Metal-CD-Review: IRONWARE – Return Of The King (Demo, 2000)

Land: Schweden – Stil: Melodic Power Metal – Label: Ohne Vertrag

Lineup:

Pasi Humppi – Vocals, Keyboards
Niklas Möller – Guitars
Stefan Andersson – Guitars
Freddy Zielinsky – Bass
Hakan Strind – Drums

01 – Man of Hope
02 – Sanctuary
03 – Return of the King
04 – From Deep Inside

Eine ganz und gar ungeheure Demo.

Vorwort: Nun, wer kann sich noch erinnern ? Die Power Metal-Combo IRONWARE stammt ursprünglich aus Schweden, und hat bis heute (2012) nicht mehr viel von sich hören lassen – leider. Es scheint, als gingen die Mitglieder jeweils getrennte Wege, eine Wiedervereinigung ist nicht in Sicht – sodass man sich mit den bisherigen Veröffentlichungen der Band zufriedengeben muss. Und derer sind es ebenfalls alles andere als zahlreiche: gerade einmal 2 Demos und ein vollwertiges Album (BREAK OUT, 2003) brachten die Schweden auf den Markt. Während ihr Debüt und gleichzeitig als einziges Album fungierendes Werk mit der Unterstützung des allseits bekannten Labels Limb Music veröffentlicht wurde, erscheinen die Demos in Eigenregie – glücklich ist also der, der ein Exemplar ergattern kann. Das besondere: die beiden Demo’s dienten quasi als direkte Vorbereitung für das Album – die jeweils enthaltenen Tracks finden sich in überarbeiteten Versionen auch auf der späteren Veröffentlichung BREAK OUT. Während die erste EP bereits 1998 erschien (TALES FROM A TWISTED WORLD) und den absolut ursprünglichsten Sound der Band aufzeigte, schickte man sich mit der RETURN OF THE KING DEMO / EP schon eher an, international taugliche Power Metal-Kost feilzubieten – mit einem entsprechenden Artwork und allem was dazugehört. Eben dieses Release soll heute, als absolute Rarität und musikalische Perle an dieser Stelle behandelt werden. Eins ist klar: es lohnt sich oftmals, in alten Metal-Schatzkisten zu graben…

Kritik: Gerade einmal 4 Titel sind auf der EP enthalten – doch immerhin sind es 4 vollwertige. So startet man mit dem Opener MAN OF HOPE gleich freudig durch, und präsentiert eine Midtempo-Stampfer-Hymne, wie sie im Buche steht. Oder: wie sie im Buch des, nennen wir es Oldschool Power Metal steht – die dargebotene Musik ist absolut zeitlos, ungekünstelt und schlicht ausserordentlich ‚true‘. Keyboardsounds gibt es kaum, und wenn, halten sie sich dezent im Hintergrund. Man serviert hier folglich Kost, die starke True Metal-Anleihen aufweist – neben den schrammigen Gitarren, den exzellenten Soli und dem starken Gesang von Leadsänger Pasi Humppi braucht es nicht viel mehr, um den Hörer in den Bann zu ziehen. Ein entsprechender Songtext, der sich typischerweise um Heldensagen und den ewigen Kampf zwischen gut und böse dreht, rundet das Ganze zwar nicht gerade spektakulär, aber doch äusserst harmonisch ab. Deutlich flotter geht es dann im folgenden SANCTUARY zu, einer Uptempo-Nummer mit deutlich melodischeren Riffs und einem netten Mitsing-Refrain. Auffallend ist der organische Drum-Part, gespielt von Hakan Strind – hier gibt es wahrlich nichts zu meckern. Aber auch sonst scheinen IRONWARE den Nagel auf den Kopf zu treffen: alle Einsätze sind perfekt aufeinander abgestimmt, alle Instrumente harmonieren miteinander und erzeugen einen mitreissenden Drive.

Um dem Stichwort der Überschrift näherzukommen, braucht es allerdings erst einen Titel wie den Titeltrack – die Rede ist vom sechseinhalb minütigen RETURN OF THE KING. Ohne Zweifel – hier handelt es sich um einen absoluten Über-Track der seinesgleichen sucht. Oder besser: sich in die Reihe der zeitlosesten, kräftigsten und beeindruckendsten Metal-Hymnen aller Zeiten einreiht. Der eher gemäßigte Auftakt aus dezenten Pianotönen und einem gefühlvoll singenden Pasi Humppi lässt erst auf eine Ballade schließen – doch es stellt sich früh genug heraus, dass es sich lediglich um eine atmosphärische Maßnahme handelt. Und was für eine – bald darauf setzen die schweren Gitarren ein, Herr Humppi röhrt nun deutlich kräftiger; die Songstruktur beginnt sich langsam zu erschließen. Die atmosphärischen Strophen, die inhaltlich zwar recht gewöhnliches erzählen (für Genre-Verhältnisse) werden derart energisch dargeboten, dass man nicht anders kann als zuzuhören – bis es zum Refrain geht, der als eigentliches Highlight des Titels fungiert. Und wieder funktioniert das Ganze ohne Keyboard – umso besser, wirkt der Song so deutlich druckvoller und Metal-lastiger. Um dennoch keine Langeweile aufkommen zu lassen, streut man immer wieder großartige Soli oder besonders melodisch arrangierte Zwischenpassagen ein – um letztendlich doch wieder um äusserst eindringlichen Refrain zurückzukehren. Und der funktioniert auch noch nach mehreren hundert Malen Hörvergnügen. FROM DEEP INSIDE schließt das kurz-knackige Vergnügen rund ab – und besinnt sich als erster Titel nun deutlicher auf Keyboard-Elemente und einen etwas sphärischeren (öfter mal Keys als Gitarren) Touch.

Fazit: Eine bemerkenswert starke Demo oder EP – IRONWARE schrieben im Jahre 2000 Geschichte. Wer kann und eine Möglichkeit findet, sollte sich dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen. Fans des Melodic Power Metal werden eine Band vorfinden, die ihr Verlangen nach zeitlos großen GEschichten ohne Probleme befriedigen kann.

Anspieltipps: SANCTUARY, RETURN OF THE KING

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