Metal-CD-Review: WE ARE LEGEND – We Are Legend (EP, 2012)

Land: Deutschland – Stil: Melodic Power Metal

Lineup:

Selin Schönbeck (Gesang, Piano)
Dirk Baur (Gitarre, Backing Vocals)
Siggi Maier (Gitarre, Backing Vocals)
Heiko Burst (Drums)

1. Enemy Within
2. This Holy Dark
3. God Is Dreaming
4. In Pale Moonlight

Eine neue Legende ward geboren.

Vorwort: WE ARE LEGEND ist eine noch recht junge Bandformation aus deutschen Landen, die mit der aktuellen Besetzung erst im Jahre 2011 vervollständigt wurde. Doch die einzelnen Mitglieder sind dabei alles andere als musikalische Neueinsteiger: Heiko Burst und Siggi Maier waren ehemals bei ABRAXAS und STORMWITCH tätig, Gitarrist Dirk Baur bei den Gothic Metallern von CORONATUS. Nachdem man mit Selin Schönbeck ein weiteres vielversprechendes Talent für den Gesang verpflichten konnte, war WE ARE LEGEND geboren – der erste Live-Auftritt fand 2011 statt, weitere folgten. Aber, haben WE ARE LEGEND wirklich das Zeug, zu einer echten (musikalischen) Legende zu werden – oder ist das, was die Jungs da machen eher als belanglose Standard-Metal-Kost abzustempeln, der Bandname gar alles andere als gerechtfertigt ? Immerhin sprechen bereits die ersten Anzeichen für die Combo: ein verdammt schickes Artwork von Lukasz Jaszak und die Tatsache, dass die EP in den guten alten Gate Studios in Wolfsburg gemastered wurde; lassen auf Großes hoffen. Die Band hat nach eigenen Aussagen bereits 12 Titel fertiggestellt, ein Album soll bald folgen – 4 von diesen Titeln kann man sich seit Anfang 2012 auf der vorliegenden EP zu Gemüte führen.

Kritik: Der erste Titel im kleinen aber feinen Bunde ist ENEMY WITHIN, ein gut 6 minütiger Track voller Kraft, Melodiösität und einer erhabenen Struktur. Sicher, dergleichen sind auch zahlreiche andere Bands imstande zu präsenteiren – doch WE ARE LEGEND scheinen von der ersten Sekunde an tatsächlich gewisse Alleinstellungsmerkmale aufzufahren. Diese musikalischen Raffinessen spiegeln sich vor allem in einigen Momenten des Gesangs wider, und sei es durch die ein oder andere sympathische Aussprache oder Betonung seitens Selin Schönbeck. Der hat indes ein recht kräftiges Organ am Start, und singt dabei auf einen vergleichsweise gemäßigten Niveau – schafft es dabei aber stets abwechslungsreiche Nuancen mit in die Songstruktur einzubringen. Sein Repertoire scheint mehrere Bereiche abzudecken, respektive würde es sich für verschiedene Genres eignen – das ist gut, und schafft Abwechslung in den Gefilden des Power Metals. Weitere deutlich auszumachende Stärken finden sich in den markanten Riffs und den gleichsam fulminant und dezent inszenierten Refrain-Passagen, in denen mehrstimmig gesungen wird ein Höchstmaß an Atmosphäre etabliert werden kann. Ein starker Auftakt.

Das folgende THIS HOLY DARK beginnt mitunter recht witzig-makaber, eine verspielte Piano-Passage läutet den Titel ein und weicht alsbald einer deutlichen düstereren Stimmung. So entsteht eine recht ambivalente Atmosphäre, die perfekt von Sänger Selin Schönbeck getragen wird, und in den mehrstimmigen Passagen zusätzlich an Fülle gewinnt. Im weiteren Verlauf kann man das ein oder anderen Highlight entdecken, wie etwa die Piano-Passage mit dem abgewandelten Gesang – sowie der erneute, äusserst wirkungsvolel Einsatz der vollen Instrumentierung. Da steckt Kraft dahinter. GOD IS DREAMING beginnt dagegen als eher balladeskes Stück, welches sich daraufhin aber doch noch zu einem recht abwechslungsreichen Titel wandelt und zudem einen verdammt starken Refrain vorzuweisen hat. Auch der Soli-Part stammt nicht von schlechten Eltern, und die Mischung aus weichen und harten Metal-Elementen in der Instrumental-Struktur erweist sich als äusserst gelungen. Bleibt noch IN PALE MOONLIGHT, eine weitere starke Stampfer-Nummer mit leicht düsterem Touch – die jedoch einen äusserst erhellenden Moment im Refrain vorsieht. Als kleines Highlight erweist sich die spätere Instrumental-Struktur gegen Minute 3, die von der Vielfältigkeit der BAnd zeugt und Lust auf mehr macht. Grundsätzlich sollten sich WE ARE LEGEND auf diese Stärken konzentrieren – und das Album so abwechslungsreich wie möglich gestalten.

Fazit: Mit Selin Schönbeck als Verantwortlichen für den Gesang landete man einen echten Glücksgriff – hier handelt es sich um ein klares Ausnahmetalent mit einem enormen Potential. Es erscheint sicher, dass man in Zukunft noch viel von ihm hören wird – es wäre eine Schande, wenn dem nicht so wäre. Aber auch in der Gesamtkonstellation können WE ARE LEGEND mit dieser EP überzeugen. Die Instrumentierungen fallen recht druckvoll und abwechslungsreich aus, die ein oder anderen Besonderheiten machen Laune und heben die Band aus der Masse an Konkurrenten ab – wie etwa das immer wieder eingebrachte Piano. So kann die Band gerne weitermachen – man darf gespannt sein auf das bald erscheinende Album.

Anspieltipps: ENEMY WITHIN, GOD IS DREAMING

 

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