für diesen Titel mehrere lange Instrumental-Passagen vorgesehen. Unterhaltung ist garantiert – doch das letzte I-Tüpfelchen, den ein oder anderen Spannungsbogen oder die markante Variation wird man vermissen.

Fazit: MUTANT SQUAD bieten solides Futter für alle Trash Metal-Fans und solche, die es einmal werden wollen – leichte Abstriche sind lediglich in der B-Note zu machen. So könnte man gerade hinsichtlich der Riffs und etwas mehr Abwechslung und eine größere Bandbreite verlangen. Sollte ein Album in Planung sein, so muss sich die Band unbedingt noch einige Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten, um nicht in der Masse an Trash-Bands unterzugehen. Denn die Konkurrenz schläft gerade in diesem Genre nicht: mit wahren Trash-Giganten a’la KREATOR können MUTANT SQUAD noch lange nicht mithalten. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Anspieltipps: REMEMBER, CANNON FODDER


60button

„Nicht verkehrt, aber eben auch nicht besonders herausragend.“

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